Leserbrief von Karl-Heinz Hemmelhof zum Thema Spritpreise – Die aktuelle Berichterstattung und die damit einhergehende öffentliche Empörung über das Thema teurer Sprit lassen mich zunehmend fassungslos zurück. Fast täglich lesen wir Schlagzeilen über neue Rekordpreise an den Tankstellen, über verzweifelte Pendler und die Forderung nach staatlichen Subventionen oder Steuersenkungen. Doch bei aller Empathie für die individuelle finanzielle Belastung muss man eines in aller Deutlichkeit aussprechen: Wer sich im Jahr 2026 noch immer über die Kosten für fossile Brennstoffe wundert oder beschwert, handelt nach dem Prinzip der bewussten Realitätsverweigerung.
Ich selbst fahre seit geraumer Zeit ein Elektroauto und kann über die künstlich aufgeheizte Debatte über die Spritpreise nur den Kopf schütteln
Die Spritpreise werden nicht mehr stark fallen.! Es ist an der Zeit, die Opferrolle abzulegen und zu akzeptieren, dass die Ära der billigen Verbrennungsmotoren endgültig vorbei ist. Dass fossile Energieträger durch CO2-Bepreisung und globale Marktverknappung immer teurer werden, ist keine Überraschung, sondern ein seit Jahrzehnten angekündigter Prozess. Wer heute noch in einen Neuwagen mit Verbrennungsmotor investiert oder an seinem alten Diesel festhält, obwohl tragfähige Alternativen bereitstehen, ist für die daraus resultierenden Kosten selbst verantwortlich.
Der Umstieg auf die Elektromobilität wird oft mit dem Argument der hohen Anschaffungskosten abgetan. Doch das ist eine Milchmädchenrechnung. Wenn ich sehe, wie viel Geld Verbrenner-Fahrer Monat für Monat an die Mineralölkonzerne überweisen, wird klar: Die wahre Ersparnis liegt im Betrieb. Während meine Nachbarn morgens die Preise an der Anzeigetafel studieren wie einen Aktienkurs, lade ich mein Fahrzeug unaufgeregt an der Wallbox. Selbst wer keine eigene Lademöglichkeit hat, findet im Jahr 2026 ein Netz vor, das den Alltag problemlos bewältigt.
Das Problem sind nicht die Spritpreise, sondern eine tiefsitzende psychologische Blockade und die Angst vor Veränderung
Viele Menschen schimpfen lieber auf „die da oben“ oder die bösen Konzerne, anstatt ihr eigenes Mobilitätsverhalten kritisch zu hinterfragen. Elektromobilität ist nicht mehr nur ein Nischenprodukt für Gutverdiener, sondern die logische Konsequenz aus ökonomischer und ökologischer Vernunft. Wer die Zeichen der Zeit ignoriert, zahlt eben den „Ewiggestrigen-Zuschlag“ an der Zapfsäule.
Es ist eine Frage der Eigenverantwortung. Wir können nicht den Planeten retten und gleichzeitig fordern, dass das Verbrennen von Erdöl billig bleibt. Mein Elektroauto ist für mich kein Luxussymbol, sondern ein Werkzeug der Unabhängigkeit. Ich habe mich entschieden, nicht mehr Geisel der Opec-Staaten zu sein. Wer diesen Schritt nicht geht, sollte zumindest die Größe besitzen, die Quittung für seine Entscheidung schweigend zu bezahlen, anstatt die Allgemeinheit mit Forderungen nach Spritpreisbremsen zu behelligen. Der Markt hat entschieden, die Technik ist bereit – die Schuld für hohe Tankrechnungen liegt heute bei jedem Einzelnen selbst, der den Stecker noch nicht gefunden hat.
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