Die Kreisstadt stellt die Weichen für die wirtschaftliche Zukunft: Im Norden von Groß-Gerau soll auf der rund 5,3 Hektar großen Fläche „Am Hermannsberg West“ ein neues Gewerbegebiet entstehen. Die Stadtverordnetenversammlung hat den städtebaulichen Entwurf bereits gebilligt und damit den Weg für das Bebauungsplanverfahren für das neue Gewerbegebiet in Groß-Gerau frei gemacht.
Klare Absage an Logistik-Riesen
Das geplante Areal, das derzeit noch landwirtschaftlich genutzt wird, grenzt im Süden an die A 67 und im Norden an das bestehende Gewerbe in der Münchener Straße. Eines ist für die Stadtplanung bereits jetzt sicher: Logistikunternehmen werden hier nicht zum Zuge kommen.
Ziel der Stadt ist eine ausgewogene Branchendurchmischung im neuen Gewerbegebiet in Groß-Gerau. Es sollen gezielt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) angesiedelt werden, um die Stadt als vielseitigen Gewerbestandort zu stärken. „Mit dem Gewerbegebiet Am Hermannsberg West erhalten wir die Chance, Unternehmen anzusiedeln, die Arbeitsplätze schaffen. Das wird der Stadt guttun“, betont Bürgermeister Jörg Rüddenklau.
Das Ziel: Ein „klimaresilientes“ Gewerbegebiet
Im Gegensatz zu klassischen, oft stark versiegelten Industriegebieten, soll Am Hermannsberg West neue Maßstäbe beim Klimaschutz setzen. Die Stadt plant ein „klimaresilientes“ Gebiet:
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Frischluftschneisen: Durch eine geschickte Anordnung der Gebäude sollen Luftströme zur Kühlung erhalten bleiben.
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Grünpuffer: Zur angrenzenden Wohnbebauung und zur Autobahn hin sind großzügige Grünzonen vorgesehen.
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Artenschutz: In Richtung der A 67 wird ein spezielles Habitat für Zauneidechsen angelegt.
Kooperation mit der HLG
Die Stadt entwickelt das Projekt nicht in Eigenregie, sondern setzt auf die bewährte Zusammenarbeit mit der Hessischen Landgesellschaft (HLG). Das Siedlungsunternehmen kauft die Flächen auf und übernimmt die Erschließung – ein Modell, das bereits beim „Helvetia Parc“ (Gewerbegebiet GG 08) erfolgreich angewendet wurde.
Zeitplan für das neue Gewerbegebiet in Groß-Gerau
Bis zum endgültigen Satzungsbeschluss und damit zur Schaffung von Baurecht wird es noch dauern; die Stadt rechnet mit dem Frühjahr 2027. Im Rahmen der frühzeitigen Offenlegung können Bürger, Naturschutzverbände und Nachbarkommunen ihre Einwände und Anregungen vorbringen.
Auf dem Areal für das neue Gewerbegebiet in Groß-Gerau könnten voraussichtlich etwa 15 Betriebe Platz finden. Die Parzellierung soll jedoch flexibel bleiben, sodass Grundstücke je nach Bedarf der Unternehmen zusammengelegt werden können. Auch die Infrastruktur wird mitgeplant: Eine Anbindung an den ÖPNV über die Münchener Straße oder eine eigene neue Haltestelle im Gebiet ist in der Prüfung.
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