Wer die Freiheit auf zwei Rädern sucht und dabei weder vor staubigen Pisten noch vor knackigen Anstiegen zurückschreckt, findet im Norden von Rheinland-Pfalz ein neues Mekka. Das Projekt Gravelbike im Wiedtal hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem echten Geheimtipp in der Szene entwickelt. Die Kombination aus der idyllischen Flusslandschaft der Wied und den herausfordernden Höhenzügen des Naturparks Rhein-Westerwald überzeugte nicht nur die Sportler, sondern auch die Fachjury des rheinland-pfälzischen Tourismuspreises 2025, wo das Konzept eine Top-3-Platzierung in der Kategorie „Innovation des Jahres“ erreichte.
Vier Routen für jeden Geschmack
Das Herzstück des Angebots bilden vier neu konzipierte Rundtouren, die bewusst kompakt gehalten wurden. Mit Längen zwischen 30 und 50 Kilometern sind sie ideal für sportliche Tagestouren, lassen sich jedoch durch ihre kluge Platzierung im Naturpark auch hervorragend zu mehrtägigen Bike-Packing-Abenteuern kombinieren.
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Sechs-Bäche-Tour: Diese Route macht ihrem Namen alle Ehre und führt durch romantische Täler, verlangt den Fahrern aber auf dem Weg zu den Mittelgebirgsebenen gut 1.000 Höhenmeter ab.
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Wied-Heights: Zwischen Roßbach und Rengsdorf gelegen, besticht diese Tour durch majestätische Waldpassagen und moderate, aber stetige Anstiege.
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Schottern durchs Rengsdorfer Land: Hier stehen breite Wald- und Wiesenwege im Fokus, die immer wieder spektakuläre Fernsichten über den Westerwald freigeben.
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Holy Gravel!: Ein kulturelles Highlight, das an zahlreichen Kapellen, Wegekreuzen und historischen Gedenkstätten vorbeiführt – ideal für alle, die Sport mit Fotografie und Geschichte verbinden möchten.
Was macht das Gravelbiken aus?
Der Trend zum Gravelbike im Wiedtal kommt nicht von ungefähr. Gravelbikes sind im Grunde geländegängige Rennräder. Mit ihrer breiten, profilierten Bereifung und dem Verzicht auf schwere Federungen sind sie die perfekten Allrounder für den Westerwald. Sie rollen effizient auf Asphalt im Tal, bieten aber genug Grip und Stabilität für die unbefestigten Schotterwege auf den Hochebenen. Da die Strecken im Wiedtal weitgehend auf Singletrails mit Wurzeln verzichten, sind sie zudem eine exzellente Wahl für Fahrer von E-Mountainbikes, die das Panorama ohne technische Überforderung genießen wollen.
Infrastruktur für Gravelbike im Wiedtal
Ein entscheidender Faktor für den Erfolg des Angebots ist die begleitende Infrastruktur. In Orten wie Waldbreitbach haben sich die Übernachtungspartner speziell auf die Bedürfnisse der Radfahrer eingestellt. Wer mit dem Gravelbike im Wiedtal unterwegs ist, findet bei zertifizierten Partnern abschließbare Fahrradgaragen, Werkzeug für kleinere Reparaturen und Waschstationen, um den Staub der Westerwälder Pisten nach der Tour zu entfernen. Florian Fark, Geschäftsführer des Touristik-Verbands Wiedtal, betont, dass die Touren genau die richtige Mischung aus sportlicher Herausforderung und Naturerlebnis bieten.
Planung und Vorbereitung
Für die digitale Navigation stehen unter www.wiedtal.de sämtliche GPX-Tracks kostenlos zum Download bereit. Da die Touren im Mittelgebirge verlaufen, ist eine gute Grundkondition sowie eine witterungsangepasste Ausrüstung ratsam. Besonders in den Abendstunden, wenn das Licht über dem Naturpark Rhein-Westerwald weicher wird, bieten die Hochebenen unvergleichliche Lichtstimmungen, die jede Anstrengung beim Aufstieg vergessen machen.












