Ein lauter Knall riss am frühen Dienstagmorgen, den 19. Mai 2026, Anwohner an der Bahnhofstraße aus dem Schlaf. Gegen 3:30 Uhr verübte eine professionell agierende Bande einen sogenannten Blitzeinbruch in ein dortiges Juweliergeschäft. Die bislang unbekannten Täter nutzten einen nicht zugelassenen Skoda Octavia ohne Kennzeichen als Rammbock. Sie fuhren mit dem Wagen rückwärts in das Rollgitter des Geschäfts und zerstörten dabei sowohl die Sicherheitsbarriere als auch die dahinterliegende Eingangstür. Sobald der Zugang frei war, drangen die Täter in die Räumlichkeiten ein und entwendeten eine noch unbestimmte Menge an Schmuckgegenständen.
Verfolgungsjagd und Nebelwände bei der Flucht
Ein aufmerksam gewordener Zeuge alarmierte sofort den Notruf, woraufhin die Polizei Hamm eine großangelegte Fahndung einleitete. Die ersten Streifenwagen trafen bereits nach wenigen Minuten am Tatort ein und entdeckten im unmittelbaren Nahbereich das mutmaßliche Fluchtfahrzeug, einen silbernen Audi A4. Die Beamten konnten an dem Wagen noch das Fragmentkennzeichen „BE-BS“ mit drei oder vier darauffolgenden, unbekannten Ziffern ablesen.
Die anschließende Flucht der mindestens drei Tatverdächtigen führte mit hoher Geschwindigkeit über die Neue Bahnhofstraße und die Wilhelmstraße. Um ihre Verfolger abzuschütteln, griffen die Einbrecher zu extremen Mitteln: Sie zündeten während der Fahrt mutmaßlich pyrotechnische Gegenstände. Die dadurch entstehende, starke Rauchtwicklung nahm den Einsatzkräften die Sicht, sodass der Sichtkontakt vorübergehend abriss.
Erneute Sichtung und Flucht auf die Autobahn
Im Zuge der fortlaufenden Fahndungsmaßnahmen gelang es Einheiten der Polizei Hamm, den flüchtigen Audi im Stadtteil Herringen im Bereich der Dortmunder Straße und Fritz-Husemann-Straße erneut zu sichten. Die Verfolgung wurde sofort wieder aufgenommen. Die Täter setzten ihre Flucht jedoch kompromisslos fort, bogen von der Dortmunder Straße ab und fuhren auf die Bundesautobahn 1 (A 1) in Fahrtrichtung Dortmund auf. Auf der Autobahn verloren die Einsatzkräfte das Fluchtfahrzeug schließlich endgültig aus den Augen.
Täterbeschreibung und Zeugenaufruf
Nach den vorliegenden Zeugenaussagen handelte es sich um mindestens drei männliche Täter. Eine der Personen war mit einer dunklen Jacke bekleidet. Während der Tatausführung unterhielten sich die Männer in deutscher Sprache mit einem hörbaren Akzent. Zum exakten Wert des Diebesguts sowie zur Gesamthöhe des angerichteten Sachschadens können noch keine Angaben gemacht werden. Auch die Frage, ob der am Tatort zurückgelassene Skoda sowie die Kennzeichen des Audi im Vorfeld gestohlen wurden, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Die Kriminalpolizei bittet dringend um die Mithilfe der Bevölkerung. Hinweise zum Tatgeschehen, zu den Verdächtigen oder zum Verbleib des silbernen Audi A4 nimmt die Polizei Hamm unter der Telefonnummer 02381 916-0 oder per E-Mail unter hinweise.hamm@polizei.nrw.de entgegen.






