Die Fertigstellung der Südumgehung Worms (B47 neu) wird sich von 2024 auf den Sommer 2028 verschieben. Dies teilten Vertreter des Landesbetrieb Mobilität (LBM) Worms in der öffentlichen Sitzung des Bau- und Mobilitätsausschusses im Rathaus der Stadt Worms mit.

Im August 2016 wurde im Auftrag des LBM Worms mit dem Neubau der vierstreifigen, insgesamt 2,4 Kilometer langen Südumgehung Worms begonnen

Die geschätzten Gesamtkosten für Grunderwerb (6,7 Millionen Euro) und Baukosten (29,7 Millionen Euro) lagen seinerzeit bei insgesamt rund 36,4 Millionen Euro (Stand: August 2016). Geplant war auf Grundlage von Erfahrungswerten eine Bauzeit von rund sechs Jahren und ein jährlicher baulicher Umsatz von rund fünf Millionen Euro.

Der erste und zweite Bauabschnitt zwischen der Anschlussstelle K 17 Kolpingstraße bis zur Anschlussstelle Horchheimer Straße konnte am 23. Mai 2020 für den Verkehr frei gegeben. Seitdem laufen die Vorbereitungen für den derzeit im Bau befindlichen Straßen-, Tief- und Ingenieurbau im dritten Bauabschnitt „Klosterstraße“.

Neben Kreisverkehren und Straßenbauarbeiten werden aktuell Lärmschutzwände und eine Stützwand (Höhe Klosterstraße Nr. 80) hergestellt. Der dritte Bauabschnitt zwischen der Weinsheimer Straße und dem Bauende an der L523 im Süden von Worms soll jetzt bis 2028 fertig gestellt sein. Ab 2024 werden die Rad- und Fußgängerunterführung „Klosterstraße“, die Verrohrung des Maria-Münster Baches und die Straßenbrücke „B47 neu“ über die ehemalige Klosterstraße in die bauliche Vorbereitung und Umsetzung gehen.

Erst danach kann ab 2026 der Straßendamm und der Straßen- und Tiefbau mit Straßenausstattung der vierstreifigen „B47 neu“ bis 2028 abgeschlossen werden.

Die verlängerte Bauzeit hat mehrere Gründe

Zum einen haben die notwendigen Voruntersuchungen und die Entsorgung von Altlasten im Baufeld deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen als ursprünglich vorgesehen. Zum anderen ist das Bauen im städtischen Bereich wegen der Verlegung von Leitungen (Gashochdruckleitungen, Strom, Telekommunikation, etc.) und der komplexen Verkehrsführungen zur baulichen Umsetzung unter Verkehr sehr zeitintensiv.

Der dritte Bauabschnitt ist wegen seiner Ingenieurbauwerke der technisch anspruchsvollste Teil der Südumgehung. Die Voruntersuchungen, die Bauvorbereitung und die Ausführungsplanung der insgesamt elf Ingenieurbauwerke, wie Lärmschutzwände, die Fuß- und Radwegunterführung Klosterstraße und die Teilverrohrung des Maria-Münster-Baches haben für die Planung und Vorbereitung der öffentlichen Ausschreibungen mehr Zeit, als ursprünglich veranschlagt, in Anspruch genommen. In den letzten Jahren wirken sich trotz ausreichender freier Stellen beim LBM Worms auch der Mangel an Fachkräften bei allen Projektbeteiligten auf die Bearbeitungszeit aus.

Die ursprünglich geschätzten Baukosten einschließlich Grunderwerb lagen im Jahr 2016 bei 36,4 Millionen Euro. Die Kosten erhöhen sich heute auf insgesamt rund 63,6 Millionen Euro. Gründe für die Kostenentwicklung sind neben der allgemeinen Baupreissteigerung um plus 25 Prozent von 2016 bis 2023, die bautechnisch und verkehrstechnisch umfangreichen Verkehrsführungen für die Umsetzung der drei Bauabschnitte. Weitere Kostensteigerungen zeigten sich bei der Umsetzung der Bepflanzungen auf Grundlage der landespflegerischen Begleitplanung, sowie umfangreiche Leitungsverlegungen und Leitungsumlegungen.

Die Untersuchungen und das Entsorgungskonzept einer Altlast im Trassenbereich der neuen Südumgehung führten alleine zu einem finanziellen Mehraufwand in der Größenordnung von rund 6,5 Millionen Euro.

Von den jetzt zu erwartenden Gesamtkosten (Grunderwerb und Baukosten) von 63,6 Millionen Euro sind bis heute bereits rund 32,7 Millionen Euro baulich umgesetzt und ausgezahlt.

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