Die Bildungsgewerkschaft GEW Rheinland-Pfalz fordert die Landesregierung mit Nachdruck auf, auf die Kommunen einzuwirken und sie finanziell zu unterstützen, um die Gültigkeit des Deutschlandticket für Schüler verbindlich auf die Sommerferien 2026 auszuweiten. Hintergrund ist die Sorge vor einer vertieften sozialen Spaltung unter Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Ferienzeit, wenn Mobilität maßgeblich über die gesellschaftliche Teilhabe entscheidet. Die Gewerkschaft verweist dabei auch auf die kürzlich veröffentlichte UNICEF-Studie „Report Card 20“, die Deutschland beim kindlichen Wohlbefinden nur Platz 25 von 37 Industrienationen attestiert.
Aktuelle Lage: Ferien bedeuten oft eine Mobilitätslücke
Sobald die Sommerferien beginnen, entfällt für viele Schüler in Rheinland-Pfalz der Anspruch auf den kostenfreien öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Das trifft laut GEW besonders Kinder aus einkommensschwachen Familien, die auf das Deutschlandticket für Schüler angewiesen sind, um Ferienprogramme, Bibliotheken sowie Freizeit- oder Sportangebote zu nutzen. Ohne eine verlässliche Mobilität drohen Bildungsnachteile und soziale Ausgrenzung, was im Widerspruch zu den Zielen der Landesregierung steht, die Chancengerechtigkeit zu stärken.
„Die Sommerferien dürfen nicht zur Zeit der ausgegrenzten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden. Mobilität ist ein Schlüsselfaktor für Teilhabe – wer hier spart, spart an der Zukunft unserer Gesellschaft. Rheinland-Pfalz hat die Chance, mit einer klaren Regelung für das Deutschlandticket ein Zeichen gegen Kinderarmut zu setzen. Ein Schülerticket für alle Schüler in RLP ist ohnehin überfällig.“ — Stefan Jakobs, Vorsitzender der GEW Rheinland-Pfalz
Die Kernforderungen an die Politik
Um eine flächendeckende Lösung zu gewährleisten, stellt die GEW drei zentrale Forderungen an die Landesregierung:
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Rechtssicherheit schaffen: Es bedarf einer klaren, landesweiten Regelung, dass das Deutschlandticket für Schüler auch in den Sommerferien 2026 gültig bleibt.
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Finanzierung klären: Bund, Land und Kommunen müssen die Kosten gemeinsam tragen. Eine Umlage auf die Schüler oder ihre Familien sei sozial unvertretbar. Zudem müsse ein generelles Schüler-Ticket für alle Schulpflichtigen in Rheinland-Pfalz entwickelt werden.
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Kommunen und Verkehrsverbünde einbinden: Eine zeitnahe Abstimmung mit allen Beteiligten ist notwendig, um Planungssicherheit für Familien und die Anbieter von Ferienprogrammen zu garantieren.
Die Notwendigkeit zum Handeln belegen auch aktuelle Daten. In der UNICEF-Studie 2026 fällt Deutschland in den Kategorien Bildungsgerechtigkeit und soziale Teilhabe weiter zurück – Mobilität gilt hierbei als ein zentraler Hebel, um diese Entwicklung zu stoppen. Zudem zeigen lokale Daten das Ausmaß vor Ort: Laut dem Landesarmutsbericht 2025 sind in Rheinland-Pfalz über 200.000 Kinder und Jugendliche von Armut betroffen. Für sie ist das Deutschlandticket für Schüler oft die einzige Möglichkeit, an außerschulischen Angeboten teilzunehmen.





