Die Landeshauptstadt Mainz hat das gesamte Außengelände der Kita Am Finther Wald vorsorglich gesperrt. Hintergrund sind aktuelle Bodenuntersuchungen im Umfeld des ehemaligen US-Army-Flugplatzes, bei denen im Kita-Bereich erhöhte Schadstoffkonzentrationen nachgewiesen wurden.
Ursache und Funde im Außenbereich der Kita Am Finther Wald
Im Rahmen bodenschutzrechtlicher Ermittlungen durch die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) wurden gezielte Bohrungen bis in drei Meter Tiefe durchgeführt – unter anderem auf der Sandspielfläche der Kita. Die Laborergebnisse zeigen:
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PFAS-Konzentrationen: Es wurden erhöhte Werte dieser langlebigen Chemikalien festgestellt.
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PAK-Werte: Zudem wurden relevante Mengen an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen nachgewiesen.
Experten vermuten, dass die Belastungen auf die frühere Nutzung von Löschschäumen auf benachbarten Flächen des ehemaligen Militärflugplatzes zurückzuführen sind.
Vorsorgliche Sperrung zum Schutz der Kinder
Obwohl die genaue Gefährdungslage noch abschließend bewertet wird, hat die Stadtverwaltung sofort reagiert: Das Außengelände der Kita am Finther Wald bleibt bis auf Weiteres für die Nutzung gesperrt. Ziel ist es, jegliches Risiko für die Kinder auszuschließen, bis die Untersuchungen vollständig abgeschlossen sind. Die Eltern der betroffenen Kinder wurden bereits umgehend über die Maßnahme informiert.
Wie geht es jetzt weiter?
Aktuell prüfen die Fachbehörden (SGD Süd, Landesamt für Umwelt und das Gesundheitsamt) folgende Punkte:
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Ist die schützende, saubere Bodenüberdeckung auf dem gesamten Gelände der Kita Am Finther Wald ausreichend dick?
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In welchen exakten Tiefen liegen welche Konzentrationen vor?
Sobald die endgültigen Ergebnisse vorliegen und feststeht, ob und welche Sanierungsmaßnahmen (wie etwa ein Bodenaustausch) notwendig sind, wird die Stadt Mainz die Eltern und die Öffentlichkeit erneut informieren.
Was bedeuten diese Begriffe?
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PFAS: PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind eine Gruppe von über 10.000 künstlichen Industriechemikalien, bekannt als „Ewigkeitschemikalien“. Sie sind wasser-, fett- und schmutzabweisend, extrem langlebig, bauen sich kaum ab und reichern sich in Umwelt und Menschen an. Sie finden sich in Alltagsgegenständen (Kochgeschirr, Kleidung) und bergen gesundheitliche Risiken. Langkettige PFAS können sich im Körper anreichern, Leberschäden verursachen, das Immunsystem schwächen, die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und das Krebsrisiko erhöhen.
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PAK: PAK steht für Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe, eine Gruppe von mehreren hundert chemischen Verbindungen, die bei der unvollständigen Verbrennung organischer Materialien (wie Holz, KohleÖl, Tabak) entstehen. Sie gelten als umweltrelevante Schadstoffe, von denen einige Vertreter krebserregend sind. Typische Quellen sind Abgase, Ruß, Tabakrauch und stark erhitzte Lebensmittel. Viele PAK sind persistent (schwer abbaubar) und einige, insbesondere Benzo[a]pyren, sind als krebserregend eingestuft.










