Das Diakonie Krankenhaus Bad Kreuznach hat Männer über 50 Jahre dazu aufgerufen, sich regelmäßig auf Darmkrebs untersuchen zu lassen. Jedes Jahr würden 60 000 Menschen in Deutschland an Darmkrebs erkranken – für die Hälfte der Betroffenen verlaufe die Krankheit tödlich.


„Die Darmspiegelung kann Leben retten und ist dabei völlig schmerzfrei, da sie im Schlaf durchgeführt wird“, sagt Dr. Markus Höcker, Leiter der Endoskopie am Kreuznacher Krankenhaus, das zur Stiftung Kreuznacher Diakonie gehört. Männer sollten daher ab einem Alter von 50 Jahren regelmäßig zur Vorsorge gehen – Frauen gehörten ab 55 Jahren zur Risikogruppe.

Menschen mit direkten Verwandten, die bereits an Darmkrebs erkrankt waren, sollten schon ab dem 40. Geburtstag zur ersten Vorsorge gehen. Weitere Alarmzeichen seien Blut im Stuhlgang oder generell ein verändertes Verhalten im Stuhlgang.

Polypen entfernen

Die Darmspiegelung sei die denkbar dankbarste Form der Vorsorge. Schließlich passiere sie im Schlaf. Sollten Polypen als Vorstufe des Darmkrebs entdeckt werden, könnten diese „völlig schmerzfrei während der Darmspiegelungs-Sitzung entfernt werden. Selbst kleine und bösartige Neubildungen könnten ohne Operation entfernt werden.

„Wenn Patienten an Dick- und Mastdarmkrebs erkrankt sind, wird häufig eine Operation erforderlich“, sagt Dr. Gunnar Proff, Chefarzt der Viszeralchirurgie. Der Krebs sei heilbar. Aber es spiele eine entscheidende Rolle, wie früh die Diagnose vorliege und eine Operation möglich sei. Die Operationen selber seien dann auch mit kleinen Schnitten durchführbar, “ sodass ein künstlicher Darmausgang nur noch selten erforderlich ist“, wie Proff sagt.


Höcker ist an diesem Donnerstag, von 8 bis 9 Uhr zu Gast bei Antenne Bad Kreuznach, um über das Thema Darmkrebs und Vorsorge zu berichten.