BYC-NewsWirtschaftDie moralische Bankrotterklärung bei JP Performance

Die moralische Bankrotterklärung bei JP Performance

Wenn ein Multimillionär seine Reichweite zur Waffe gegen Angestellte macht – Ein kritischer Blick auf die dunkle Seite der JP Performance GmbH

Kommentar: Am 27. Februar 2026 hat die Ära der „heilen Welt“ bei der JP Performance GmbH ein jähes und hässliches Ende gefunden. In einem Video, das an Intensität gegenüber ehemaligen Weggefährten kaum zu übertreffen ist, holte Jean Pierre Kraemer (Kraemo) zu einem Rundumschlag aus, der weit über eine bloße Stellungnahme hinausgeht. Das JP Performance Video vom 27. Februar 2026 markiert den Moment, in dem ein Unternehmer seine professionelle Maske fallen ließ und stattdessen ein Instrument des öffentlichen Mobbings wählte, um persönliche Rechnungen vor Millionen von Zuschauern zu begleichen.

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Die Illusion des Schutzes: Wenn Pieptöne zur Zielscheibe werden

In dem JP Performance Video wurde mit technischen Mitteln versucht, eine rechtliche Absicherung zu schaffen. Namen wurden weggepiepst, Lippenbewegungen verpixelt. Doch in der digitalen Realität der Tuning-Szene ist dieser Schutz nichts wert. Für die treue Community, die jedes Detail der JP Performance GmbH in- und auswendig kennt, war es ein Leichtes, die Identität der Betroffenen – darunter ein bekannter Mechaniker und eine Person aus dem Finanzsektor – zu entschlüsseln.

Durch die Preisgabe spezifischer Details zu den Kündigungsgründen hat Kraemer die Betroffenen nicht nur bloßgestellt, sondern sie schutzlos einem digitalen Mob ausgeliefert. Wer Details über Fehlverhalten, Mobbing-Vorwürfe oder finanzielle Unregelmäßigkeiten in die Welt setzt, ohne der Gegenseite eine Bühne zur Verteidigung zu geben, handelt nicht transparent, sondern feige und asymmetrische Kriegsführung eines übermächtigen Medienprofis gegen kleine Angestellte.

Die bittere Doppelmoral: Privatsphäre nur für den Chef?

Besonders schockierend ist die eklatante Doppelmoral, die im JP Performance Video mitschwingt. Seit Jahren inszeniert sich Jean Pierre Kraemer als Opfer von Grenzüberschreitungen. Er beklagt sich über geleakte Adressen, Fotos seines Hauses und private Chatnachrichten. Er fordert – völlig zurecht – Respekt vor seinem Privatleben ein.

Doch mit diesem Video zeigt er die Doppelmoral: Er spricht anderen das Recht auf Privatsphäre ab, sobald es seinen eigenen Zwecken dient. Indem er das Arbeitsverhältnis und die Gründe für dessen Ende öffentlich macht, begeht er genau den Vertrauensbruch, den er bei anderen so lautstark verurteilt. Es ist eine „Privatsphäre-Diktatur“, in der nur der Chef Schutz genießt, während die Mitarbeiter bei Bedarf als Content-Material geopfert werden.

Wenn ehemalige Mitarbeiter ihn – laut seiner eigenen Darstellung – bestohlen, hintergangen oder auf andere Weise geschädigt haben sollten, dann sind solche Vorwürfe kein Stoff für ein Unterhaltungsformat, sondern Gegenstand klar geregelter rechtlicher Verfahren. Für Diebstahl, Betrug, Rufschädigung oder illoyales Verhalten existieren in der Bundesrepublik Deutschland eindeutige zivilrechtliche und strafrechtliche Instrumente. Arbeitsgerichte, Staatsanwaltschaften und ordentliche Gerichte sind dafür da, Sachverhalte objektiv zu prüfen, Beweise zu würdigen und verhältnismäßige Konsequenzen zu ziehen. Genau dafür gibt es das Gewaltmonopol des Staates – nicht für emotionale Abrechnungen im Livestream.

Ganz nüchtern betrachtet begibt sich der Inhaber der JP Performance GmbH mit einer öffentlichen Anklageplattform in eine problematische Rolle:

Er agiert nicht mehr als Unternehmer, der rechtliche Schritte einleitet, sondern als moralische Instanz, Ankläger und Vollstrecker in Personalunion. Eine solche Form der öffentlichen Bloßstellung wirkt wie eine moderne Variante der Selbstjustiz – nur eben mit Millionenpublikum und digitalem Nachhall.

