Zahlreiche Frauen reisten einst aus Deutschland nach Syrien und in den Irak, um sich der Terrormiliz IS anzuschließen. Nun sind einige von ihnen mitsamt ihren Kindern wieder zurückgekehrt und in der Nacht am Flughafen Frankfurt gelandet. Für die meisten heißt es aber zunächst: Haft statt Freiheit.


Acht Frauen mit 23 Kindern zurück geholt

Mit einer weiteren Rückholaktion hat die Bundesregierung acht Frauen nach Deutschland fliegen lassen, die sich vor einigen Jahren der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) angeschlossen haben sollen. Zuletzt lebten die acht deutschen Frauen und ihre 23 Kinder im Gefangenenlager Roj im Nordosten Syriens, das unter kurdischer Verwaltung steht.

Es handelt sich um Fälle, die nach Einschätzung insbesondere auch der lokalen Stellen als besonders schutzbedürftig eingestuft wurden. Im Kern handele es sich um Kinder mit Erkrankungen oder mit Sorgeberechtigten in Deutschland und um deren Geschwister und Mütter. Die Operation erfolgte gemeinsam mit Dänemark, das 14 Kinder und drei Frauen zurückholte.

Außenminister Heiko Maaß dazu

„Ich bin froh, dass wir heute Nacht weitere 23 deutsche Kinder und 8 dazugehörige Mütter aus dem Lager Roj in Nordostsyrien nach Deutschland zurückholen konnten. Die Kinder trifft keine Schuld an ihrer Lage. Es ist richtig, dass wir alles dafür tun, ihnen ein Leben in Sicherheit und einem guten Umfeld zu ermöglichen. Die Mütter werden sich vor der Strafjustiz für ihr Handeln verantworten müssen. Ein Großteil von ihnen wurde nach Ankunft in Deutschland in Haft genommen.

Die Lage in der Region ist sehr schwierig, Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Durch die Corona-Pandemie und den wirtschaftlichen Kollaps hat sich die Situation weiter verschärft. Die Menschen in Syrien– auch unsere Ansprechpartner – stehen täglich vor extremen Herausforderungen. Unseren Ansprechpartnern vor Ort, vor allem der kurdischen Selbstverwaltung in Nordostsyrien, gebührt großer Dank dafür, dass sie uns dennoch in den vergangenen Monaten nach Kräften bei der intensiven Vorbereitung unterstützt haben.

Nicht nur für uns, sondern für alle Beteiligten war die Aktion ein Kraftakt. Ich danke unseren dänischen Partnern, mit denen wir gemeinsam die Rückholung durchgeführt haben und unseren amerikanischen Partnern, die logistische Unterstützung geleistet haben.“