Im Stephanie-McMahon-Podcast „What’s Your Story?“ hat der irische WWE-Star Finn Bálor überraschend offen über seine anhaltenden Schwierigkeiten mit dem klassischen Promo-Format im amerikanischen Wrestling gesprochen. Für den ehemaligen Universal Champion stellt das Reden vor der Kamera bis heute eine Hürde dar. Bálor erklärte, dass er das sogenannte Trash-Talking ablehne, wenn es seine persönliche Würde angreife. Da seine Karriere im vom sportlichen Mat-Wrestling geprägten England und später im harten „Strong-Style“ in Japan begann, spielte das gesprochene Wort jahrelang kaum eine Rolle für ihn.
Erst mit dem Wechsel zu Marktführer WWE wurde er mit der vollen Promo-Pflicht konfrontiert, was sich für ihn bis heute eher wie Schauspielerei als echter Sport anfühlt. Einen wichtigen Impuls erhielt er jedoch kürzlich von Manager-Legende Paul Heyman. Dieser riet ihm, Promos genau wie seine Matches anzugehen: präsent zu sein und sich im Fluss der Emotionen treiben zu lassen, anstatt jedes Wort im Vorfeld auswendig zu lernen.
Der Kontrast zum Champion und die Flucht aus dem Rampenlicht
Aus diesem Grund meidet Finn Bálor abseits der TV-Shows bewusst Medienauftritte, Pressekonferenzen und Podcasts. Das Wrestling im Ring sei seine primäre Ausdrucksform, bei der er sich physisch deutlich besser artikulieren könne als mit Worten. In diesem Zusammenhang zog er einen respektvollen Vergleich zu Undisputed WWE Champion Cody Rhodes. Während Rhodes das Rampenlicht und die mediale Aufmerksamkeit gezielt suche und darin aufblühe, bevorzuge Bálor den Backstagebereich und die direkte Zeit mit den Kollegen. Er akzeptiere, dass diese Zurückhaltung für seine Karriere potenziell von Nachteil sein könnte, wolle seine Identität dafür jedoch nicht opfern.
Skurrile Namensvorschläge und die McGregor-Pointe von Finn Bálor
Besonders interessante Details offenbarte Finn Bálor bezüglich der Entstehung seines Ringnamens im Jahr 2014. Bei seinem Debüt im Performance Center legte ihm das Management eine Liste mit Vorschlägen vor. Unter den Optionen befand sich der Name „Liv“ – den der heutige Kreativchef Triple H favorisierte und der Jahre später an Liv Morgan vergeben wurde – sowie der Name „Rux“, welcher jedoch wegen einer potenziellen Verwechslung mit dem Entertainer RuPaul verworfen wurde.
Sogar der Name „McGregor“ stand zur Debatte. Da Bálor jedoch das immense Potenzial des damals aufstrebenden MMA-Kämpfers Conor McGregor voraussah, lehnte er ab, um Verwechslungen zu vermeiden. Letztlich kreierte er den Namen „Finn Bálor“ selbst auf Basis der gälischen Mythologie, als Kombination aus dem David-artigen Helden Finn mac Cumhaill und dem einäugigen Dämonenkönig Bálor.
Visionen für ein Traum-Match und NXT Japan
Für die Zukunft zeigt sich Finn Bálor visionär. Auf die Frage nach einem Aufeinandertreffen mit Conor McGregor reagierte er positiv. Da beide Marken mittlerweile unter dem Dach der TKO Group Holdings vereint sind, fände er ein Match im Wrestling-Ring – idealerweise als Tag-Team-Partner an McGregors Seite – extrem reizvoll.
Zudem plant der Ire bereits für die Zeit nach seiner aktiven Ringkarriere. Gemeinsam mit seinem Kollegen Shinsuke Nakamura würde er gerne eine asiatische Expansion der WWE anführen. Seine Idee beinhaltet den Aufbau einer eigenen „NXT Japan“-Marke. Da Bálor als Mitbegründer des Bullet Clubs bei New Japan Pro Wrestling und Nakamura als ehemaliger IWGP-Champion den dortigen Markt perfekt kennen, sieht er sich und Nakamura als ideale Besetzung, um als rechte Hand des Managements den Grundstein für diese neue Liga zu legen.






