Großbrand in einem Busdepot in Stuttgart – Auslöser war wohl ein Elektrofahrzeug

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Seit 20:00 Uhr am Donnerstagabend sind zahlreiche Einsatzkräfte im Busdepot des Stuttgarter Verkehrsbetreibers SSB in der Ulmer Straße im Einsatz. Dort war gegen 20:00 Uhr ein Brand ausgebrochen. Eine riesige schwarze Rauchwolke war über Stuttgart sichtbar. Die Feuerwehren aus den umliegenden Gebieten sind mit einem Großaufgebot im Einsatz.


Elektrobus soll die Brandursache sein

Laut Angaben der Feuerwehr Stuttgart brennen mehrere Fahrzeuge und der Unterstand des Busdepots in Stuttgart-Ost. Genauere Angaben zum Brandherd oder der Brandursache hat die Feuerwehr bislang noch nicht gemacht. Allerdings soll ersten, bislang noch unbestätigten Informationen zufolge ein Elektrobus ursächlich für den Brand gewesen sein.

Mehrere Personen berichteten von Explosionsgeräuschen, die laut Feuerwehr auf platzende Reifen zurückzuführen sind. Anwohner werden gebeten, das Gebiet zu meiden. Zudem sollen Türen und Fenster geschlossen und Lüftungen ausgeschaltet werden.

Rund 150 Einsatzkräfte, darunter Kräfte der Berufsfeuerwehr sowie der Freiwilligen Feuerwehr Stuttgart sind im Einsatz. Zudem sind auch die Polizei, mehrere Hubschrauber und zahlreiche Rettungsdienste vor Ort. Die Löscharbeiten werden noch mehrere Stunden dauern. Verletzte soll es nach aktuellem Stand keine geben.

Update Donnerstag 23:30 Uhr

Aus bislang unbekannter Ursache sind am Donnerstagabend (30.09.2021) in einem Fahrzeugdepot an der Ulmer Straße mehrere Busse abgebrannt. Erste Meldungen gingen gegen 20.00 Uhr ein, woraufhin die Feuerwehr mit zahlreichen Kräften anrückte und mit den Löscharbeiten begann.

Gegen 22.00 Uhr hatten die Einsatzkräfte den Brand unter Kontrolle, die Nachlöscharbeiten dauern derzeit noch an. Anwohner werden deshalb weiterhin dazu aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Klimaanlagen und Lüftungen nicht einzuschalten. Verkehrspolizisten sperrten den Bereich um das Gelände herum ab, weshalb es auch auf den umliegenden Straßen zu Verkehrsbeeinträchtigungen kam.

Die Feuerwehr geht davon aus, die ganze Nacht mit Nachlöscharbeiten beschäftigt zu sein. Gegen 23.00 Uhr waren noch immer 150 Feuerwehrkräfte am Einsatzort. Insgesamt sind 30 Feuerwehrfahrzeuge vor Ort.


Während der Einsatzmaßnahmen war zeitweise auch der Polizeihubschrauber eingesetzt

Rettungskräfte versorgten vor Ort sechs Angestellte des Firmenbetriebes, zwei von ihnen kamen mit dem Verdacht einer Rauchgasintoxikation zur weiteren Versorgung in ein Krankenhaus. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Brandursache steht derzeit noch nicht fest. Gemäß vorläufiger Bilanz sollen über 20 Busse abgebrannt sein. Die leeren Feuerwachen wurden während des Einsatzes durch Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Stuttgart besetzt um den Grundschutz im Stadtgebiet Stuttgart sicherzustellen.

Den Einsatzkräften der Feuerwehr halfen auch raupenbetriebene Löschfahrzeuge und der Löschroboter LUF 60

Durch die Feuerwehr wurden Messungen durchgeführt. Hierbei konnten keine erhöhten Messergebnisse und damit keine akute Gefährdung für die Bevölkerung festgestellt werden.

Ob der Auslöser tatsächlich ein Elektro,- oder Hybridbus war, steht noch nicht fest. Experten gehen anhand der Feuerentwicklung und der Explosionsgeräusche jedoch davon aus. Erst vor fast genau 1 Jahr, hatte der Betrieb neue E-Busse der Marke Volvo angeschafft.

Die Kriminalpolizei sucht Zeugen

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Brandursache steht weiterhin noch nicht fest. Die Polizei hofft auf Zeugenhinweise aus der Bevölkerung. Telefonnummer: 0711/89905778

Der Busverkehr wird beeinträchtigt sein

Wie der Busverkehrs ohne das zentrale Busdepot bewerkstelligt werden soll, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch unklar. Das Ausrücken der übrigen Busse muss teils neu organisiert werden. Der kaufmännische Vorstand der SSB, Mario Laube, erklärte in der Nacht, dass man das bis Freitag wohl hinbekomme. Andere Verkehrsunternehmen hätten hier ihre Hilfe angeboten, dies müsse koordiniert werden. Angesichts nunmehr fehlender 20 Fahrzeuge müssen Fahrgäste mit enormen Ausfällen rechnen.