StartMainzWerksschließungen und massiver Stellenabbau bei BioNTech

Werksschließungen und massiver Stellenabbau bei BioNTech

Ende der Impfstoff-Produktion in Deutschland

Der Mainzer Biopharma-Riese BioNTech steht vor einem riesigen Einschnitt seiner Firmengeschichte. Wie das Management mitteilte, plant das Unternehmen eine umfassende Restrukturierung, der weltweit bis zu 1.860 Arbeitsplätze zum Opfer fallen könnten. Besonders hart trifft es die deutschen Produktionsstandorte.

-Werbeanzeige-

Aus für die BioNTech-Standorte Marburg und Idar-Oberstein

BioNTech zieht drastische Konsequenzen aus der sinkenden Nachfrage nach Corona-Impfstoffen und dem steigenden Kostendruck. Die Produktion in Deutschland wird komplett eingestellt und künftig vollständig vom US-Partner Pfizer übernommen.

Die betroffenen Standorte im Überblick:

  • bingen: Rund 820 Stellen (ehemals Curevac) stehen vor dem Aus.

  • Marburg: Etwa 540 Beschäftigte sind von der Schließung betroffen.

  • Idar-Oberstein: Hier geht es um rund 440 Arbeitsplätze.

  • Singapur: Das Werk mit ca. 60 Stellen soll bereits Anfang 2027 schließen.

Die Maßnahmen sollen schrittweise bis Ende 2027 umgesetzt werden. In Deutschland bleiben künftig neben dem Hauptsitz in Mainz lediglich Berlin und München als reine Bürostandorte erhalten.

Rote Zahlen und Strategiewechsel zur Krebsforschung

Hintergrund für den harten Sparkurs ist ein massiver Geschäftseinbruch. Im ersten Quartal 2026 setzte Biontech nur noch rund 118 Millionen Euro um – der Verlust stieg gleichzeitig auf über 531 Millionen Euro.

Das Unternehmen richtet seinen Fokus nun radikal neu aus: Weg vom Corona-Geschäft, hin zur mRNA-basierten Krebsmedizin. Bis 2030 plant der Konzern mehrere Zulassungsanträge für Krebstherapien. Durch die Schließungen will BioNTech ab 2029 jährlich bis zu 500 Millionen Euro einsparen, um die kostenintensive Forschung zu finanzieren.

Ende einer Ära: Gründer verlassen das Unternehmen

Zusätzlich zum wirtschaftlichen Umbruch steht ein historischer personeller Wechsel bevor. Die Unternehmensgründer und Gesichter des Impfstoff-Erfolgs, Ugur Sahin (60) und Özlem Türeci (59), haben angekündigt, das Unternehmen spätestens zum Ende des Jahres zu verlassen.

Damit endet bei BioNTech die Ära, die Mainz weltweit als „Apotheke der Welt“ bekannt gemacht hat. Der Konzern hofft, mit der neuen Ausrichtung auf die Onkologie an die Erfolge der Pandemie-Jahre anknüpfen zu können, steht jedoch vor einer schwierigen Übergangsphase.

-Werbeanzeige-