BYC-NewsKreis Groß-GerauArtenschutz in der Eselswiese im Rüsselsheimer Stadtteil Bauschheim

Artenschutz in der Eselswiese im Rüsselsheimer Stadtteil Bauschheim

Strategische Vorbereitung des Baugebiets

Im Rüsselsheimer Stadtteil Bauschheim haben umfangreiche vorgezogene Maßnahmen zum Artenschutz in der Eselswiese begonnen. Oberbürgermeister Patrick Burghardt betonte bei einem Vor-Ort-Termin, dass die Stadt beim Natur- und Artenschutz bewusst über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgeht. Ziel ist es, die Entwicklung des neuen Wohngebiets so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Damit die Realisierung nach dem Satzungsbeschluss zügig erfolgen kann, laufen die ökologischen Sicherungsmaßnahmen bereits parallel zur Bauleitplanung. Ein spezialisiertes Fachbüro für ökologische Begleitung überwacht dabei jeden einzelnen Schritt.

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Schutzkonzept für die Zauneidechse am Rosenhof

Ein Schwerpunkt der aktuellen Arbeiten zum Artenschutz in der Eselswiese liegt auf dem Gelände des Rosenhofs. Da dort vereinzelt Zauneidechsen nachgewiesen wurden, hat die Stadt einen 310 Meter langen Reptilienschutzzaun errichtet. Über 20 spezielle Auslässe ermöglichen den Tieren die Wanderung in sichere Randbereiche. Zusätzlich kommen künstliche Verstecke aus schwarzer Wellpappe zum Einsatz, die durch Sonnenwärme Reptilien anlocken und so ein sicheres Absammeln durch Experten ermöglichen. Gefundene Exemplare werden auf die nahegelegene Sanddüne am Rosenhof umgesiedelt. Diese wertvolle Biotopfläche wurde bereits um ein Drittel auf nun 9.700 Quadratmeter vergrößert und mit neuen Sträuchern als Rückzugsort aufgewertet.

Ersatzhabitate für Vögel, Fledermäuse und Amphibien

Das Konzept zum Artenschutz in der Eselswiese umfasst weit mehr als nur den Schutz von Reptilien:

  • Turmfalken: Im Vogelschutzgebiet „Im Schacht“ wurde bereits eine Nisthilfe installiert; eine zweite folgt Mitte April auf der Sanddüne.

  • Feldvögel: Insgesamt 1,1 Hektar Ackerfläche werden sukzessive in Kraut- und Blühstreifen umgewandelt. Die Aussaat von speziellem Saatgut auf sieben Teilflächen beginnt in diesem Frühjahr.

  • Wechselkröte: In der Umgebung werden fünf neue Laichgewässer angelegt. Zwei dieser temporären Gewässer, etwa in der Erslache-Ost, sind bereits fertiggestellt.

  • Fledermäuse: Als Ausgleich für den geplanten Rückbau der alten Rosenhof-Gebäude im Herbst 2026 wurden an der Otto-Hahn-Schule und auf dem Friedhof Nisthilfen installiert.

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Laufende Untersuchungen und Appell an die Bürger

Auch im Bereich der geplanten Entwässerungsleitung zwischen der Lengfeldstraße und der L3040 werden in den kommenden Wochen weitere Untersuchungen zum Artenschutz in der Eselswiese durchgeführt. Hierbei finden erneut Kartierungen der Flora und Fauna während der gesamten Vegetationsperiode statt. Die Stadtverwaltung bittet Spaziergänger und Anwohner ausdrücklich darum, die ausgelegten Eidechsenverstecke (schwarze Platten) nicht zu berühren oder zu entfernen. Diese Maßnahmen sind essenziell für den Schutz der heimischen Arten und behindern weder den landwirtschaftlichen Verkehr noch Passanten.

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