Die Traditions-Großbäckerei Lieken wird ihr Werk in Werk in Essen-Borbeck zum 31. Dezember 2026 schließen. In Essen wird eines der bekanntesten Produkte der deutschen Lebensmittelindustrie gefertigt: der „Golden Toast“. Für die rund 120 Mitarbeiter, von denen viele seit Jahrzehnten im Betrieb sind, ist die Nachricht ein Schock.
Das Ende des „Golden Toast“-Werkes: Wenn der Ofen ausbleibt
Während das Golden Toast für die Endverbraucher erhalten bleiben soll – die Produktion wird auf andere Standorte verteilt – bedeutet der Beschluss das Aus für die Arbeitsplätze in der Region.
Am vergangenen Freitag wurden die Beschäftigten kurzfristig über das bevorstehende Ende informiert. Berichten zufolge herrschte Schockstarre; viele Mitarbeiter identifizierten sich über Generationen hinweg stark mit der Marke.
Gründe für das Werk-Aus
Das Unternehmen führt mehrere Faktoren für die Schließung an:
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Marktentwicklung: Ein stagnierender bis leicht rückläufiger Markt für Toast und Sandwiches.
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Kostendruck: Massiv gestiegene Kosten für Energie, Betrieb und Instandhaltung.
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Investitionsstau: Ein hoher Bedarf an Modernisierungen am Standort Essen.
Die Unternehmensleitung spricht von „anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“, die diesen Schritt unumgänglich machten.
Gewerkschaft NGG kritisiert „soziale Instinktlosigkeit“
Scharfe Kritik kommt von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Regionalgeschäftsführer Martin Mura wirft dem Management vor, den Zeitpunkt bewusst gewählt zu haben, da aktuell kein gewählter Betriebsrat im Werk existiert – eine Wahl war erst für den kommenden Monat geplant. Die NGG fordert nun eine lückenlose Offenlegung aller wirtschaftlichen Fakten und Alternativpläne.
Lieken kündigte an, in Kürze Gespräche über Abfindungen und Sozialpläne mit den betroffenen Mitarbeitern zu führen.





