Wrestling News – Neue Details aus einer laufenden Klage gegen die World Wrestling Entertainment (WWE) werfen ein völlig neues Licht auf den Verkauf des Marktführers im Jahr 2023. Wie PostWrestling.com berichtet, war die Konkurrenz aus Jacksonville offenbar bereit für den ganz großen Coup. Tony Khan, der Kopf hinter All Elite Wrestling (AEW), versuchte über die Muttergesellschaft Base10 den Kauf von WWE zu realisieren und gab ein offizielles Gebot ab.
Die nackten Zahlen: Khans Gebot im Vergleich
Eine detaillierte Auswertung von Branchenexperte Brandon Thurston verdeutlicht jedoch, warum Tony Khan bei diesem historischen Deal das Nachsehen hatte. Sein Angebot für den Kauf von WWE bewertete das Unternehmen mit rund 6,9 Milliarden US-Dollar. Im direkten Vergleich mit den anderen Bietern war dies jedoch das finanzielle Schlusslicht:
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Endeavor: ca. 8,5 Milliarden US-Dollar (Zuschlag erhalten)
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Liberty Media: 8,5 bis 8,9 Milliarden US-Dollar
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KKR (Investmentgesellschaft): 8 bis 8,7 Milliarden US-Dollar
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Base10 (Tony Khan): ca. 6,9 Milliarden US-Dollar
Damit lag Khans Bewertung signifikant unter den Vorstellungen der WWE-Führung und der Konkurrenzangebote, die teilweise bis zu zwei Milliarden US-Dollar höher dotiert waren.
Strukturelle Unterschiede: Cash vs. Stock
Nicht nur die Summe, auch die Form des Angebots unterschied sich massiv. Während das siegreiche Modell von Endeavor als „All-Stock-Geschäft“ konzipiert war – bei dem Investoren TKO-Aktien erhielten –, setzten die drei übrigen Bieter, inklusive Base10, auf klassische „Cash-Deals“. Ein Kauf von WWE durch Tony Khan hätte also eine sofortige Barauszahlung in Milliardenhöhe bedeutet.
Kein Zugang zum „Datenraum“ für AEW-Mutter
Ein weiterer interessanter Aspekt der Berichterstattung betrifft den Zugang zu sensiblen Unternehmensdaten. Während die anderen Bieter im Rahmen des M&A-Verfahrens (Mergers & Acquisitions) Einblick in nicht öffentliche Informationen der WWE erhielten, blieb Base10 dieser Zugang verwehrt. Experten vermuten zwei Hauptgründe: Zum einen das deutlich zu niedrige Gebot beim versuchten Kauf von WWE, zum anderen die direkte Konkurrenzsituation zwischen AEW und WWE. Ein Einblick in interne Bilanzen und Strategien für den schärfsten Wettbewerber wäre für die WWE-Führung ein unkalkulierbares Risiko gewesen.
Tony Khan, der bereits Ring of Honor (ROH) erfolgreich in sein Portfolio aufgenommen hat, scheiterte somit am Widerstand der Märkte und der deutlich potenteren Konkurrenz. Hätte Base10 den Zuschlag erhalten, wäre die gesamte Landschaft des professionellen Wrestlings auf den Kopf gestellt worden – eine Konsolidierung der beiden größten US-Promotionen unter einem Dach wäre die Folge gewesen.