Das Problem daran ist nicht nur juristischer Natur, sondern auch rechtsstaatlich-prinzipiell: In einem funktionierenden Rechtssystem entscheidet nicht der wirtschaftlich oder medial Mächtigere über Schuld und Strafe. Genau deshalb sind Verfahren formalisiert, transparent und für beide Seiten mit Verteidigungsrechten ausgestattet. Wer stattdessen die eigene Reichweite nutzt, um Vorwürfe einseitig darzustellen, entzieht dem Beschuldigten die Möglichkeit der fairen Gegenrede – und verschiebt die Bewertung von Fakten in den emotional aufgeladenen Raum der sozialen Medien.

Selbst wenn ein tiefes persönliches Gefühl von Enttäuschung oder Verrat vorliegen mag, ersetzt dieses keine gerichtliche Klärung. Wer unternehmerische Verantwortung trägt, muss zwischen persönlicher Kränkung und institutioneller Professionalität unterscheiden können. Andernfalls entsteht der Eindruck, dass nicht Recht und Ordnung, sondern Reichweite und Empörung über Konsequenzen entscheiden.

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Virale Hetzjagd: TikTok und Instagram als Scharfrichter

Die Lawine, die das JP Performance Video vom 27. Februar 2026 losgetreten hat, ist längst nicht mehr zu stoppen. Auf TikTok und Instagram gehen derzeit unzählige Clips viral, die die Identität der Ex-Mitarbeiter offenlegen. Es ist eine moderne Treibjagd: Nutzer rufen dazu auf, die Personen zu „outen“, sie in ihren neuen Jobs aufzusuchen oder sie digital zu vernichten.

Erschreckenderweise trifft dieser Hass auch Unschuldige. In den Kommentarspalten werden Namen von Menschen genannt, die die JP Performance GmbH bereits vor Jahren im Guten verlassen haben. Diese Personen werden nun fälschlicherweise mit den aktuellen Vorwürfen in Verbindung gebracht. Ihr Ruf ist ruiniert, ihre Karrierewege sind durch das digitale Gedächtnis des Internets massiv bedroht.

Ein Klima der Angst für 80 Mitarbeiter

Die Botschaft an die verbliebenen über 80 Mitarbeiter der JP Performance GmbH ist unmissverständlich und toxisch. Kraemer hat bewiesen, dass er bereit ist, jeden, der nicht mehr ins System passt oder der Widerworte gibt, vor den Augen der Weltöffentlichkeit hinzurichten. Wer bei Fehlern oder Unstimmigkeiten damit rechnen muss, im nächsten YouTube-Video namentlich bloßgestellt zu werden, kann nicht mehr frei und sicher arbeiten. Dieses Klima der Einschüchterung ist das Gegenteil von moderner Mitarbeiterführung.

Ein Unternehmer im Widerspruch seiner eigenen Ignoranz

Abschließend muss in aller Deutlichkeit gesagt werden: Personalangelegenheiten und sensible Themen des Human Resources Managements haben in der Öffentlichkeit absolut nichts zu suchen. Ein Unternehmen von der Größe der JP Performance GmbH muss in der Lage sein, Kritik und Kommentare auszuhalten – sei es in den sozialen Netzwerken oder per E-Mail. Egal wie hoch der Druck der Community auch sein mag, Jean Pierre Kraemer hat sich selbst dazu entschieden, eine Person des öffentlichen Lebens zu sein. Wer diesen Weg wählt, muss die Schattenseiten der Bekanntheit professionell wegstecken können, anstatt seine Reichweite als Rachewerkzeug zu missbrauchen.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Kraemer im aktuellen Video explizit betonte, wie „scheißegal“ ihm der Hate und die Kommentare eigentlich seien. Doch das JP Performance Video straft diese Aussagen lügen. Wären ihm die Reaktionen tatsächlich so gleichgültig, hätte er niemals ein solches Video erstellt und damit eine beispiellose Hetzjagd veranstaltet. Wenn einem Dinge wirklich „scheißegal“ sind, dann ignoriert man sie souverän, anstatt private Existenzen für das Wohlwollen der Masse zu opfern. Wer vorgibt, über den Dingen zu stehen, aber gleichzeitig eine solche Lawine lostritt, zeigt vor allem eines: Dass ihm die Kommentare eben doch nicht egal sind – und dass sein Stolz schwerer wiegt als die unternehmerische Verantwortung gegenüber seinen (ehemaligen) Mitarbeitern.

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Das Video vom 27.02.2026

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