Ab dem 22. Oktober ruft der Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) an seinen Rettungswachen zur Registrierung als potenzieller Lebensretter auf – gemeinsam mit der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands erster Stammzellspenderdatei. An fünf aufeinanderfolgenden Freitagen sollen so viele Menschen wie möglich motiviert werden, sich typisieren zu lassen. Eingeladen sind nicht nur die Retter selbst, sondern auch alle anderen Blaulicht-Organisationen sowie alle Menschen aus der Region.


An den DRK-Rettungswachen typisieren lassen

Polizei, Feuerwehr, THW und Rettungsdienste – sie alle arbeiten Hand in Hand, wenn es darauf ankommt, Leben zu retten. Nun hat der DRK Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe einen besonderen Einsatz ausgerufen: den Kampf gegen Leukämie. Denn wenn Chemotherapien oder Bestrahlungen nicht den gewünschten Erfolg bringen, ist eine Stammzelltransplantation für Leukämie-Patienten die einzige Chance zu überleben. Deshalb lädt der Rettungsdienst nun die Kollegen der anderen Blaulicht-Organisationen ein, sich an einer der DRK-Rettungswachen typisieren zu lassen.

Während der Termine kann man virtuell auch in die Welt des Rettungsdienstes eintauchen und erleben, wie Profis bei Notfällen im Rettungswagen arbeiten. Auch Bevölkerung ist an den Standorten herzlich willkommen: „Einen passenden ‚genetischen Zwilling‘ für eine Übertragung von fremden Stammzellen zu finden ist gar nicht so einfach“, erläutert DRK-Pressesprecher Philipp Köhler.

Auslöser für die Aktion war eine Stammzellspende durch einen Rettungssanitäter aus Bad Kreuznach: „Unsere Kollegen der gesamten Blaulichtfamilie und wir sind täglich gemeinsam im Einsatz, um Leben zu retten – da ist es für uns eine Selbstverständlichkeit auch im Kampf gegen Leukämie zusammenzustehen und unser Möglichstes beizutragen“, so Köhler weiter. „Es kommt auf die genetischen Gewebemerkmale an, die gleich sein müssen. Und einen solchen Menschen zu finden, das ist öfters wie ein Sechser im Lotto.“ Gerade weil diese Merkmale in unzähligen Varianten vorkommen, ist es wichtig, dass sich so viele Menschen wie möglich vorsorglich registrieren lassen: „Um vielleicht eines Tages ein Leben zu retten, reichen eine Speichelprobe und eine ausgefüllte Einwilligungserklärung“, betont die Vorstandsvorsitzende der Stefan-Morsch-Stiftung, Susanne Morsch. „Gesucht werden gesunde Menschen zwischen 18 und 40 Jahren. Mit dem Einverständnis der Sorgeberechtigten ist eine Registrierung auch schon ab 16 Jahren möglich.“


Typisierung auch von Zuhause möglich

Wie schwierig es ist, einen passenden Spender zu finden, zeigen zwei aktuelle Aufrufe der Stefan-Morsch-Stiftung: Ein 18-jähriger Saarländer sowie ein 21-Jähriger aus dem Hunsrück sind dringend auf eine Stammzellspende angewiesen, um überleben zu können. Trotz weltweiter Suche konnte bislang jedoch noch kein genetischer Zwilling für die beiden jungen Männer gefunden werden.

Um die Chancen auf einen Lebensretter zu erhöhen und damit sich auch Menschen registrieren können, die an den angebotenen Terminen keine Zeit haben, bietet die Stiftung die Möglichkeit, sich auch online unter www.stefan-morsch-stiftung.de in die Datei aufnehmen zu lassen. Man muss lediglich ein paar Fragen beantworten und seine Kontaktdaten angeben, dann bekommt man das Set für die Speichelprobe sowie die Einwilligungserklärung direkt nach Hause geliefert. Im Anschluss schickt man alles kostenfrei an die Stiftung zurück – und steht als potenzieller Lebensretter für Leukämiepatienten auf der ganzen Welt zur Verfügung.

Die Termine in der Übersicht:

  • 22.10.2021, DRK-Rettungswache Mainz, Binger Straße 25
  • 29.10.2021, DRK-Rettungswache Bad Kreuznach, Mühlenstraße 85
  • 05.11.2021, DRK-Rettungswache Idar-Oberstein, Schönlautenbach 17
  • 12.11.2021, DRK-Rettungswache Worms, Eulenburgstraße 12
  • 19.11.2021, DRK-Rettungswache Alzey, Albiger Straße 33

Die Termine finden jeweils von 12:00 – 17:00 Uhr statt