Das Thema Klimaschutz wird auch in Ginsheim-Gustavsburg immer wichtiger. Gleichzeitig spüren alle zur Zeit, dass die Energiepreise immens steigen, der Stromverbrauch aber auch immer höher wird. Christina Gohl, Bürgermeisterkandidatin von Bündnis 90 / Die Grünen, hat hierfür einen konkreten Plan, um dieses Problem anzugehen und gleichzeitig einen Mehrwert für die Bürger zu schaffen. BYC-News sprach mit ihr darüber.


Dächer in Ginsheim-Gustavsburg mit Photovoltaik ausstatten

„Ich möchte das Thema klimafreundlichen Energiewandel für alle Bürger in Ginsheim-Gustavsburg umsetzen. Ein wichtiger Punkt ist für mich dabei die Bürger-Energiegenossenschaft, die ich in jedem Fall voranbringen möchte“, sagt die Kandidatin.

Doch was genau ist eine Bürger-Energiegenossenschaft? Christina Gohl erklärt dazu: „Es geht darum, Strom hier in Ginsheim-Gustavsburg für uns zu produzieren und dadurch Ökonomie und Ökologie wieder mehr zusammendenken. Bislang gibt es kaum Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern in der Stadt. Das ist auf der einen Seite verständlich, da nicht alle Bürgerinnen und Bürger das Geld besitzen, um so etwas umzusetzen. Eine Genossenschaft gibt ihnen die Möglichkeit dazu, ihren Strombedarf sauber und kostengünstig zu decken.“

Bürger bekommen günstigen Strom und tun etwas für die Umwelt

„Mitglieder können ihre Dächer zur Verfügung stellen, wieder andere Mitglieder können Anteile erwerben und so die Photovoltaik-Anlage gemeinsam finanzieren. Der Vorteil ist, dass auch Mieter, die kein eigenes Dach besitzen, Mitglied werden und Anteile kaufen können. Am Ende bekommt man dann dafür günstigen Strom und tut gleichzeitig etwas für den Klimaschutz“, so Gohl.

Die Stadt und Baugesellschaften mit ins Boot holen

Durch das Amt als Bürgermeisterin hätte Christina Gohl natürlich nochmal ganz andere Möglichkeiten und könnte dann auch gleich die Stadt mit ins Boot holen. „Mir wäre dann natürlich wichtig, dass wir als Stadt Ginsheim-Gustavsburg mit gutem Beispiel vorangehen und beispielsweise als erstes die Schul- und Kitadächer ausstatten“, erklärt sie.

Dann könne man beispielsweise auch versuchen, unsere kommunalen Wohnungsbaugesellschaften mit ins Boot zu holen und sie für diese Idee zu begeistern. So würden auch immer mehr Eigenheimbesitzer darauf aufmerksam und erkennen, welchen Vorteil das für sie persönlich bringe. „Und wir kennen es alle: Wenn wir von etwas begeistert und überzeugt sind, dann erzählen wir es auch anderen und überzeugen sie von den Vorteilen. So können nach und nach immer mehr Dächer mit Photovoltaik ausgestattet werden“, sagt Gohl.

Aktuell steigende Energiepreise machen die Notwendigkeit deutlich

Aktuell bekommen wir alle zu spüren, wie stark die Gas- und Strompreise steigen. Gleichzeitig wird aber durch E-Autos auch der Verbrauch steigen. „Das ist jetzt eben der Gang der Zeit und genau dafür müssen wir Antworten und Lösungen finden. Ich halte daher eine solche Bürger-Energiegenossenschaft für sehr sinnvoll und im Prinzip auch für unverzichtbar. Wir können es uns nicht mehr leisten, die Energie einfach auf den Dächern liegen zu lassen und nicht zu nutzen. Deshalb freut es mich umso mehr zu merken, dass bei den Bürgern in Ginsheim-Gustavsburg gerade auch ein Umdenken stattfindet und für meine Idee ein großes Interesse besteht. Die Menschen merken, dass damit ein Problem gelöst werden würde und gleichzeitig noch jeder einzelne einen Vorteil dadurch hätte. Da ist die Resonanz gerade sehr positiv und sehr hoch“, berichtet Christina Gohl.

Am 16. November wird online eine Auftaktveranstaltung zum Thema Bürgerenergie Genossenschaft stattfinden. Dabei sollen Interessierte nochmal aufgeklärt werden und natürlich auch Fragen stellen können. Ebenfalls mit dabei sein wird Dr. Phillipp Veit, Vorstand der UrStrom BürgerEnergie Genossenschaft Mainz eG, der von seinen Erfahrungen berichten wird.

Die Veranstaltung findet Online via Zoom statt und steht allen Interessierten offen. Wer teilnehmen möchte kann sich unter Christina-Gohl.net anmelden und erhält dort den Zugang für die Veranstaltung.