Die finanzielle Belastung für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen in Rheinland-Pfalz erreicht historisch neue Höchststände. Wie aus der kürzlich veröffentlichten Auswertung des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek) hervorgeht, explodieren die Kosten für einen Heimplatz weiter ungebremst. Wer in Rheinland-Pfalz im ersten Jahr in einer Pflegeeinrichtung untergebracht ist, muss inzwischen eine hohe Summe aus der eigenen Tasche zuzahlen, das Armutsrisiko im Alter wird kaum noch abgefedert.
Fakten zur Kosten-Explosion:
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- Was: Kosten-Explosion in der stationären Pflege
- Grund: Gestiegene Personalkosten und Kosten für die Unterkunft
- Auswirkung: Armutsrisiko im Alter wird kaum noch abgefedert
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Personalkosten und Unterkunft als Preistreiber
Bundesweit ist der durchschnittliche Eigenanteil im ersten Aufenthaltsjahr im Vergleich zum Vorjahr um 256 Euro auf mittlerweile 3.364 Euro pro Monat angestiegen.
Ein zentraler Treiber hinter dieser Entwicklung sind die gestiegenen Personalkosten im Zuge der flächendeckenden Tariftreue-Regelungen. Zwar betont der vdek, dass die spürbare Besserbezahlung der Pflegekräfte im Branchenvergleich absolut richtig und überfällig war, die Zeche dafür zahlen im aktuellen System jedoch zu großen Teilen die Pflegebedürftigen selbst.
Die Gesamtsumme, die ein Heimbewohner monatlich aufbringen muss, setzt sich aus drei Komponenten zusammen: Dem einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (EEE) für die reine Pflege, den Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie den Investitionskosten der jeweiligen Einrichtung.
Besonders der pflegerische Anteil verzeichnete im Jahresvergleich einen massiven Sprung von über zwölf Prozent. Hinzu kommen inflationsbedingte Steigerungen bei der Verpflegung und Energie, die voll auf die Heimbewohner umgelegt werden.
Gestaffelte Zuschüsse verpuffen im Kostendruck
Die im Jahr 2022 eingeführten und 2024 nachgebesserten gesetzlichen Entlastungszuschüsse der Pflegekassen, die sich nach der Aufenthaltsdauer richten, können den rasanten Preisanstieg kaum noch ausgleichen. Im ersten Jahr übernimmt die Kasse lediglich 15 Prozent des pflegerischen Eigenanteils (EEE). Erst ab dem vierten Jahr im Heim greift der Höchstzuschuss von 75 Prozent.
Das Problem: Die Zuschüsse mindern ausschließlich den EEE. Die Kosten für die Hotelkomponente (Unterkunft/Verpflegung) sowie die Investitionskosten bleiben über die gesamte Aufenthaltsdauer hinweg unverändert hoch und müssen zu 100 Prozent privat getragen werden.
Scharfe Kritik an den Bundesländern: vdek fordert 649 Euro Entlastung
Angesichts dieser Zahlen verbindet der vdek seine Auswertung mit einer unmissverständlichen politischen Forderung an die Bundesländer und damit auch an die Landesregierung in Mainz. Verbandschefin Ulrike Elsner kritisierte scharf, dass den Betroffenen nach wie vor Kosten aufgebürdet werden, die eigentlich in die Verantwortung des Staates fallen.
Konkret geht es um die Investitionskosten (für den Bau und die Instandhaltung der Heimgebäude) sowie die Ausbildungsumlagen für das Personal. Nach Berechnungen des vdek könnten Pflegebedürftige in den Einrichtungen sofort um durchschnittlich 649 Euro im Monat entlastet werden, wenn die Bundesländer ihrer gesetzlichen Pflicht endlich nachkämen und diese Kosten vollumfänglich aus Steuermitteln des Landes übernehmen würden






