Rosenstöcke, Feldahorn und Ginster – oder doch ein kurzer Abstecher in die Toskana? Der Dynamische Agrofost hat kürzlich Einzug in zwei Gemeinden im Landkreis gehalten: Bei Pflanzaktionen in Gau-Algesheim und Köngernheim entstanden unter Anleitung des Umwelt- und Energieberatungszentrums der Kreisverwaltung in Zusammenarbeit mit der Naturschutzorganisation Naturefund zwei neue Projektgärten mit verschiedensten Pflanzen.


Eine Gemeinschaft aus engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie dem Stadtbürgermeister Michael König kam dafür im Schlossgarten in Gau-Algesheim zusammen.

Mit dabei: Martina Schnitzler vom UEBZ und Katja Wiese von der Naturschutzorganisation Naturefund. Gemeinsam integrierten sie den Dynamischen Agroforst auf der circa 320 Quadratmeter großen Fläche. So entstanden auf der einst brachen Fläche vier etwa gleich große Areale, die nach unterschiedlichen Themen gepflanzt wurden: ein Stadtgarten mit der Möglichkeit zum eigenen Ernten und Naschen von Bürgerinnen und Bürgern, ein Schlossgarten aus Rosen und Lavendel mit Fokus auf Schönheit und Liebreiz, ein Weingarten sowie eine reservierte Fläche für Kita- und Schulkinder.

Auch in Köngernheim wurde fleißig geackert. Fast 25 Interessierte, die „Köngernheimer Grünflächenfreunde“ sowie UEBZ und Naturfund setzten mehr als 1.500 Pflanzen auf drei Themenfeldern ein. Dabei entstanden die Bereiche Toskana, Alte Sorten und „Rot-Weiss“ – nach den Farben des Wappens Köngernheims. Nun laden eine Weinwand, verschiedene Bäume, Stauden, Blumen und Kräuter auf der Fläche am Ortstrand Köngernheims zum Verweilen ein. Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, zu Flanieren und sich selbst ein Bild vor Ort zu machen.

„Wir sind begeistert, wie viele Interessierte sich bei den Aktionen bisher beteiligt haben. Das zeigt uns, dass wir mit dem Projekt Menschen erreichen können, die sich für den Umweltschutz weiterbilden und sich selbst einsetzen möchten“, resümiert Martina Schnitzler vom UEBZ die Aktionen.

Hintergrund

Dynamischer Agroforst ist eine Aufforstungs- und Anbaumethode, bei der Nutz- und Beipflanzen auf derselben Fläche angebaut werden und dabei ein dynamisches Pflanzensystem entsteht. Resultat dieser Vorgehensweise sollen gesündere Pflanzen, höhere Erträge sowie Resilienz gegenüber Trockenheit oder Starkregen sein. Das Projekt „Dynamischer Agroforst in den Kommunen des Landkreises“ zählt zu den 40 ausgewählten Zukunftsprojekten, die aus 322 Bewerbungen beim Bundeswettbewerb Naturstadt Kommunen schaffen Vielfalt hervorgingen. Mit dem Preisgeld von 25.000 Euro setzt das UEBZ insgesamt vier Flächen im Landkreis um. Neben den hier beschriebenen wurde bereits Anfang Oktober eine Fläche in Trechtingshausen umgesetzt. Für das nächste Jahr wird noch eine kleine Fläche im Landkreis für eine weitere Pflanzaktion gesucht.

Mehr Informationen zum Dynamischen Agroforst gibt es bei Martina Schnitzler vom UEBZ unter der Telefonnummer 06132-787-2170 oder schnitzler.martina@mainz-bingen.de.