Landrat Thomas Will und Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer haben die Menschen im ganzen Kreis Groß-Gerau dazu aufgerufen, Unterbringungsmöglichkeiten für die Geflüchteten aus dem Kriegsgebiet anzubieten.


„Die schlimmsten Befürchtungen sind wahrgeworden“

„Wir sind zutiefst bestürzt über den Krieg mitten in Europa. In dieser dramatischen Lage ist Unterstützung dringend notwendig“, sagte Astheimer am Montag (28. Februar 2022). „Ich bitte alle Menschen im Kreis zu prüfen, ob sie kurzfristig Wohnraum zur Verfügung stellen können“, so der Sozialdezernent.

Der Fachbereich Soziale Sicherung des Kreises Groß-Gerau werde bei der Quartiersuche fachlich und organisatorisch unterstützen, so Fachbereichsleiter Oliver Hegemann. Er erinnerte daran, dass der Kreis schon einmal, im Herbst 2015, binnen kurzer Zeit Unterbringungsmöglichkeiten für Geflüchtete bereitstellen konnte. „Wir hoffen, dass wir möglichst viele private Lösungen finden können. Wir arbeiten auf Hochtouren und denken natürlich auch darüber nach, ob und wie wir Sammelunterkünfte binnen kurzer Zeit errichten können“, so Astheimer und Will.

Die Weltlage habe sich dramatisch verändert, so Astheimer. „Noch vor wenigen Tagen haben viele eine Invasion Russlands in der Ukraine als Hirngespinst abgetan. Doch die schlimmsten Befürchtungen sind wahrgeworden: Granaten schlagen in Wohnhäuser in Kiew ein, verzweifelte Frauen mit ihren Kindern und dem Nötigsten in der Tasche sind auf der Flucht. Es ist wieder Krieg in Europa, und wir dürfen nicht einfach wegsehen“, betonten Will und Astheimer.

Der Kreis bereitet sich wie viele andere Institutionen nun auf die Ankunft der Geflüchteten vor

„Noch wissen wir nicht, wie viele Menschen zu uns kommen werden, der russische Überfall auf die Ukraine hat bereits Hunderttausende Menschen in die Flucht gezwungen“, so Astheimer: „Ich bin überzeugt, dass wir uns im Kreis auch heute wieder auf das solidarische Miteinander aller Akteure verlassen können, die wir schon 2015 erlebt hatten“, so Astheimer. Diese Tradition, dass Groß-Gerau ein weltoffener Kreis ist, gebe ihm die Zuversicht, auch die aktuelle Herausforderung zu meistern.

Wer freie Unterkünfte zur Verfügung stellen möchte, kann sich an die Kreisverwaltung Groß-Gerau per Mail an fluechtlinge@kreisgg.de oder per Telefon unter der Rufnummer 06152 989-638 melden.