BYC-NewsÜberregionalDer Buckelwal in Wismar schwimmt wieder

Der Buckelwal in Wismar schwimmt wieder

Gute Nachrichten am Montagabend aus der Wismarer Bucht

Update, 21:30 Uhr: Gegen 20:30 Uhr am Montagabend wendete sich das Blatt: Nur kurz nachdem das Rettungsteam zunächst in den Wismarer Hafen zurückgekehrt war und den Einsatz für heute beenden wollte, begann der Buckelwal in Wismar aus eigenem Antrieb zu schwimmen. Die Wasserschutzpolizei begleitet das Tier seither ununterbrochen, um es sicher zu leiten. Die Situation bleibt dennoch angespannt. Umweltminister Till Backhaus äußerte die Hoffnung, dass der Wal nicht erneut direkt in das Hafenbecken schwimmt, gab aber zu bedenken: „Den Garantieschein gibt es nicht.“ Die Einsatzkräfte bleiben in Alarmbereitschaft, da das Risiko einer erneuten Strandung in den flachen Küstengewässern weiterhin besteht.

Erstmeldung, 20:25 Uhr:

Der vor der Küste bei Wismar festliegende Buckelwal in Wismar zeigte am Montag (30. März 2026) Anzeichen einer Besserung. Laut dem Schweriner Umweltministerium wirke das Tier agiler als in den vergangenen Tagen. Bei einer Annäherung durch ein Experten-Boot am Montagabend habe der Wal deutlich auf die Anwesenheit reagiert, was noch Stunden zuvor kaum der Fall war.

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„Walwacht“ und Sperrgebiet, um den Buckelwal in Wismar zu schützen

Um dem Meeressäuger die nötige Ruhe zur Erholung zu geben, haben die Behörden strikte Maßnahmen ergriffen. Rund um den Wal wurde ein Sperrgebiet von 500 Metern eingerichtet, das von der Wasserschutzpolizei überwacht wird. Umweltminister Till Backhaus kündigte zudem eine dauerhafte Betreuung an: „Wir werden jetzt eine Walwacht einrichten, die den Wal 24 Stunden, rund um die Uhr begleiten wird.“ Über die Osterfeiertage sollen zudem Ranger vor Ort sein, um Passanten über die Situation zu informieren.

Experten uneinig über den Erschöpfungsgrad

Trotz der positiven Signale bleibt die Lage angespannt. Während das Ministerium die Ruhepausen als wirkungsvoll erachtet, äußern sich Umweltorganisationen vorsichtiger. Franziska Saalmann von Greenpeace berichtete von Versuchen, das Tier durch gezielten Lärm – etwa das Schlagen mit Paddeln auf die Wasseroberfläche – zur Bewegung zu animieren. Dass das Tier darauf zeitweise nicht reagierte, deutet laut der Expertin weiterhin auf eine starke Schwächung des Wals hin.

An den Begutachtungen vor Ort waren neben dem Ministerium auch Vertreter des Deutschen Meeresmuseums sowie der Organisationen Greenpeace und Sea Shepherd beteiligt. Der Meeresbiologe Robert Marc Lehmann wurde nach seinem Ausschluss von der Aktion nicht mehr vor Ort tätig, hat aber nach eigenen Angaben den Umweltminister Till Backhaus beraten.

Hoffnung auf steigenden Wasserstand

Der Wal, der bereits eine Odyssee vom Wismarer Hafen über eine Sandbank vor dem Timmendorfer Strand hinter sich hat, liegt derzeit in etwa zwei Meter tiefem Wasser in Sichtweite der Seebrücke. Die Helfer setzen nun auf die Natur: In den kommenden Stunden wird mit einem steigenden Wasserstand gerechnet. Dies verbessert die Chancen für den Buckelwal in Wismar erheblich, seine aktuelle Liegeposition aus eigenem Antrieb zu verlassen und in tiefere Gewässer zurückzukehren.

Die aktuelle Phase der aktiven Rettungsversuche wurde am Montagabend zunächst abgeschlossen, um das Tier nicht unnötig unter Stress zu setzen. Die Experten beobachten die Situation weiterhin intensiv aus der Distanz.

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