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Was ist Starlink vom US-Unternehmen SpaceX?

Mit dem Ziel, schnelles Internet bis in den letzten Winkel der Erde zu bringen, hat Elon Musks Raumfahrtunternehmen eine Infrastruktur im All geschaffen, die die bisherige Satellitentechnik in den Schatten stellt.

Das Projekt Starlink vom US-Unternehmen SpaceX ist das weltweit größte und ambitionierteste Satellitennetzwerk zur Bereitstellung von Breitband-Internet. Seit dem Start des kommerziellen Betriebs in den USA im Jahr 2020 und der globalen Verfügbarkeit ab 2023 hat sich das System zu einem entscheidenden Akteur in der Telekommunikationsbranche entwickelt. Während herkömmliche Satellitenverbindungen oft durch hohe Latenzzeiten und geringe Bandbreiten limitiert waren, setzt Starlink auf eine Konstellation in der niedrigen Erdumlaufbahn (Low Earth Orbit, LEO), um Glasfaser-ähnliche Geschwindigkeiten aus dem Weltall zu ermöglichen.

Die technische Basis: Ein Netzwerk der Superlative

Hinter Starlink vom US-Unternehmen SpaceX steht eine gewaltige Flotte von Kleinsatelliten. Mit Stand vom 3. Februar 2026 befinden sich bereits 9.634 Starlink-Satelliten im Erdorbit. Zum Vergleich: Dies entspricht bereits der fünffachen Anzahl aller Satelliten, die zwischen dem Start von Sputnik 1 im Jahr 1957 und dem Jahr 2019 ins All befördert wurden.

Die Expansionspläne sind jedoch noch weitaus größer. Die US-Behörde FCC hat bereits Genehmigungen für insgesamt 19.427 Satelliten erteilt, während Anträge für weitere 22.488 Einheiten bereits vorliegen. Diese schiere Masse ist notwendig, um eine lückenlose Abdeckung zu garantieren, da die Satelliten aufgrund ihrer geringen Flughöhe jeweils nur einen kleinen Bereich der Erdoberfläche abdecken können.

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Warum fliegt Starlink so tief?

Die Satelliten von Starlink vom US-Unternehmen SpaceX umkreisen die Erde in einer Höhe von etwa 328 bis 614 Kilometern. Geostationäre Satelliten hingegen befinden sich in über 35.000 Kilometern Höhe. Die geringe Distanz bietet entscheidende Vorteile:

  • Geringe Latenz: Die Signalverzögerung (Ping) wird drastisch reduziert, da der Weg zum Satelliten und zurück deutlich kürzer ist. Dies ermöglicht Anwendungen wie Online-Gaming oder Videokonferenzen in Echtzeit.

  • Sicherheit im Weltraum: Durch den Luftwiderstand der Restatmosphäre verglühen defekte oder ausrangierte Satelliten nach einigen Jahren von selbst, anstatt als gefährlicher Weltraummüll im Orbit zu verbleiben.

Die Satellitengeneration und ihre Technik

Die Ingenieure in Redmond (Washington) haben für Starlink vom US-Unternehmen SpaceX eine flache Bauweise entwickelt, die es erlaubt, bis zu 60 Satelliten gleichzeitig in einer Falcon-9-Rakete zu stapeln. Technisch haben sich die Satelliten rasant entwickelt:

Technische Spezifikationen der Generationen

Die technischen Spezifikationen der verschiedenen Generationen zeigen eine deutliche Weiterentwicklung. Version 1.0 hat eine Masse von 260 kg und ist mit einem Krypton-Hallantrieb ausgestattet. Die Kommunikation erfolgt über Ku- und Ka-Band, und die Kapazität liegt bei etwa 18 GBit/s.

Version 1.5 weist eine erhöhte Masse von ungefähr 300 kg auf und nutzt ebenfalls einen Krypton-Hallantrieb. Zusätzlich zu Ku- und Ka-Band verfügt diese Generation über Laser-Links zur Kommunikation. Die Kapazität steigt auf etwa 20 GBit/s.

Die Version 2.0 mini ist mit einer Masse von etwa 730 kg bis 800 kg deutlich schwerer. Sie verwendet einen Argon-Hallantrieb. Neben Ku- und Ka-Band sowie Laser-Links unterstützt sie zusätzlich LTE-Mobilfunk (Direct-to-Cell, DTC). Die Kapazität erhöht sich deutlich auf rund 100 GBit/s.

Besonders hervorzuheben ist die Einführung der Laser-Inter-Satellit-Verbindungen (Laserlinks). Während ältere Modelle zwingend eine Bodenstation (Gateway) in Sichtweite benötigten, können moderne Starlink-Satelliten Daten untereinander via Laser im Vakuum des Alls austauschen. Dies ermöglicht Internetempfang auf offener See oder in der Antarktis, weit entfernt von jeder landbasierten Infrastruktur.

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Netzabdeckung und globale Reichweite

Dank der Laserlink-Technologie ist Starlink vom US-Unternehmen SpaceX mittlerweile von jedem Standort der Erde aus nutzbar, sofern freie Sicht zum Himmel besteht. Eine Besonderheit ergibt sich aus der Bahnneigung: Um den 53. Breitengrad ist die Versorgungsdichte aufgrund der Orbitalparameter besonders hoch.

Seit 2023 ist das System auch fest in der Seeschifffahrt etabliert. Kreuzfahrtschiffe, Frachter und private Yachten nutzen Starlink, um globale Hochgeschwindigkeitsverbindungen zu gewährleisten, die zuvor unbezahlbar oder technisch unmöglich waren.

