Stadtverwaltung Mainz: Im Juli 2019 erfolgte der offizielle Startschuss für den Umbau des Kulturheimes Weisenau. Für die Baumaßnahme erfolgte über das Kommunale Investitionsprogramm (KI) 3.0 eine Förderung von insgesamt 3,92 Mio. Euro, nach dem zunächst lediglich 2,8 Mio. Euro taxiert waren. Die erhöhte Förderung war notwendig geworden, da die damals vorgefundene Bausubstanz eine weitreichende Umplanung erforderlich gemacht hatte. Insgesamt schlug das Projekt mit 5,5 Mio. Euro zu Buche. BYC-News war vor Ort.


Am heutigen Tage wurde das Kulturheim Weisenau in Anwesenheit von Baudezernentin Marianne Grosse unter das Dach der Mainzer Bürgerhäuser GmbH überführt

Diese wird das Kulturheim künftig betreiben und verwalten. Geschäftsführer Günter Beck bedankte sich herzlich: „Mit dem neuen Kulturheim gewinnen wir neben den Bürgerhäusern Hechtsheim und Finthen eine weitere bürgernahe Veranstaltungshalle hinzu, die im Ortskern und dem Vereinsleben fest verankert ist. Ich denke, viele Vereine und Gruppen in Weisenau atmen nun nach einer Zeit der Improvisationen durch – das Vereinsleben in Weisenau gewinnt mit diesem attraktiven Magnet enorm hinzu.“

Die Stadt Mainz hatte an das Kulturheim grenzende Nachbargrundstück Friedrich-Ebert-Straße 59 erworben, wodurch die zuvor nicht mögliche Erweiterung der Halle mit der grenzständigen Bebauung zur Straße und zu den Nachbarn mit vernünftiger Andienung erst möglich wurde.

„Das nun fertiggestellte Kulturheim Weisenau wird über ein größeres Foyer erschlossen, der große Saal kann geteilt und separat genutzt werden

Zugleich wurde ein zusätzlicher Mehrzweckraum geschaffen. Mit dem Einbau eines neuen Treppenhauses und eines Aufzuges sowie der Verlagerung der WC-Anlagen wurde auch die Barrierefreiheit sichergestellt. Alle technischen Anlagen und Installationen wurden komplett erneuert“, erläutert Baudezernentin Marianne Grosse die zentralen Maßnahmen. „Das Kulturheim ist ein richtiges Schmuckstück geworden und ich freue mich sehr, dass es jetzt in Betrieb gehen kann.“

Das ursprüngliche Gebäude war in den 1950er Jahren zu großen Teilen in Eigenleistung der Weisenauer erstellt worden, entsprach letztlich aber in Ausstattung, Substanz und statischen Ansprüchen nicht mehr den heutigen Bauanforderungen.

Oberbürgermeister Michael Ebling

„Das Gebäude musste daher niedergelegt und in der bekannten Kubatur wieder aufgebaut werden. Dazu war jedoch das Plazet der Nachbarn erforderlich, die allesamt dem Bauvorhaben zustimmten. Durch den Zukauf des Nachbargrundstückes konnte die Zugangssituation zugleich deutlich verbessert werden, so dass ein seitlich gelagertes langgezogenes Foyer die Tiefe des Grundstücks ausnutzt und den Gästen eine klare Orientierung bietet.

Mein besonderer Dank gilt im Rückblick zugleich der erweiterten finanziellen Unterstützung von Seiten des Landes, das seine Zuwendung aufgrund der damals kritischen Bausubstanz deutlich aufgestockt hatte. Das war keineswegs selbstverständlich und hat es uns erst ermöglicht, die Kulturhalle ohne weitere Probleme zu realisieren. Wir freuen uns außerordentlich, dass wir nun wieder in die Nutzung gehen können.“

Hintergrund

  • Für die ressourcenschonende Stromversorgung wurde eine 130 m² große Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des großen Saals installiert, welche die Lüftungsanlage mit Strom versorgt.
  • Das Gebäude ist komplett barrierefrei zu erreichen (Rampen im Außenbereich, Aufzug innen)
  • Für Sehbehinderte: Taktiles Leitsystem, beginnend an der Grundstücksgrenze/Bürgersteig, weitergeführt im Gebäudeinnern/Foyer, hin zu Garderobe, Saal, Aufzug, Sanitärbereichen.- Personenaufzug Kellergeschoss – 1. OG
    – Plattformlift für RS-Nutzer / Gehbehinderte auf die Bühne (im Backstagebereich)
    – 2 Behinderten-Toilettenräume, einer davon als sog. Service-WC mit Krankenliege
    – Induktionsschleife in beiden Veranstaltungssälen

Zahlen, Daten, Fakten:

Grundstücksgröße: 1.584m²
Grundfläche Kulturheim: 1.224m²
Nutzfläche Kulturheim: 1.260m²

Max. Belegung „Weisenauer Saal“: 661 Personen
Max. Belegung Mehrzwecksaal: 190 Personen
Max. Belegung Galerie: 217 Personen