Jede Stadt hat ihren ganz eigenen Klang – das Summen von Gesprächen in den belebten Straßen, das entfernte Hupen von Autos, das Klirren von Kaffeetassen in kleinen Cafés. Doch es gibt daneben noch eine weitere unsichtbare Dimension, die genauso entscheidend dafür ist, wie wir urbane Räume erleben: Der Duft der Stadt.
Von frischem Brot in der Bäckerei über das blumige Aroma eines Parks bis hin zu weniger angenehmen Gerüchen: Düfte beeinflussen unser Wohlbefinden − und sogar unser Verhalten − in hohem Maße. Forschungen zeigen, dass unser Geruchssinn tief mit dem limbischen System im Gehirn verknüpft ist, welches für Emotionen und Erinnerungen zuständig ist.
Das bedeutet, dass ein bestimmter Geruch uns somit blitzschnell in eine bestimmte Stimmung versetzen kann – oder uns an einen Ort erinnern, den wir längst vergessen glaubten.
Jeder Stadtteil riecht anders – Warum das kein Zufall ist
Besonders in Großstädten wie Frankfurt oder Wiesbaden sind Düfte ein prägendes Element. Der Unterschied zwischen dem quirligen Bahnhofsviertel mit einer Mischung aus Essensständen, Autoabgasen und Parfüm, und einem Park am Mainufer, wo der Duft von frisch gemähtem Gras und Wasser in der Luft liegt, ist gewaltig.
Forscher der University of London haben herausgefunden, dass bestimmte Stadtteile anhand ihres Duftprofils sogar klar identifiziert werden können. In einem groß angelegten Experiment ließen sie die Probanden verschiedene Stadtgerüche bewerten – das Ergebnis: Menschen assoziieren die Düfte nicht nur mit bestimmten Orten, sondern auch mit Emotionen wie Sicherheit, Stress oder Entspannung.
Parfüm als tragbare Erinnerung – Die Städte spüren
Düfte sind jedoch nicht nur um uns herum zu finden – wir tragen sie auch an unserem Körper.
Parfüm spielt dabei eine besondere Rolle. Schon seit Jahrhunderten nutzen Menschen Duftkompositionen, um Erinnerungen zu wecken, ihren eigenen Stil zu unterstreichen oder eine bestimmte Atmosphäre zu erzeugen. In der modernen Parfümindustrie gibt es in diesem Zusammenhang eine spannende Entwicklung: Nischenparfüms. Ein Beispiel dafür liefert etwa Hani Perfumes, eine Marke, die sich auf hochwertige Duftzwillinge spezialisiert hat. Solche Parfüms ermöglichen es, klassische Duftnoten von Luxusmarken in einer erschwinglicheren Variante zu genießen – und damit auch Erinnerungen an bestimmte Orte oder Erlebnisse durch die entsprechenden Düfte zu intensivieren.
Gerade in der heutigen Welt, in der Menschen ständig in Bewegung sind, übernimmt ein Parfüm nicht selten eine Art olfaktorische Ankerfunktion.
Düfte als Strategie: Wie Städte mit Gerüchen arbeiten
In manchen Städten wird die Kraft des Duftes sogar gezielt genutzt, um bestimmte Stimmungen zu erzeugen.
Das sogenannte Duftmarketing ist längst kein Geheimtipp mehr – große Einzelhändler setzen schon länger bewusst Aromen ein, um die Kaufentscheidungen ihrer Kunden zu beeinflussen. Auch Hotels arbeiten mit eigens kreierten Düften, um bei Gästen ein Gefühl von Zuhause zu erzeugen.
Aber es geht noch weiter: In einigen Metropolen wird sogar aktiv an der Duftgestaltung von öffentlichen Plätzen gearbeitet. In Singapur etwa gibt es Versuche, Busse mit dezenten Aromen auszustatten, um Fahrgäste zu beruhigen. Auch in Europa setzen einige Flughäfen auf eine sanfte Beduftung, um die in der Regel sehr stressige Atmosphäre zu entschärfen.
Ob Frankfurt, Mainz oder Wiesbaden ähnliche Konzepte übernehmen werden, bleibt noch abzuwarten. Sicher ist aber: Die Macht des Geruchs wird in Zukunft eine noch größere Rolle spielen – egal, ob im Einzelhandel, in der Stadtplanung und in unserem Privatleben.
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