In der Nacht von Mittwoch (23. März 2022) auf Donnerstag (24. März 2022) wurde die Berufsfeuerwehr Mainz zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage in die Mainzer Neustadt alarmiert. BYC-News Mainz war vor Ort.


Brandmeldeanlage alarmierte Feuerwehr

Am Donnerstag (24. März 2022) wurde die Berufsfeuerwehr Mainz gegen 0:02 Uhr durch die Brandmeldeanlage der Firma Römheld & Moelle Eisengießerei alarmiert. Nach Eintreffen der ersten Kräfte der Berufsfeuerwehr stellte sich heraus, dass es zu einem Unfall beim Gießen von Werkstücken kam.

Unternehmenssprecher von Römheld & Moelle

Wie ein Unternehmenssprecher von Römheld & Moelle gegenüber dieser Online-Zeitung um 1:40 Uhr mitteilt: „Wir sind eine Eisengießerei und bei einer Gießpfanne, in der die flüssige Schmelze transportiert wird, war im oberen Bereich ein Loch entstanden. Durch diese Öffnung sind dann 2 Tonnen mit 1600 Grad heißer Schmelze ausgelaufen. Die Kollegen in der Produktion haben aber sehr gut reagiert. Sie konnten das Ganze so drehen, dass dieses Schmelzmaterial in eine andere Gießpfanne laufen konnte. Kurz darauf konnte das Material in die eigentliche Gießform umgeleitet werden. Einiges vom Schmelzmaterial ist dadurch auf den Boden gelaufen, dieser ist aber speziell dafür geschaffen. Es kam jedoch zu einer starken Rauchentwicklung, da in unmittelbarer Nähe Gummireifen von einem Transportwagen anfingen zu brennen. Während des Vorfalls und des Einsatzes der Feuerwehr war die Produktion in unserem Hause eingestellt.“

Der Einsatzleiter der Feuerwehr Mainz gegenüber dieser Online-Zeitung

Wie der Einsatzleiter der Mainzer Feuerwehr vor Ort mitteilt: „Es gab zwei verletzte Personen, die aufgrund der eingeatmeten Rauchgase in ein Klinikum gebracht werden mussten. Der Einsatz der Feuerwehr war in erster Linie, die Lage vor Ort zu erkunden und zu schauen, ob es noch eine weitere Gefährdung gab. Das Ganze ist in enger Abstimmung mit der Firma Römheld & Moelle erfolgt. Die Zusammenarbeit war sehr organisiert und im Namen der Feuerwehr möchten wir uns für die gute Zusammenarbeit bedanken. Löschmaßnahmen waren keine nötig gewesen. Die Arbeit der Feuerwehr war hier rein präventiv gewesen, falls weitere Risse oder mehr Material noch ausgelaufen wäre. Der Einsatz konnte gegen 2:20 Uhr beendet werden.“

Weitere 15 Mitarbeiter, die an den betrieblichen Erstmaßnahmen beteiligt waren, waren ebenfalls dem Rauch ausgesetzt und wurden durch den Rettungsdienst gesichtet. Sie mussten aber nicht weiter behandelt werden. Die Feuerwehr stellte den Brandschutz sicher und überwachte das Auslaufenlassen der Gießpfanne. Weiterhin wurfen Sandwälle aufgeschüttet um ein Wegfließen des flüssigen Eisens zu verhindern. Es waren zeitweise vier Trupps unter Atemschutz im Einsatz. Die eingesetzten Kräfte gingen mit einer speziellen, durch den Betreiber zur Verfügung gestellten Wärmeschutzkleidung vor, um sich vor umherspritzendem flüssigen Eisen zu schützen.

Über die Schadensursache und die Schadenshöhe sind noch keine Angaben bekannt. Die Gewerbeaufsicht hat die Ermittlungen dazu aufgenommen.

Über das Unternehmen

Das Familienunternehmen wurde 1859 von Julius Römheld gegründet und gehört zu den wenigen produzierenden Großunternehmen, die in Mainz noch ansässig sind. Bei der Spezialgussfirma arbeiten eigenen Angaben zufolge rund 150 Fachleute. Hergestellt wurden zum Zeitpunkt des Unfalls Umform-Werkzeuge für die Automobilindustrie. Die Produktion musste in der Nacht vorerst gestoppt werden.

Im Einsatz waren:

  • die Berufsfeuerwehr Mainz
  • die Freiwillige Feuerwehr Mainz-Stadt
  • der Regelrettungsdienst mit drei Rettungswagen
  • ein Notarzt
  • ein Rettungswagen einer Schnelleinsatzgruppe
  • die Abschnittsleitung Gesundheit
  • die Polizei Mainz