Am Freitag (1. April 2022) fand ein Ortstermin der CDU Ginsheim-Gustavsburg bei dem Unternehmen Rasenpartner Erlenhof GbR in Ginsheim statt, welches Rollrasen anbaut und verkauft. Die CDU-GiGu übte Kritik am Unternehmen und dem Anbau von Rollrasen. Die Monokultur hätte Auswirkungen auf die Flora und Fauna in der Stadt Ginsheim. BYC-News war vor Ort.


Anbau von Rollrasen seit 2006

Das Unternehmen Rasenpartner produziert seit dem Jahr 2006 Rollrasen im Stadtteil Ginsheim. Die Hauptkritik der CDU Ginsheim-Gustavsburg bezog sich auf den Wasserverbrauch bei der Produktion des Rasens, auf die Monokultur und auf den LKW-Verkehr, der durch das Unternehmen in Ginsheim zusätzlich entsteht. Um auch die Argumente des Unternehmens und der Bürger zu hören, hatte die CDU das Treffen initiiert. Ebenfalls bei dem Termin vor Ort war die Landtagsabgeordnete, Sabine Bächle-Scholz.

Im Rahmen des Termins kam es zu konstruktiven aber auch emotional aufgeladenen Diskussionen zwischen Bürgern, Landwirten, der CDU Ginsheim-Gustavsburg und den Rasenpartnern.

Franz-Josef Eichhorn gegenüber BYC-News

Franz-Josef Eichhorn | Foto: BYC-News | Meikel Dachs

Franz-Josef Eichhorn, 1. Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Ginsheim-Gustavsburg erklärte im Anschluss an den Termin gegenüber BYC-News: „Ich habe auf jeden Fall aus dem Termin mitgenommen, dass es hier eine sehr ausführliche Diskussion gab und die Kollegen von der Firma Rasenpartner eine ausführliche Auskunft gegeben haben. Dabei haben sie auch eingestanden, dass die LKW-Fahrer nicht immer sehr nachbarschaftsfreundlich sind, was den Verkehr betrifft oder die anderen Landwirte. Aber ich habe auch vollstes Verständnis dafür, dass Angebot und Nachfrage den Bedarf regeln. Und hier ist klar, dass es ein Nischengeschäft ist bei dem natürlich auch viel Wasser gebraucht wird. Dafür müssen Lösungen gefunden werden. Ich persönlich sehe bei der Diskussion auch zwischen den Landwirten, dass ein Miteinander sehr gut möglich wäre aber dafür einige Verbesserungen notwendig sind.“

Hubert Hübner: „Wesentlich weniger Pflanzenschutzaufwand als in anderen Kulturen“

Hubert Hübner | Foto: BYC-News | Meikel Dachs

Hubert Hübner, Geschäftsführer bei der GbR erklärte: „Es war sehr interessant obwohl es natürlich schade war, dass wir aufgrund der Wetterverhältnisse nicht raus ins Feld konnten, um uns die Produktionsverhältnisse mal anzuschauen. Ich fand die kontroverse Diskussion aber sehr gut auch wenn es natürlich immer Menschen geben wird, die man nicht überzeugen kann. Zur Kritik zum Thema Monokultur muss ich sagen, dass unsere Flächen sehr weit verteilt sind und ein Weinbau da viel mehr Monokultur darstellt als wir. Zudem bauen wir ja auch unterschiedliche Grassorten an. Ein ganz großer Vorteil ist auch, dass der Rasen die Winderosion extrem verhindert, auch wenn er abgeerntet ist. Unsere Äcker werden also bei einem Sturm nicht abgetragen, ein Spargelfeld beispielsweise schon. Auch ist auffällig, dass es bei keinem der rund 60 Rollrasenbetriebe in Deutschland so viel Kritik gibt wie bei uns. Das ist etwas, dass ich nicht ganz nachvollziehen kann. Wir machen ja nichts Verbotenes. Im Gegenteil, wir haben wesentlich weniger Pflanzenschutzaufwand als in anderen Kulturen und selbst beim Biowein ist der Verbrauch an Pflanzenschutzmitteln höher. Dann muss man auch dazu sagen, dass wir ja nur produzieren können, weil die Nachfrage auch entsprechend da ist“

Peter Schmitz: „Wir sind an konstruktiven Lösungen interessiert“

Peter Schmitz | Foto: BYC-News | Meikel Dachs

Peter Schmitz, ebenfalls Geschäftsführer der GbR: „Ich fand den Termin sehr gut, wir hatten rege Diskussionen mit interessierten Gästen. Ich habe ja teilweise die Kritiken der Bürger und der CDU auch selbst angesprochen und bin da auch sehr interessiert an konstruktiven Lösungen. Ich sehe unser Produkt aber in einem positiven Kontext und sehe, dass wir ein gutes Produkt hier für die Region produzieren und vermarkten. Die Probleme, die drum herum sind, müssen gelöst werden und die kann man auch lösen, wenn man zusammenarbeitet und nicht gegeneinander. Da ist ein großes Thema auch das Verkehrsproblem wo wir einfach auch nochmal gemeinsam mit Bürgern und der Politik mehr Druck auf die Bürgermeister machen müssen, um die Probleme um die Gemarkungsgrenzen zu lösen“