Auf dem Layenhof in Mainz, einem Plateau oberhalb von Finthen, wurde am Donnerstag, 12. März 2026, die neue Gemeinschaftsunterkunft im Beisein von Vertretern der Stadtverwaltung und sozialen Trägern offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Angesichts stabil hoher Zuweisungszahlen ist die Eröffnung ein notwendiger Schritt, um die Belegung von Turnhallen oder anderen Notlösungen dauerhaft zu vermeiden. „Menschen, die zu uns kommen, brauchen mehr als nur ein Dach über dem Kopf: Sie brauchen einen Ort, an dem sie zur Ruhe kommen, sich sicher fühlen und neu anfangen können. Mit der Unterkunft auf dem Layenhof schaffen wir genau diesen Raum und leisten einen wichtigen Beitrag dafür, dass Ankommen und Integration in Mainz gelingen“, sagt Sozialdezernentin Jana Schmöller.
Modulares Wohnkonzept für Familien und Alleinstehende
Die neue Flüchtlingsunterkunft auf dem Mainzer Layenhof bietet Platz für insgesamt 200 Personen. Bei der Planung wurde besonderer Wert auf eine flexible Zimmerstruktur gelegt:
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Wohneinheiten: Es gibt abgeschlossene Bereiche für Familien, um Privatsphäre zu gewährleisten, sowie Wohngemeinschaften für Alleinstehende.
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Gemeinschaftsflächen: Großzügige Küchen, Waschräume und Aufenthaltsbereiche sollen das soziale Miteinander fördern.
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Außenanlage: Ein Spielbereich für Kinder und Grünflächen bieten Raum für Bewegung und Erholung an der frischen Luft.
Sozialbetreuung und Integration direkt vor Ort
Anders als bei reinen Notunterkünften setzt die Stadt bei der neuen Flüchtlingsunterkunft auf dem Mainzer Layenhof auf ein ganzheitliches Betreuungskonzept. Ein Team aus Sozialarbeitern des DRK Kreisverband Mainz-Bingen wird fest in der Einrichtung stationiert sein, um die Bewohner bei Behördengängen, der Suche nach Kita-Plätzen oder der Vermittlung in Sprachkurse zu unterstützen. Ziel ist es, die Menschen so schnell wie möglich auf ein eigenständiges Leben in Mainz vorzubereiten. Die abgelegene Lage des Layenhofs soll durch eine gute Anbindung an den ÖPNV kompensiert werden, um die Teilhabe am städtischen Leben zu garantieren.
Ein Meilenstein für die Mainzer Integration
Die Stadt Mainz setzt ein deutliches Zeichen für eine nachhaltige Unterbringung von Geflüchteten: Mit einer Investition von 16 Millionen Euro wurde am Eingang der Layenhof-Siedlung eine neue Unterkunft in Holzmodulbauweise fertiggestellt. Das Projekt, das unter der Federführung der Gebäudewirtschaft Mainz (GWM) sowie der Firmen Karl Gemünden und Dreßler Bau entstand, bietet nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit Platz für bis zu 300 Personen.
Moderne Bauweise und ökologischer Fokus
Der Neubau der Flüchtlingsunterkunft auf dem Mainzer Layenhof „Am Finther Wald 16“ bricht bewusst mit dem Provisorium der Containerlösungen. Auf einer Fläche von rund 4.863 m² sind vier Gebäude entstanden, die sich durch eine hohe Aufenthaltsqualität auszeichnen:
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Wohnkonzept: 96 Wohneinheiten, darunter 41 Ein-Zimmer mit Kochnische und Bad und 41 Zwei-Zimmer-Wohnungen mit Küche sowie spezielle Angebote für Familien und neun barrierefreie Einheiten und 5 größere Eckwohnungen.
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Nachhaltigkeit: Es wurden 1.700 m³ Holz verbaut. Die Energieversorgung erfolgt zeitgemäß über Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen auf begrünten Dächern. Zudem blieb der wertvolle Baumbestand auf dem Areal erhalten.
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Infrastruktur: Neben Sozial- und Bildungsräumen verfügt die Anlage über einen Spielplatz, 58 Fahrradstellplätze, WLAN und eine direkte Busanbindung in die Innenstadt.
Umzug und soziale Perspektive
Bereits Ende März ziehen die ersten 90 Bewohner aus der bisherigen Containerunterkunft „Layenhof 1“ in den Neubau um. Der Fokus liegt dabei auf Menschen mit einer langfristigen Bleibeperspektive, die aufgrund der prekären Lage in Ländern wie Syrien, Afghanistan, der Ukraine oder dem Sudan in Deutschland Schutz gesucht haben.
Dialog und Integration als Ziel bei der Flüchtlingsunterkunft auf dem Mainzer Layenhof
Trotz der spürbaren Entlastung durch die neuen Kapazitäten bleibt der Wohnraumdruck in Mainz hoch. Die Verantwortlichen betonen daher, dass der Layenhof nur ein Teil der Strategie ist:
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Dezentralisierung: Man strebt weiterhin dezentrale Lösungen an, um die Integration in die Stadtteile zu fördern.
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Nachbarschaft: Um eine gute Integration vor Ort zu gewährleisten, setzt die Stadt auf Transparenz. Regelmäßige Infoveranstaltungen und Tage der offenen Tür sollen den Dialog mit den Anwohnern der angrenzenden Siedlung stärken.
Unterbringungssituation in Mainz: Kapazitäten und Standorte
Die Landeshauptstadt Mainz unterhält aktuell (Stand Frühjahr 2026) ein Netzwerk von etwa 15 größeren Gemeinschaftsunterkünften.
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Erweiterung: Das Portfolio wurde zuletzt im November 2025 durch einen Neubau im Gewerbegebiet Mainz-Hechtsheim ergänzt. Die Anlage besteht aus drei Gebäuden und bietet Wohnraum für rund 275 Personen.
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Zentrale Standorte: Zu den Kernunterkünften zählen die Standorte in der Zwerchallee, der Layenhof in Finthen sowie die Housing Area in Gonsenheim. Letztere fungiert als flexible Reserve, in der Kapazitäten je nach Bedarf reaktiviert werden können.
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Gesamtkapazität: Insgesamt stehen stadtweit bis 3.358 Plätze zur Verfügung. Die tatsächliche Belegung orientiert sich dynamisch an den aktuellen Zuweisungsquoten.
Die Stadt Mainz verfolgt das Ziel, Geflüchtete nach Möglichkeit dezentral unterzubringen, um die Integration zu fördern. Wenn die Kapazitäten der großen Gemeinschaftsunterkünfte nicht ausreichen, greift die Stadt auch auf angemietete Wohnungen oder (im Notfall) auf Hotels und Containeranlagen zurück.
Laut Dezernat IV – Soziales, Kinder, Jugend und Gesundheit sind derzeit 2415 von insgesamt 3358 Plätzen belegt.





