Zum mittlerweile neunten Mal zieht Oberbürgermeister Michael Ebling gemeinsam mit Bürgermeister Günter Beck sowie den Beigeordneten Manuela Matz, Dr. Eckart Lensch, Janina Steinkrüger, Marianne Grosse und Volker Hans Jahresbilanz. Die Bürger der Landeshauptstadt Mainz erhalten im Jahresbericht des Stadtvorstandes einen umfassenden Einblick in die Arbeit der einzelnen Ämter und kommunalen Betriebe.


Dr. Eckart Lensch, Dezernat für Soziales, Kinder, Jugend, Schule und Gesundheit

Das zurückliegende Jahr war im Dezernat für Soziales, Kinder, Jugend, Schule und Gesundheit des Beigeordneten Dr. Lensch in allen Verwaltungsbereichen geprägt durch die Coronapandemie.

Beigeordneter Dr. Lensch: „Es galt, die Bürger:innen mit Unterstützungsbedarf zu beraten und Hilfeleistungen anzubieten. Auch Maßnahmen in den Kitas für die Kinder und die Erzieher standen im Vordergrund. Ein besonderes Augenmerk lag auf den Schülern, deren Teilhabe am Unterricht, auch während des Wechselbetriebs und im Fernunterricht, gewährleistet werden musste. Die Digitalisierung in den Schulen hat damit schnell Fahrt aufgenommen.“

Herausforderung für Kinder, Eltern, Lehrkräfte und die Stadtverwaltung

Die Organisation der Öffnungszeiten von Kitas und Schulen stellten Kinder, ihre Eltern, Lehrkräfte und die Stadtverwaltung vor große Herausforderung. Anfang Juni 2020 mussten die Kitas zunächst in den eingeschränkten Regelbetrieb gehen, bevor im August wieder der Regelbetrieb stattfinden konnte, der jedoch bereits auf Grund steigender Zahlen Mitte Dezember 2020 nur noch bei dringendem Bedarf aufrechterhalten wurde. „Eine Zeit, die Eltern sehr belastet hat und in der viele Eltern dankbar waren, wenn sie alternative Lösungen für die Betreuung ihrer Kinder gefunden hatten. Über das Engagement vieler Eltern, Erziehern, Apotheken und sozialen Institutionen zum Testen der Kinder in unseren Einrichtungen habe ich mich gefreut und möchte allen Engagierten unseren Dank aussprechen.“

In den Schulen organisierte das Land die Versorgung der Schüler und Lehrkräfte mit Schnelltests. Der Schulträger sorgte u.a. für die Mittagsverpflegung in der Notbetreuung, die digitalen Endgeräte, die Hygieneausstattungen und gemeinsam mit der Gebäudewirtschaft Mainz für Luftreinigungsanlagen. In Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut und mit großer Unterstützung der Elternschaft konnten die Klassenräume in fast allen Grundschulen und in vielen weiterführenden Schulen mit den selbstgebauten Abluftanlagen ausgestattet werden.

„Das war eine großartige Leistung unserer Bauverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Schulamt, den Schulgemeinschaften und dem Max-Planck-Institut. In kurzer Zeit wurden Grundschulen und weiterführende Schulen mit Luftreinigungsanlagen ausgestattet. Dies war ein wichtiges Signal an Schüler, Eltern und die Lehrerschaft und hat den Schulbetrieb sicherer gemacht“ ,so der Sozialdezernent.


Digitalisierung der Schulen

Ein hohes Tempo hat seit Sommer 2020 die Digitalisierung an den Mainzer staatlichen Schulen aufgenommen. Seitdem konnte das Schulamt für die Schüler bislang 7.614 mobile Endgeräte und für Lehrkräfte 2.003 mobile Endgeräte verteilen. Die Verteilung von 2.000 weiteren Geräten für die Schulen ist in Vorbereitung

„Der Digitalpakt war und bleibt eine Mammutaufgabe, die unsere Fachämter zu stemmen haben. Heute sind bis auf eine alle Schule mit einem Breitbandanschluss und alle mit W-LAN versorgt. Alle Schulen haben jetzt die Möglichkeit, digital zu arbeiten. Die in den Schulkonzeptionen formulierten Ausstattungsbedarfe konnten so gut wie alle bereits gedeckt werden,“ betont Beigeordneter Dr. Lensch.

Modellregion in Rheinland-Pfalz

In der Schullandschaft hat sich in Mainz im zurückliegenden Jahr eine Menge getan. „Besonders freue ich mich, dass Mainz für das Thema Cluster-Schulen als Modellregion in Rheinland-Pfalz wirken darf. Somit wird es künftig möglich sein, die pädagogischen Forderungen nach einem bedarfsgerechten Unterricht auch baulich zu ermöglichen. Besonders anspruchsvoll ist dabei der Prozess, das neue Gymnasium in Mombach mit einem Auftrag zur Inklusion auf den Weg zu bringen. Ich bin zuversichtlich, dass es uns mit Unterstützung des Bildungsministeriums gelingen wird, auch Gymnasien unter dem Gesichtspunkt der Inklusion weiter zu entwickeln und zu öffnen“ so Dr. Lensch.
Auch der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder ab dem Schuljahr 2026/27 wird an den Schulen Veränderungen bringen. Eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe hat bereits ihre Arbeit begonnen und sich neben Bestands- und Bedarfsanalyse die Erstellung eines Konzeptes zur Aufgabe gemacht.

Gemeinsame Standards für alle Kitas

Neue rechtliche Grundlagen für die Kindertagesbetreuung hat auch das neue Kita-Zukunftsgesetz seit dem 1. Juli 2021 geschaffen. Gemeinsame Standards für alle Kitas und eine mindestens 7-stündige Betreuungszeit sollen Eltern ein bedarfsgerechtes Angebot zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen. Zusätzlich soll ein Sozialraumbudget Kitas mit besonderen Bedarfen besondere Unterstützungen wie z.B. Kita-Sozialarbeit ermöglichen.

Gemeindeschwester Plus in der Seniorenarbeit

Im Bereich der Seniorenarbeit konnte das in 2020 gestartet Projekt Gemeindeschwester Plus auch in der Pandemiezeit vielzählige Unterstützungsmaßnahmen für ältere Menschen auf den Weg bringen.

„Der Ausbau unserer niedrigschwelligen Seniorenarbeit war gerade in der Pandemiezeit wichtig, um Vereinsamung vorzubeugen. Hier sehen wir auch für die Zukunft einen wichtigen Beitrag für ein seniorengerechtes Mainz“ betont Dr. Lensch.

Versorgung von obdachlosen Menschen

Die Versorgung obdachloser Menschen ist auch während der Coronapandemie ein Schwerpunkt der Arbeit im Amt für soziale Leistungen. Hier stand unter den besonderen Bedingungen die Frage des Infektionsschutzes und der Quarantänemöglichkeit im Vordergrund. Zur Verbesserung der Betreuungssituation der Betroffenen wurde ein ergänzendes Angebot der Unterbringung geschaffen. Die gute Zusammenarbeit mit den bisherigen und auch neuen Trägern hat hier einen wesentlichen Beitrag zur Vermeidung von Infektionen in dieser Personengruppe geleistet. Zusätzlich erfolgt aktuell eine Bedarfsanpassung an die sich veränderten Rahmenbedingungen zur Versorgung von obdachlosen Menschen.

Weitere Berichte zur Jahresbilanz:

In den folgenden Tagen werden bei BYC-News auch die Jahresbilanzen von Oberbürgermeister Michael Ebling sowie den Beigeordneten Janina Steinkrüger, Marianne Grosse und Volker Hans veröffentlicht werden.