Die Endgeräte: Das Tor zum Weltraum-Internet

Um das Signal von Starlink vom US-Unternehmen SpaceX zu empfangen, benötigen Nutzer ein spezielles Hardware-Kit. Dieses hat sich über drei Generationen hinweg deutlich verändert:

  1. Generation 1 & 2: Verwendeten eine runde bzw. rechteckige Phased-Array-Antenne, die durch Elektromotoren physisch nachgeführt wurde, um den optimalen Winkel zum Satelliten zu finden.

  2. Generation 3: Verzichtet komplett auf Motoren. Die Ausrichtung erfolgt rein elektronisch mittels digitaler Strahlformung. Dies macht die Hardware robuster und einfacher in der Handhabung.

Interessanterweise fungieren diese Terminals auch als Navigationshilfen. Sie werten Signale von bis zu 48 GNSS-Satelliten (wie GPS) gleichzeitig aus, um die Zeit mit dem Satellitennetzwerk zu synchronisieren. Bis Mitte 2025 verzeichnete das Unternehmen bereits über 6 Millionen Kunden weltweit, wobei die Produktion der Hardware seit 2024 in einer riesigen Fabrik in Bastrop (Texas) erfolgt.

Starlink vom US-Unternehmen SpaceX in Deutschland und der Schweiz

Auch im deutschsprachigen Raum ist das System fest integriert. Im November 2020 wurde die Starlink Germany GmbH in Frankfurt am Main gegründet. Die Bundesnetzagentur hat die entsprechenden Frequenzen im Ku- und Ka-Band zugeteilt.

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Einsatz in Krisengebieten

Seine Leistungsfähigkeit bewies Starlink vom US-Unternehmen SpaceX unter anderem während der Flutkatastrophe 2021 im Ahrtal. Als die terrestrische Kommunikation komplett zusammenbrach, stellte SpaceX kurzfristig Antennenschüsseln bereit, um die notdürftige Kommunikation für Rettungskräfte und Betroffene sicherzustellen. Auch im Rahmen der Breitbandabdeckung wird das System von der Bundesnetzagentur als Lösung für verbleibende Funklöcher in Betracht gezogen.

In der Schweiz wurde im September 2025 die Starlink Switzerland GmbH mit Sitz in Sitten (Wallis) registriert. Eine Bodenstation im Walliser Ort Leuk befindet sich in der Planung, um die Netzanbindung im Alpenraum weiter zu optimieren.

Herausforderungen und optische Sichtbarkeit

Die schiere Menge der Satelliten von Starlink vom US-Unternehmen SpaceX bleibt nicht ohne Kritik. Astronomen bemängeln die Beeinträchtigung von Himmelsbeobachtungen. Besonders kurz nach dem Start bilden die Satelliten eine „Perlenkette“ am Himmel, die in der Dämmerung deutlich sichtbar ist. Durch die niedrige Bahnhöhe reflektieren sie das Sonnenlicht besonders stark, wenn die Sonne kurz unter dem Horizont steht. SpaceX reagierte hierauf mit Beschichtungen zur Lichtreduzierung und speziellen Ausrichtungsmanövern der Solarpanele.

Die Zukunft: Direct-to-Cell und Starship

Der nächste große Schritt für Starlink vom US-Unternehmen SpaceX steht unmittelbar bevor. Ab 2024/2025 sollen direkte Verbindungen zwischen normalen Mobilfunkgeräten und den Satelliten möglich sein (Direct-to-Cell). Dies würde Funklöcher weltweit eliminieren, ohne dass Nutzer eine spezielle Antenne benötigen.

Zudem wird die Einführung der dritten Satellitengeneration (v3) erwartet. Diese deutlich größeren Satelliten können aufgrund ihres Gewichts und Volumens nur mit dem SpaceX Starship, der größten Rakete der Welt, effizient in den Orbit gebracht werden. Damit würde sich die Gesamtkapazität des Netzwerks nochmals vervielfachen.

Starlink vom US-Unternehmen SpaceX ist somit weit mehr als nur ein Internetanbieter. Es ist ein globales Infrastrukturprojekt, das die Art und Weise, wie die Menschheit vernetzt ist, grundlegend revolutioniert – von der ländlichen Region in Deutschland bis hin zur Forschungsstation in der Arktis.

Die Lichterketten am Himmel von Starlink

Was ist starlink vom us-unternehmen spacex?Immer wieder ziehen sie wie aufgereihte Perlen über den Nachthimmel: helle Punkte, die scheinbar lautlos und doch unübersehbar das Firmament durchqueren. Was auf den ersten Blick wie ein seltenes Naturphänomen wirkt, entpuppt sich als Technik in Reinform. Die Lichter gehören zum Satellitennetzwerk SpaceX, genauer zum Projekt Starlink, das schnelles Internet selbst in entlegenste Winkel der Erde bringen soll – unabhängig von Glasfaserkabeln und terrestrischer Infrastruktur. Für viele Beobachter sind die Satelliten inzwischen ein Spektakel, vergleichbar mit einem Blick auf die International Space Station. Doch Astronomen und Kritiker warnen: Mit jeder neuen Rakete wächst die Megakonstellation weiter. Die Frage steht im Raum, ob der Himmel als gemeinsames Gut der Menschheit groß genug ist für tausende zusätzliche Lichtpunkte – oder ob der Fortschritt hier seinen Preis am Sternenzelt verlangt. Weitere Informationen zu Starlink

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