Die FDP Mainz-Laubenheim blickt mit wachsender Sorge auf die aktuellen Planungen zum Ausbau des Mainzer Straßenbahnnetzes, über die der Stadtrat in seiner Sitzung am 17. Juni 2026 beraten und beschließen soll. Im Rahmen der Bürgerinformation und der Vorstellung des Projekts in den Ortsbeiräten Weisenau und Hechtsheim wurde deutlich, dass die geplante Straßenbahnverlängerung nach den bislang bekannten Informationen offenbar nur dann wirtschaftlich und förderfähig sein könnte, wenn bestehende Busverbindungen zugleich reduziert oder eingestellt werden.
Besonders betroffen wären offenbar die Buslinien 64 und 76, die für viele Bürgerinnen und Bürger aus Mainz-Laubenheim eine unverzichtbare Verbindung in die Innenstadt und zu den Schulen darstellen. Gerade Schülerinnen und Schüler nutzen diese Linien täglich – insbesondere mittags für den Heimweg.
„Für uns bleibt bislang völlig offen, wie eine gleichwertige Ersatzanbindung für Laubenheim aussehen soll“, erklären FDP-Stadträtin Susanne Glahn und der stellvertretende Ortsvorsteher Dr. Christian Hecht. „Weder die vorliegenden Unterlagen noch die bisherigen Präsentationen liefern konkrete Antworten, wie die ÖPNV-Anbindung über die Laubenheimer Höhe nach dem Ende dieses Straßenbahnabschnitts sichergestellt werden soll.“
Statt Klarheit entstehen neue Fragen zur Busverbindung in Mainz-Laubenheim
Wie wird die Erreichbarkeit Laubenheims künftig gesichert? Welche Auswirkungen hätte ein möglicher Wegfall der Buslinien auf Fahrzeiten und Umsteigevorgänge – und ist es nicht widersprüchlich, Umstiege vermeiden zu wollen und zugleich neue Umstiege auf der Laubenheimer Höhe in Kauf zu nehmen?
Hinzu kommt ein gravierender Verfahrensmangel: Der Ortsbeirat Mainz-Laubenheim wurde bislang nicht in die Beratungen eingebunden. „Nach § 75 der Gemeindeordnung ist der Ortsbeirat zu allen wichtigen Fragen, die den Stadtteil berühren, vor der Beschlussfassung des Stadtrats zu hören. Diese Beteiligung ist nicht erfolgt“, rügt Dr. Christian Hecht. Die FDP hält eine Beschlussfassung daher für rechtlich angreifbar, solange die Anhörung des Ortsbeirats nicht nachgeholt wurde.
Die FDP Mainz-Laubenheim fordert daher, den Tagesordnungspunkt von der Tagesordnung der Sitzung am 17. Juni 2026 zu nehmen, den Ortsbeirat Laubenheim sowie die Bürgerinnen und Bürger umfassend zu informieren und zu beteiligen und erst auf dieser Grundlage über das weitere Vorgehen zu entscheiden.
Mainz hat sich während der letzten Jahre nicht nur einmal in Projekte gestürzt, deren Ergebnisse hinterher offenbarten, wie schlecht die Planung vorab war. Seien es die Kostensteigerung bei der Rathaussanierung, die kürzlich offenbarte Finanzierungslücke und ungeklärte Trägerschaft beim Gutenberg-Museum oder die großen Probleme beim Schulbau in der Stadt. Die FDP warnt angesichts der Schuldensituation und der jüngsten Steuererhöhungen vonseiten der Stadtregierung aus CDU, Grünen und SPD eindringlich davor, diese Erfahrung beim Ausbau des ÖPNV zu wiederholen.





