Am Wochenende wird die Uhr um eine Stunde vorgestellt. Eigentlich hatte die EU beschlossen, dieses Procedere abzuschaffen – kann sich jetzt aber nicht über das Wie einigen. Eine Umfrage der Krankenkasse DAK-Gesundheit ergibt nun: Eine deutliche Mehrheit glaubt nicht, dass die EU diesen Schritt noch vollzieht.


„Die Zeitumstellung ist der Jetlag des Kleinen Mannes“, spöttelte einst TV-Komiker Harald Schmidt. Doch die Deutschen nehmen das Thema ernst und lehnen die Umstellung ab: 72 Prozent der Befragten lehnen das halbjährliche Vor und Zurück des Stundenzeigers ab. Das hat eine Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit ergeben.

Die EU hatte ebenfalls eine Umfrage dazu gestartet, daran hatten sich in der Mehrheit Deutsche beteiligt. Die kam zu dem gleichen Ergebnis: Die halbjährliche Umstellung der Uhr soll abgeschafft werden. Das hat die EU denn auch beschlossen – nur ist es noch nicht umgesetzt und die Union kann sich nicht einigen, wann und wie das geschehen soll.

Deutsche zweifeln an der EU

Die Deutschen glauben in der Mehrheit nicht, dass es noch passiert. Zumindest ergibt das die Umfrage der DAK. Demnach traut fast zwei Drittel der Befragten der EU diesen Schritt in absehbarer Zeit nicht zu.

Und auch wenn Schmidt Witze gemacht hat. Für viele sind die Folgen ernst: „24 Prozent der Befragten geben an, aufgrund der Zeitumstellung schon einmal gesundheitliche Probleme gehabt zu haben“, sagt Franziska Kath, Diplom-Psychologin der DAK-Gesundheit. Sie empfiehlt, die ersten Tage ruhiger anzugehen, dann stelle das Zeitgefühl sich von alleine wieder ein.

In der Bundesrepublik wurde die Umstellung 1980 eingeführt – als Reaktion auf die Öl- und Energiekrise der 70er Jahre. Es sollte mehr Tageslicht genutzt werden. In den vergangenen drei Jahren haben sowohl das Europäische Parlament und Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker beschlossen, dass die Umstellung aufhört. Doch damit müssen die Mitgliedsstaaten einverstanden sein – und die können sich nicht darauf einigen, ob permanent Sommer- oder Winterzeit gelten soll.