Während der Mainzer Rhein-Frühling tausende Besucher an das Rheinufer lockt, herrscht hinter den Kulissen große Sorge. Im Zentrum der Kritik der Schausteller stehen Pläne der Stadt Mainz, Teile des Konrad-Adenauer-Ufers umzugestalten. Die Schausteller betonen, dass durch die geplante Begrünung und Entsiegelung wichtige Standflächen für das traditionsreiche Volksfest für immer verloren gehen.
Ein Drittel der Fläche vom Mainzer Rhein-Frühling fällt weg
Marco Sottile, 1. Vorsitzender der Interessengemeinschaft Mainzer Schausteller und Marktbeschicker, findet deutliche Worte. Sollten die Pläne wie derzeit diskutiert umgesetzt werden, stünde das gesamte Gefüge der Volksfeste auf der Kippe. Laut Sottile ist eine Fläche von etwa 1,3 Kilometern Länge betroffen. „Wenn die Pläne so durchgesetzt werden, fallen Flächen für das Riesenrad, den Autoscooter, das Kettenkarussell und die umliegenden Stände komplett weg. Das ist ein Drittel der gesamten Festfläche“, warnt Sottile.
Existenzielle Bedeutung für die Schausteller-Branche
Für Schausteller wie Mario Peter Wingender, der seinen Betrieb bereits in sechster Generation führt, geht es um alles. Er betont, dass die Schausteller auf attraktive Volksfeste in der Landeshauptstadt angewiesen sind, um ihre hohen Investitionen in moderne Fahrgeschäfte decken zu können. „Wir sind existenziell auf diese Veranstaltungen angewiesen“, erklärt Wingender. Er fordert, dass auch nach einem Umbau genügend Platz für Großattraktionen wie eine „Wilde Maus“, den „Breakdancer“ oder den „Wellenflug“ bleiben muss. Nur so könne Mainz als Feststandort attraktiv bleiben.
Immaterielles Kulturerbe und Tradition
Die Schausteller betonen außerdem, dass ihr Berufszweig seit Kurzem zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO gehört. Der Mainzer Rhein-Frühling habe beispielsweise eine über 600-jährige Tradition in der Stadt.
Die Interessengemeinschaft fordert die Stadtverwaltung auf, die Pläne so anzupassen, dass eine Aufwertung des Rheinufers nicht zulasten der kulturellen Identität und der wirtschaftlichen Grundlage der Schausteller geht. Man sei bereit für Verschönerungen und Entsiegelungen – jedoch nur, wenn der Kern der Festfläche für den Mainzer Rhein-Frühling und die Johannisnacht erhalten bleibt.
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