Im Notfall sollen die Abiturprüfungen aufgrund der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie in diesem Jahr ausfallen. Das fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)


Leistungen aus dem Unterricht als Grundlage der Notengebung

„Sollte das Infektionsgeschehen so dramatisch ansteigen, wie die dritte Welle in anderen europäischen Nachbarstaaten befürchten lässt, müssen die Länder flexibel reagieren und von Prüfungen absehen“, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Dann könnten zum Beispiel die Leistungen aus dem Unterricht zur Grundlage der Notengebung gemacht werden.“

Tepe betonte zudem, dass sich die GEW sehr dafür eingesetzt habe, dass die Kultusminister erklärt haben, die Abiture mit verschiedenen Prüfungsformaten gegenseitig anzuerkennen. Nun müsse man diese Erklärung auch einhalten, wenn die Prüfungen wegen der Pandemie ausfallen. Aber: Das Abitur in diesem Jahr solle trotzdem die volle Anerkennung erhalten, ob mit oder ohne Prüfung.

Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes ist dagegen

Susanne Lin-Klitzing, Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, ist gegen die Forderung. „Die Abiturprüfungen sollten auf jeden Fall stattfinden.“, sagte sie gegenüber dem RND. Die Abschlussklassen seien gut vorbereitet, erklärt sie. Denn die Abschlussklassen hätten im gesamten Pandemiejahr eine Sonderrolle gespielt. „Jeder Schüler sollte die Chance bekommen, unter Prüfungsbedingungen zu zeigen, was er kann“

Wichtig sei natürlich, dass die Abiturprüfungen unter guten Hygienebedingungen und mit ausreichend Abstand stattfinden. „Die Schüler müssen dafür auf mehr Räume verteilt werden, als es sonst üblich ist. Das bedeutet schon rein organisatorisch: Es kann an diesen Tagen kein kompletter Präsenzunterricht für die anderen Klassen stattfinden“, sagte Lin-Klitzing. An jedem einzelnen Prüfungstag sollen Corona-Schnelltests stattfinden. Diese müssten die Bundesländer in ausreichender Menge zur Verfügung stellen.