BYC-NewsLifestyle und TrendsVon Fastnacht bis Fasching: Herkunft und Brauchtum. Kostüme in 2026

Von Fastnacht bis Fasching: Herkunft und Brauchtum. Kostüme in 2026

Der Karneval, die Fastnacht oder der Fasching sind die Tage vor der christlichen Fastenzeit. Vor allem in den ländlichen Gebieten Deutschlands wird zwischen Weiberfastnacht und Rosenmontag das Brauchtum zur Hochblüte gebracht. Auch im Rhein-Main-Gebiet und in den angrenzenden Gebieten sind Umzüge, Sitzungen und Straßenfeste Bestandteil des öffentlichen Lebens. Hinter den Feiertagen und Kostümen verbirgt sich eine lange kulturhistorische Entwicklung, die bis ins Mittelalter zurückreicht.

Ursprung und Entwicklung des Karnevals

Der Begriff Karneval stammt wahrscheinlich vom lateinischen „carne vale“= „Fleisch lebe wohl“, was den Übergang in die vierzigtägige Fastenzeit vor Ostern bezeichnet. Bereits im Mittelalter entstanden in vielen Städten der europäischen Länder Bräuche, in denen die gesellschaftlichen Rollen umgekehrt oder parodiert wurden. Es fand eine zeitweilige Aufhebung der sozialen Gliederung statt. Die Verkleidung war ein Mittel dazu. Wer nicht erkennbar ist, kann alles spielen, kann Grenzen ausloten und kann seine Kritik viel indirekter formulieren.

Wir unterscheiden Regionalname und Form. Im Rheinland sagt man „Karneval“, in Teilen Süddeutschlands „Fasching“, in Hessen und Rheinland Pfalz häufig „Fastnacht“. Inhaltlich überschneiden sich die Begriffe zu einem gewissen Teil. Der Schwerpunkt liegt unterschiedlich und in manchen Orten sind die Umzüge und der Straßenkarneval die Hauptsache, andernorts die Saalveranstaltungen mit Büttenrede, Tanz und Musik. Im 19. Jahrhundert kam es vielerorts mehr und mehr  zu einer Organisation in Vereinen. Damit entstanden feste Abläufe, Termine, wiederkehrende Figuren und ein stärkerer Bezug zur lokalen Identität.

Die Kostümierung war dabei immer schon ein bisschen zweckmäßig. Sie schützte vor Verkennung und war Ausdrucksform der Satire. Anfänglich sah man fast nur die klassischen Figuren: Narr, Bauer, Funkenmarie. Die Motive aber ändern sich mit der Zeit, sie werden beeinflusst durch alle Strömungen der Gesellschaft. Pop, Politik, das Medium selbst, üben auch hier schnellere und direktere Einwirkungen auf die Verkleidungen aus als auf anderer Alltagstextil.

Die Kostüme der Karnevalssession 2026

Die Karnevalssession 2026 hat einige klare Strömungen gezeigt. Auffällig ist, dass sich eine große Anzahl leicht verständlicher, kollektiv erkennbarer Themen durchsetzt. Das hat praktische Gründe. Zahlreiche Veranstaltungen finden in Bewegung statt, im Zug etwa oder im Gedränge, da funktionieren Kostüme dann besser, wenn sie auf den ersten Blick lesbar sind und von ein paar Metern Abstand wirken.

Ein großer Trend war Retro. Mode und Serienästhetik der 80er und 90er Jahre war oft zu sehen, Trainingsanzüge, Neonfarben, Stirnbänder oder die Outfits typischer Boybands dominierten die Gruppenauftritte. Die Motive waren niedrigschwellig umsetzbar, sofort erkennbar, sie funktionierten auch deshalb, weil es eine gemeinsame Bildsprache gibt, wer die Referenz nicht genau kennt, erkennt trotzdem „alte Zeit“.

Parallel dazu blieben die Figuren aus irgendwelchen Streaming Serien und Kinofilmen präsent. Trotzdem zeigten sich etwa 2026 oft Vereinfachungen. Statt detailgetreuem Komplettkostüm wurden Farbgebungen und Accessoires verwendet, das spart Zeit, Kosten und sorgt dafür, dass das Kostüm beim Wetterwechsel nicht gleich zusammenfällt. Für den, der sich inspirieren wollte, gab es online ein schier unerschöpfliches Reservoir an Vorlagen und Zubehör, etwa über Vegaoo.de, Karneval Kostüme. Wichtiger als die Treue zum Original war die schnelle Wiedererkennung.

