Im Drama um den in der Wismarbucht gestrandeten Wal Timmy gibt es eine neue Wendung. Während der Gesundheitszustand des Tieres einen neuen Tiefpunkt erreicht hat, wird die Entscheidung über sein Schicksal nun möglicherweise von Richtern gefällt. Am Verwaltungsgericht Schwerin ist ein Eilantrag eingegangen, der das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern dazu verpflichten soll, eine aktive Rettungsaktion zuzulassen.
Entscheidung unter Zeitdruck
Das Gericht hat dem Ministerium unter Leitung von Till Backhaus (SPD) eine knappe Frist gesetzt: Bis zum heutigen Dienstagmittag um 12:00 Uhr muss die Behörde zu dem Antrag Stellung nehmen. Unmittelbar danach wird eine Entscheidung des Gerichts erwartet.
Sollte der Eilantrag Erfolg haben, müsste das Land seine bisherige Strategie der „palliativen Begleitung“ aufgeben und einen weiteren Versuch unternehmen, den Wal ins offene Meer zu schleppen – ein Schritt, den Experten aufgrund des Zustands des Tieres bisher als zu riskant abgelehnt hatten.
Dramatische Diagnose für Wal Timmy: Wasser in der Lunge
Parallel zur juristischen Ebene verschlechtert sich Timmys Zustand zusehends. Umweltminister Backhaus teilte am Montag mit, dass wissenschaftliche Berater davon ausgehen, dass sich inzwischen Wasser in der Lunge des Wals sammelt.
„Dies wäre ein Hinweis darauf, dass seine Organe bereits schwer geschädigt sind“, erklärte Backhaus sichtlich betroffen. Das Tier atmet bereits seit Freitag sichtlich schwer. Trotz dieser düsteren Prognose lässt der Minister nach eigenen Angaben derzeit einen alternativen Plan prüfen, um auf alle Eventualitäten – auch eine gerichtliche Anordnung – vorbereitet zu sein.
Um den Wal Timmy vor weiterem Stress durch Schaulustige zu schützen und die Arbeiten der Experten nicht zu behindern, hat die Polizei ein großräumiges Sperrgebiet auf dem Wasser eingerichtet. In einem Radius von 500 Metern um Timmy herum darf sich kein unbefugtes Fahrzeug mehr nähern.
Die Meinungen unter den Beobachtern sind tief gespalten. Während die Antragsteller des Eilantrags in der Rettungsaktion die letzte Chance für Wal Timmy sehen, warnen Wissenschaftler davor, dass ein gewaltsames Abschleppen eines organisch so schwer geschädigten Tieres dessen Leiden nur qualvoll verlängern würde.




