Es muss unter allen Umständen sichergestellt werden, dass Hausarztpraxen zuverlässig mit allen zugelassenen Corona-Impfstoffen versorgt werden. Das fordert der Hausärzteverband Rheinland-Pfalz e.V..


Praxen sind kein beliebiges „add on“ zu Impfzentren

Die in Kalenderwoche 16 ab 19.4.2021 bundesweit geplante Halbierung der Liefermengen von Biontech-Impfdosen für die Praxen zugunsten einer verstärkten Belieferung von Impfzentren stößt auf entschiedenen Widerstand der rheinland-pfälzischen Hausärzteschaft. „Der Kampf gegen die Pandemie wird in den Hausarztpraxen entschieden werden. Praxen sind kein beliebiges „add on“ zu Impfzentren, sondern DER zentrale Schlüssel zum Impferfolg“, so die Vorsitzende des Hausärzteverbands Rheinland-Pfalz Dr. Barbara Römer

Zugang zu allen Impfstoffen gefordert

Darüber hinaus ist das Ansinnen auf Bundesebene, AstraZeneca wegen des höheren Beratungsbedarfs alleine in den Hausarztpraxen zu verimpfen, in jeder Hinsicht ein falscher Weg. „Wir Hausärzte sind die Impf-Profis und können unsere Patientinnen und Patienten nur dann kompetent beraten und gut versorgen, wenn wir auch Zugang zu allen Impfstoffen haben“, so Dr. Heidi Weber, 2. Vorsitzende.

Dr. Buchheit erklärt: „Der überwiegende Wunsch der Bürgerinnen und Bürger ist die Impfung in einer vertrauten Praxisstruktur. Die Hausarztpraxen werden seit dem Impfstart bestürmt mit Anfragen.“ Doch die Praxen werden unmittelbar nach dem Start zugunsten der Bestandssicherung der neu geschaffenen, teuren Impfzentren wieder ausgebremst. „Wer so agiert, gefährdet auch eine zukunftsweisende Sicherstellung hausärztlicher Praxisstrukturen in Deutschland, die sich gerade jetzt, in Zeiten der Pandemie als essenzieller Baustein der ambulanten Versorgung erneut bewährt haben.“, so Römer.

„Was muss denn noch alles geschehen, um endlich zu verstehen, dass der Schlüssel zum Impferfolg vor allem in den Hausarztpraxen liegt?“, fragt Dr. Klaus Korte.

Tägliche Impfquote innerhalb weniger Tage bundesweit verdoppelt

Der Impfstart gegen Corona in den Praxen ist schon jetzt ein großer Erfolg. Die tägliche Impfquote hat sich innerhalb weniger Tage bundesweit verdoppelt. Wer diesen erfolgreichen Start durch massive Lieferkürzungen für die Praxen gefährdet, verspielt jeglichen Rest an Vertrauen.

„Breites und schnelles Impfen in den hausärztlichen Praxen war für viele Menschen ein Hoffnungsschimmer, der auf keinen Fall wieder gelöscht werden darf. Die Menschen und die Pandemie würden dies kaum verzeihen“, stellt die Vorsitzende des Hausärzteverbands Rheinland-Pfalz deshalb klar.