Ein weiterer Trend war Berufeparodie. Bauarbeiter, Piloten, Ärzte, Sicherheitsdienst… alles wird humorvoll überzeichnet. Solche Figuren funktionieren seit Jahrzehnten, weil sie ohne Erklärung auskommen. In 2026 fiel auf, dass viele Kostüme eine „Alltag plus Twist“ Logik hatten. Basis ist Alltagskleidung, dazu kommt eine sehr übertriebene Ausprägung wie Helm, Klemmbrett, Absperrband, Stethoskop oder Warnweste.

Gruppenkostüme waren ebenfalls stark verbreitet. Freundeskreise oder Vereine hatten ein gemeinsames Thema, etwa Spielkarten, Emojis, Schachfiguren oder „ein Set“ von Rollen aus einem bekannten Format. Gruppenkostüme haben auf Fotos eine klare Wirkung. Sie sind für Teams geeignet, die gemeinsam anreisen und zusammenbleiben wollen. Das ergibt im Straßenkarneval organisatorisch oft Sinn.

Selbermachen, Kostüme aus Alltagsmaterialien

Dadurch sind viele der Trends 2026 mit geringem Finanzaufwand umsetzbar. Retro braucht oft nur vorhandene Kleidung. Alte Sportjacken, Leggings, große T Shirts, Jeansjacken und breite Gürtel bilden die Basis. Mit Haarspray für den Hochfrisurenanstrich, Sonnenbrille und Schmuck wird man schnell erkennbar. Wer es „deutlicher“ macht, bedient sich der Farbkombination. Neon zu Schwarz oder Pastell zu Weiß funktioniert sofort als 90iger.

Berufskostüme gehen so pragmatisch: Ein weißes Hemd und ein selbstgemachtes Namensschild genügen als Arzt oder Laborfigur. Eine Warnweste mit Arbeitshandschuhen und Zollstock als Bauprofil. Flugpersonal macht man mit schwarzer Hose, weißem Oberteil und selbstgebasteltem Badge zufrieden. Aus Karton schneiden sich auch Rangstreifen, Abzeichen. Klebeband und Sicherheitsnadeln tun es, wenn keine Zeit oder Talent zum Nähen da ist.

Serien und Filmfiguren lassen sich oft auf einen oder zwei Merkmale reduzieren. Eine bestimmte Farbkombination, eine bestimmte Frisur oder ein bestimmtes Requisit reicht. Für Schilder, Logos oder große Props ist Karton eine gute Wahl. Acrylfarbe, Filzstifte und Kleber decken alle einfachen Bastelelemente ab. Auch Stoffreste und alte Bettlaken sind für schnelle Effekte nützlich. Daraus lassen sich Tuniken, Umhänge und einfache „Geister“ oder „Superhelden“ Varianten erstellen.

Gruppenkostüme wirken überzeugender, wenn sie Einheitlichkeit und Wiederholung zeigen. Ein schwarzes Outfit und ein einheitliches, möglichst großflächiges Zeichen aus Papier schaffen auch als Gruppe einen starken Eindruck. Für Spielkarten kann man aus Pappe ein Vorderteil basteln, das mit Gurten oder Schnur über die Schultern getragen wird. Bei Emojis tun es einfarbige Oberteile und ein großes, mit Augen und Mund bemaltes Schild. Entscheidend ist die gleiche Formensprache. Unterschiedliche Stile innerhalb der Gruppe wirken schnell wie Zufall.

Sicherheit und Praxistauglichkeit im Straßenkarneval

Was auch immer angesagt sein mag, alles hängt von der Praxistauglichkeit ab. Straßenkarneval heißt Gedränge, wechselndes Wetter, lange Standzeiten. Die Kostüme sollten Bewegungsfreiheit lassen und keine Stolperfallen bieten. Lange Umhänge, übergroße Schuhe, zu weite Ärmel sind in Menschenmengen ein Risiko. Wenn eine Maske getragen wird, muss die Sicht auch im Dunkeln funktionieren. Die Materialien sollen stabil sein. Dünner Karton knickt bei Regen. Wer mit Pappe arbeitet, kann sie mit Klebeband verfestigen oder mit einer dünnen Folie schützen. Bei allem Zubehör gilt: lieber leicht als klobig. Im Gedränge stören harte Dinge, sie verletzen auch. Lose Teile gehen schnell abhanden, bei Mietwagen, ÖPNV oder in Geschäften wird das zum Stress.

Wertgegenstände sollten nah am Körper getragen werden. Offene Taschen oder lose Zubehörstücke verschwinden, eine kleine, verschließbare Tasche unter dem Kostüm ist praktikabler als jeder sichtbare Rucksack. Bei Gruppen sollte ein einfacher Plan bestehen: Treffpunkt, Uhrzeit, Stimme am Telefon, zum Notfall. Das ist banal, beugt aber vor, dass sich nach wenigen Stunden alles wieder zerstreut.

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