BYC-NewsÜberregionalHessischer Staatssekretär Umut Sönmez mit sofortiger Wirkung entlassen

Hessischer Staatssekretär Umut Sönmez mit sofortiger Wirkung entlassen

Konsequenzen nach Vorfall auf Fastnachtsparty des Ministeriums

Wie das hessische Wirtschaftsministerium am Montag (13. April 2026) mitteilte, wurde Staatssekretär Umut Sönmez (SPD) mit sofortiger Wirkung aus dem Beamtenverhältnis entlassen. Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) entsprach damit einem entsprechenden Antrag von Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD). Hintergrund sind schwerwiegende Vorwürfe der sexuellen Belästigung.

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Die Vorwürfe gegen Umut Sönmez: Übergriffe auf ministeriumsinterner Party

Auslöser für den drastischen Schritt soll ein Vorfall während einer Fastnachtsparty am 11. Februar dieses Jahres sein, die im Ministerium für die Mitarbeiter stattfand. Eine Mitarbeiterin des Hauses soll dem 43-jährigen Sönmez vorwerfen, sie dort massiv belästigt zu haben.

Laut hr-Informationen soll Umut Sönmez die Frau zum Tanzen gedrängt, sie unangemessen eng gehalten und ihr wiederholt an den Po gegrapscht haben. Die Mitarbeiterin beschwerte sich daraufhin intern und erstattete zudem Strafanzeige. Die Staatsanwaltschaft Wiesbaden habe bereits bestätigt, dass ein Ermittlungsverfahren wegen sexueller Belästigung gegen den nun ehemaligen Staatssekretär eingeleitet wurde.

Sönmez weist Vorwürfe zurück und spricht von „Vorverurteilung“

In einer ersten Stellungnahme wies Umut Sönmez die Anschuldigungen entschieden zurück. Er sprach von einer „vorverurteilenden Presseberichterstattung“, begrüßte jedoch seine Entlassung formal, um weiteren Schaden vom Land Hessen und seiner Partei abzuwenden. Er hoffe nun auf eine „Richtigstellung und Rehabilitation“ durch die laufenden Untersuchungen.

Nicht die ersten Negativschlagzeilen

Für Umut Sönmez ist es nicht das erste Mal, dass er mit Berichten über unangemessenes Verhalten konfrontiert wird. Erst kürzlich berichtete die ebenfalls entlassene Staatssekretärin Lamia Messari-Becker im Untersuchungsausschuss von Spannungen und warf Sönmez unter anderem ungewollte Schultermassagen vor. Zudem kamen Berichte aus dem Jahr 2007 ans Licht, wonach Umut Sönmez in seiner Zeit als Juso-Funktionär in Gießen gegenüber einer Referentin gewalttätig geworden sein soll.

Mit der sofortigen Entlassung versucht Minister Mansoori nun, einen Schlussstrich unter die Personalie zu ziehen. Die juristische Aufarbeitung des Abends im Februar steht jedoch erst am Anfang.

Opposition schießt gegen Minister Mansoori: „Chaos-Ministerium“

Die politische Opposition in Hessen reagierte mit scharfer Kritik – nicht nur an Sönmez, sondern vor allem an Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori selbst.

Grünen-Fraktionschef Mathias Wagner warf Mansoori eine verfehlte Personalpolitik vor. Er kritisierte, dass bei der Besetzung von Spitzenposten offensichtlich „alte Juso-Kontakte wichtiger waren als tatsächliche Eignung“. Das Ressort entwickle sich zu einem „Chaos-Ministerium“.

Die AfD-Fraktion forderte in einer Pressemitteilung sogar den Rücktritt von Minister Mansoori, da dieser mit der Leitung des Hauses überfordert sei.

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