Es ist das Ende einer Traditionsmarke im deutschen Lebensmittelhandel. Wie das Mutterunternehmen, die Genossenschaft Migros Zürich (GMZ), am Mittwoch (11. März 2026) mitteilte, wird sich Tegut bis Ende 2026 vollständig aus dem deutschen Markt zurückziehen. Die Verluste der auf Bio-Produkte spezialisierten Kette waren zuletzt in existenzbedrohende Höhen gestiegen.
Edeka und Rewe teilen Tegut-Märkte unter sich auf
Für einen Großteil der rund 340 Filialen gibt es bereits eine Zukunftslösung, sofern das Kartellamt zustimmt. Rund die Hälfte aller Standorte soll an den Branchenriesen Edeka gehen. Eine „hohe zweistellige Anzahl“ an Märkten wird voraussichtlich von Rewe übernommen.
Besonders Edeka sichert sich dabei nicht nur Verkaufsflächen: Der Konzern übernimmt zusätzlich das hochmoderne Logistikzentrum in Michelsrombach, die hauseigene Bäckerei Herzberg sowie die Betreibergesellschaft „Smart Retail Solutions“. Was Edeka für dieses umfangreiche Paket bezahlt, wurde bisher nicht kommuniziert. Für die verbleibenden Standorte befindet sich die Migros aktuell in Verhandlungen mit weiteren Handelsketten.
Massive Verluste führen zum Rückzug
Der Grund für den drastischen Schritt ist rein finanzieller Natur. Tegut schreibt seit Jahren tiefrote Zahlen. Trotz diverser Sanierungsbemühungen spitzte sich die Lage zuletzt dramatisch zu. Allein im Jahr 2025 verzeichnete das Unternehmen einen operativen Verlust von rund 29 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr sogar ein Minus von 60 Millionen Euro zu Buche stand. Insgesamt wird der aufgelaufene Verlust auf etwa 600 Millionen Euro geschätzt.
Migros-Chef Patrik Pörtig begründete das Aus mit dem „extrem aggressiven“ Wettbewerb in Deutschland. Vor allem die Dominanz der Discounter Aldi und Lidl sowie der allgemeine Konkurrenzdruck hätten es Tegut unmöglich gemacht, profitabel zu arbeiten.
Zukunft der 7.400 Mitarbeiter
Am Mittwochmorgen wurden die rund 7.400 Beschäftigten über das Ende der Marke informiert. Ein Lichtblick bleibt: Für die Mitarbeiter in den Filialen, die von Edeka übernommen werden, gibt es bereits eine Übernahmegarantie. Edeka hat angekündigt, das Personal an diesen Standorten weiterzubeschäftigen. Was mit den Angestellten in der Zentrale und an den noch nicht verkauften Standorten geschieht, ist derzeit Gegenstand der weiteren Abwicklungsplanung.
Bis zum endgültigen Verschwinden der Marke Tegut Ende 2026 wird der Betrieb schrittweise auf die neuen Eigentümer übertragen oder eingestellt.




