Der Frauenanteil bei der rheinland-pfälzischen Polizei ist in den zurückliegenden Jahren stetig gestiegen und soll nach dem Willen der Landesregierung weiter steigen. Zudem sollen Frauen mehr Führungsverantwortung in der Polizei übernehmen. Dieses Ziel hat Innenstaatssekretärin Nicole Steingaß im Rahmen eines Austauschs mit Polizeibeamtinnen aus den verschiedenen Polizeibehörden des Landes anlässlich des Weltfrauentags am 8. März bekräftigt. Bei dem Treffen im Innenministerium wurden Fortschritte, Herausforderungen und Perspektiven von Frauen im Polizeidienst besprochen.


„Frauen in Polizeiuniform in der Schutzpolizei sorgen seit fast 35 Jahren für Recht und Ordnung in Rheinland-Pfalz.“

Der Frauenanteil in unserer Polizei ist in den zurückliegenden Jahren stetig auf jetzt rund 28 Prozent gestiegen. Ein Rekord-Frauenanteil von fast 40 Prozent im aktuellen Bachelorstudiengang an der Hochschule der Polizei zeigt zudem, dass viele junge Frauen ihre berufliche Zukunft im Polizeidienst sehen. Mir ist es ein großes Anliegen, diese Frauen zusammenzubringen und zu vernetzen. Denn Frauen sollten sich gegenseitig unterstützen, um im Beruf und in allen anderen Lebensbereichen Gleichstellung und Einfluss zu erlangen. Die rheinland-pfälzische Polizei profitiert enorm von einem wachsenden Anteil an Frauen mit ihren unterschiedlichen professionellen Fähigkeiten und familiären Hintergründen. Deshalb setzt sich die Landesregierung aktiv dafür ein, auch weiterhin mehr Frauen für den Polizeidienst zu gewinnen und ihnen berufliche Aufstiegsperspektiven bei gleichzeitiger Vereinbarkeit von Familie und Karriere zu ermöglichen“, sagte Staatssekretärin Steingaß im Rahmen des Austauschs.

Steingaß betonte, dass innerhalb der Polizei ein breites Bündel an Maßnahmen umgesetzt werde, um insbesondere den Frauenanteil in Führungsposition zu erhöhen.

„Frauen haben auch heute noch regelmäßig besondere Herausforderungen zu stemmen, um den Spagat zwischen Familie, Beruf und Karriere zu bewältigen. Deshalb bieten wir Frauen in der Polizei ein gezieltes Mentoring-Programm an, das sie an die Übernahme von Führungsaufgaben heranführen soll. Dieses startet 2022 bereits in die fünfte Programmrunde und ich freue mich, dass erneut 39 Kolleginnen die Möglichkeit haben werden, von diesem Programm zu profitieren“, sagte die Staatssekretärin.

Am informellen Austausch anlässlich des Weltfrauentages nahmen Beamtinnen aus den Polizeipräsidien und dem Landeskriminalamt sowie eine Studentin der Hochschule der Polizei teil. Unter ihnen war auch die Erste Polizeihauptkommissarin Claudia Müller, die am 1. April 1987 erste Schutzpolizistin des Landes Rheinland-Pfalz wurde. Sie sieht eine positive Entwicklung in Sachen Gleichstellung bei der rheinland-pfälzischen Polizei.

„Als erste und zunächst einzige Frau gab es in den Anfangsjahren einige Herausforderungen. So war für mich beispielsweise keine passende Uniform vorhanden und auch getrennte Umkleiden mussten erst eingeführt werden. Meiner Einschätzung nach haben sich die Fördermöglichkeiten von Frauen jedoch positiv entwickelt. In der rheinland-pfälzischen Schutzpolizei haben sich Frauen mittlerweile etabliert und werden sowohl in der Bevölkerung als auch in der Führung der Polizei als gleichwertige Mitarbeiterinnen angesehen. Die Gleichstellungsbeauftragen der Behörden leisten dabei mit ihrer engagierten Arbeit einen wertvollen und wichtigen Beitrag“, sagte Müller beim Austausch im Innenministerium.