2,5 Jahre wurde umgebaut, nun die Einweihung gefeiert: Die Mainzer Boppstraße ist fertig. Am Montag wurde feierlich die Eröffnung gefeiert, mit einem kleinen Straßenfest mit Musik, Reden und Getränken. „Die Boppstraße ist bei den Mainzern ein fester Begriff, ihre Aufwertung war uns sehr wichtig“, sagte Oberbürgermeister Michale Ebling (SPD). Die Boppstraße sei von zentraler Bedeutung für die Entwicklung der gesamten Neustadt. Er sei „überzeugt, dass sich die neue Boppstraße positiv auf die Neustadt als Wohn- und Einzelhandelsstandort und als Arbeitsplatz auswirken wird“, betonte Ebling.


Die Boppstraße präsentiert sich mit einem neuen Straßenbild, großzügigen Flächen für die Verkehrsteilnehmer, hellgrauem Pflaster und völlig neuer Ausstattung

Die Boppstraße ist die letzte Zufahrts- und Durchfahrtsstraße durch die Mainzer Neustadt, entlang dieser Straße wird eingekauft, zum Friseur gegangen und auch schon mal vor dem Café oder der Kneipe gesessen. Im Frühjahr 2019 hatte die Stadt Mainz den groß angelegten Umbau der Hauptschlagader der Mainzer Neustadt gestartet.

Nun präsentiert sich die Boppstraße mit einem neuen Straßenbild mit großzügigen Flächen für die Verkehrsteilnehmer, hellgrauem Pflaster und völlig neuer Ausstattung: 82 Fahrradbügel, 19 Abfallbehälter und 13 Sitzbänke wurden neu montiert, dazu 16 Bäume neu gepflanzt. Viele Parkplätze blieben auf den Seitenstreifen erhalten, der alte Radweg wurde ersatzlos gestrichen, die Radfahrer bewegen sich gemeinsam mit den Autos auf einer Fahrbahn.

Kernstück der Verkehrsberuhigung ist nicht mehr einfach nur Tempo 30: In der Mitte der Straße gibt es nun eine mehrere Hundert Meter lange Tempo 20(!)-Zone, die zudem in Richtung Innenstadt von einer Schwelle im Boden begrenzt wird: Die Kante soll die Autofahrer abbremsen, was sie auch ziemlich unsanft tut.

Verbesserung der Verkehrssicherheit

Die „Verbesserung der Verkehrssicherheit“ sei ein zentrales Ziel der Umgestaltung der Boppstraße gewesen, sagte die Mainzer Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne): „Die Gehwege sind nun breiter“, die Fahrbahn werde von Kfz- und Radverkehr gleichberechtigt genutzt. „Zudem gibt es viele neue Radabstellanlagen, neue Sitzbänke und Abfalleimer, und nicht zuletzt haben wir durch Nachpflanzungen und einige ergänzende Baumstandorte die Boppstraße nachhaltig begrünt“, sagte Steinkrüger.

„Das Ergebnis der Umgestaltung kann sich sehen lassen“, konstatierte Oberbürgermeister Ebling, und räumte zugleich ein: „Wir wissen, dass die Bauarbeiten für die Bewohner und die Gewerbetreibenden eine Herausforderung waren.“ Tatsächlich hatten gerade die kleinen Geschäfte unter den Bauarbeiten stark gelitten, die Stadt erfand deshalb das Baustellen-Maskottchen „Eduard“, das auf 40 sogenannten Beachflags prangte, und mit ihnen auf geöffnete Geschäfte hinwies.

Möglich wurde die Umgestaltung vor allem durch das Land Rheinland-Pfalz und die Bundesregierung:

Die Umgestaltung wurde maßgeblich mitfinanziert durch das Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt/Sozialer Zusammenhalt“. Dazu aber wurden auch die Anwohner mit ihren Straßenausbaubeiträgen zur Kasse gebeten, die Stadt Mainz hatte ebenfalls einen Eigenanteil zu leisten. Die Gesamtkosten betrugen nach Angaben der Stadt rund 8,4 Millionen Euro.

Insgesamt wurden 5.000 Quadratmeter Asphalt und 6.000 Quadratmeter Betonpflaster für den Straßenbau neu verlegt. Das beigefarbige Pflaster der Gehwege wurde – im Gegensatz zur Münsterstraße – von vorne herein imprägniert. Dazu wurden auch Kanalhausanschlüsse, Gas- und Wasserleitungen erneuert und Kabelschutzrohre für Telekommunikation und neue Straßenleuchten neu verlegt. Nun können Breitbandkabel durch Leerrohre verlegt werden, ohne jedes Mal wieder die Straße großflächig aufreißen zu müssen, heißt es bei der Stadt.

„In der Boppstraße spielt sich ein wichtiger Teil des Lebens der quirligen Mainzer Neustadt ab: Sie ist Wohnort, Treffpunkt, Einkaufsstraße und Verkehrsachse in einem“, sagte Innenminister Roger Lewentz (SPD), der auch zur Einweihung gekommen war. Durch die Neugestaltung erfahre die Boppstraße „einen deutlichen Zugewinn an Aufenthaltsqualität“, dazu kämen mehr Barrierefreiheit, mehr Verkehrssicherheit und eine ansprechendere Gestaltung – das habe das Land gerne unterstützt.