Teil 1 der Interview-Reihe mit der Freiwilligen Feuerwehr Biebesheim | Über 20.000 Freiwillige Feuerwehren gibt es in der Bundesrepublik Deutschland. Wenn es brennt, Menschenleben in Gefahr ist oder ein Sturm Verwüstung angerichtet hat, ist die freiwilligen Helfer rund um die Uhr zur Stelle, um anderen Menschen zu helfen. BYC-News sprach mit Gunther Wienold, dem Gemeindebrandinspektor der Freiwilligen Feuerwehr Biebesheim, und mit Andreas Wondra, Gruppenführer und Medienbeauftragter der Freiwilligen Feuerwehr Biebesheim.


Die Historie der Freiwilligen Feuerwehr

Die Freiwillige Feuerwehr Biebesheim wurde am 3. August 1936 im Saal des historischen Rathauses in Biebesheim gegründet. Mit dem Gesetz über das Feuerlöschwesen vom 23. November 1938 wurde die Freiwillige Feuerwehr Hilfspolizeitruppe. Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges war bis zum Jahre 1940 fast die gesamte Wehr zum Kriegsdienst eingezogen. Aufgrund der häufigen Luftangriffe auf die Städte des Rhein-Main-Gebietes wurde die Feuerwehr Biebesheim im August 1942 auch zu Einsätzen in Mainz, Rüsselsheim und Frankfurt gerufen.

Durch die Initiative des Kreisbrandinspektors Schrötwieser aus Rüsselsheim haben sich im September 1946 insgesamt 45 Feuerwehrkameraden versammelt und ihre Bereitschaft erklärt, die im August gegründete Freiwillige Feuerwehr fortzusetzen.

Die Motorisierung der Feuerwehr Biebesheim begann im Dezember 1941 mit der Übergabe einer Tragkraftspritze TS 8 mit Anhänger, der an Personen und Lastkraftwagen angekuppelt wurde. Die ersten Ansätze zur Motorisierung der Wehr nach dem 2. Weltkrieg erfolgte im Jahre 1949 durch den Kauf eines ausgemusterten Militärfahrzeuges (Dodge) als Zug- und Mannschaftsfahrzeug für die TS 8.

Im Jahre 1963 wurde eine Jugendfeuerwehr gegründet und einige Jahre später, wegen Personalmangel, wieder aufgelöst. Im Jahr 1987 wurde auf Initiative von Klaus Zimmermann die Jugendfeuerwehr wieder neu gegründet.

Eine gute Ausrüstung ist das A und O

Um Brände zu löschen und Menschenleben zu retten, braucht jede Feuerwehr eine gute Ausrüstung und Ausstattung. Auch für Freiwillige Feuerwehren ist es enorm wichtig, dass sie für den Notfall gut ausgerüstet sind, denn auch sie riskieren ihre eigene Gesundheit, um anderen zu helfen.

„Im Vergleich zu anderen haben wir schon eine recht große Feuerwehr, besonders wenn man bedenkt, dass wir keinen Stützpunkt haben. Grundsätzlich sind wir auch sehr gut ausgestattet. Klar denkt man auch immer mal wieder darüber nach, was eventuell noch fehlt, aber ich bin da schon sehr zufrieden“, sagt Andreas Wondra.


So sieht der Fuhrpark der Feuerwehr Biebesheim aus:

  • Kommandowagen
  • Einsatzleitwagen
  • Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug
  • Drehleiter mit Korb
  • Löschgruppenfahrzeug
  • Gerätewagen Nachschub
  • Mannschaftstransportwagen
  • Mehrzweckboot
  • kleineres Rettungsboot
  • Pulverlöscher als Anhänger
  • Gabelstapler
  • Quad – Honda ATV
  • PKW Planen-Anhänger

Einsatzstellenhygiene wird immer wichtiger

Im Jahr 2023 soll ein neuer Gerätewagen Nachschub beschafft werden. „Das wird dann unser neues Zugfahrzeug für unser Rettungsboot. Genutzt wird das Fahrzeug dann aber auch für die Einsatzstellenhygiene, wobei es vor allem um die Gesundheit der Feuerwehrleute nach dem Einsatz geht. Das machen wir zur Zeit noch etwas provisorisch und improvisieren da auch mal. Doch es ist natürlich schöner, wenn man ein Fahrzeug hat, wo man sich auch mal aufwärmen oder nach dem Einsatz direkt vor Ort umziehen kann“, so Gunther Wienold.

Ein weiteres Löschfahrzeug wäre notwendig

Weiter erklärt er: „Wir haben auch ein neues Löschfahrzeug bekommen, das einen kleineren Wassertank hat als das vorherige. Laut dem Bedarfs- und Entwicklungsplan brauchen wir mehr Wasser, sodass eigentlich auch noch ein Tanklöschfahrzeug fehlt. Das könnten wir zwar mit der Nachbarwehr abdecken, wenn die aber zeitgleich auch im Einsatz sind, wird es knapp“, so Wienold.

Besonders, weil es in Biebesheim sieben Störfallbetriebe mit erweiterten Maßnahmen gebe, beispielsweise Chemiebetriebe, sei ein weiteres Tanklöschfahrzeug grundsätzlich notwendig. „Eine spezielle Schulung für Brände in solchen Betrieben gibt es für uns nicht. Wenn es wirklich mal in einem Chemiebetrieb brennen würde, wird natürlich auch direkt ein Fachberater zur Hilfe geholt. Auch einige Feuerwehrleute hier arbeiten in einem Chemiebetrieb, sodass da auch einiges an Fachwissen da ist“.

1.200 Euro für die Schutzkleidung einer Einsatzkraft

„Auch was die Kleidung angeht, sind wir natürlich gut ausgestattet. Und die Kleidung ist alles andere als günstig. Allein für eine Brandschutzjacke für die Feuerwehr zahlt man 600 Euro. Die gesamte Ausstattung für einen Feuerwehrmann kostet rund 1.200 Euro. Diese Kosten werden von der Kommune übernommen“, erklärt Andreas Wondra

Weitere Teile der BYC-News Serie

BYC-News hat in dem Interview mit der Freiwilligen Feuerwehr Biebesheim noch über weitere Themen gesprochen, welche die Arbeit der Einsatzkräfte betreffen. Die Berichte werden in den kommenden Tagen veröffentlicht.

Weitere Teile der BYC-News Serie

BYC-News hat in dem Interview mit der Freiwilligen Feuerwehr Biebesheim noch über weitere Themen gesprochen, welche die Arbeit der Einsatzkräfte betreffen. Die Berichte werden in den kommenden Tagen veröffentlicht.

Teil 1: Die Freiwillige Feuerwehr Biebesheim am Rhein besteht seit 1936

Teil 2: Freiwillige Feuerwehr Biebesheim – Es werden immer weniger Aktive

Teil 3: Sich engagieren und Großartiges erleben bei der Jugendfeuerwehr Biebesheim

Teil 4: Die Freiwillige-Feuerwehr Biebesheim als passives Mitglied unterstützen

Teil 5: Freiwillige Feuerwehr Biebesheim: Einsätze die im Gedächtnis bleiben