BYC-NewsWirtschaftSchock bei DB Cargo: Fast jeder zweite Arbeitsplatz vor dem Aus

Schock bei DB Cargo: Fast jeder zweite Arbeitsplatz vor dem Aus

Wie das Unternehmen DB Cargo am heutigen Donnerstag, den 19. Februar 2026, bestätigte, plant der neue Vorstandsvorsitzende Bernhard Osburg den Abbau von fast der Hälfte aller Vollzeitstellen in Deutschland.

Massiver Personalabbau eingeleitet

Von den derzeit rund 14.000 Beschäftigten sollen 6.200 Stellen wegfallen. Der ehemalige Stahlmanager Osburg, der erst im Oktober 2025 das Ruder übernahm, zieht damit die Reißleine, nachdem das Sanierungskonzept seiner Vorgängerin Sigrid Nikutta von externen Gutachtern als unzureichend verworfen worden war.

DB Cargo unter Zeitdruck: Profitabilität bis Ende 2026 gefordert

Hinter dem drastischen Kahlschlag steht ein massiver Druck durch die EU-Kommission. Im Rahmen eines Beihilfeverfahrens wurde festgelegt, dass die DB AG die Verluste ihrer Gütersparte nicht mehr unbegrenzt ausgleichen darf.

DB Cargo muss bereits bis Ende 2026 eine „schwarze Null“ schreiben, um eine Zerschlagung des Unternehmens zu verhindern. Das operative Minus belief sich im vergangenen Jahr erneut auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Osburgs „Vier-Säulen-Plan“ sieht vor, bis zum Jahr 2030 insgesamt eine Milliarde Euro einzusparen, um das Unternehmen dauerhaft wettbewerbsfähig zu machen.

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Fokus auf vier Hauptstandorte – Werksschließungen geplant

Die Umstrukturierung betrifft nahezu alle Unternehmensbereiche – vom Fahrbetrieb über die Disposition bis hin zur IT und Verwaltung. Besonders hart trifft es den Bereich der Instandhaltung und Zugbildung:

  • Zentralisierung: Die Zugbildung im defizitären Einzelwagenverkehr soll bis 2027 auf nur noch vier Kernstandorte konzentriert werden: Köln-Gremberg, Seelze, Mannheim und Nürnberg.

  • Werksschließungen: Von den aktuell 27 Instandhaltungswerken sollen zwölf geschlossen oder verkauft werden.

  • Europäische Ausrichtung: Osburg will DB Cargo zu einem grenzüberschreitenden Systemlogistiker umbauen, da die Nachfrage der deutschen Schwerindustrie (Stahl, Chemie, Automobil) zuletzt stark eingebrochen war.

Widerstand der Gewerkschaften angekündigt

Die Arbeitnehmervertreter reagierten entsetzt auf die Pläne. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) kündigte „sehr harte Verhandlungen“ an. Man werde um jeden einzelnen Arbeitsplatz kämpfen, hieß es von Seiten der stellvertretenden EVG-Vorsitzenden Cosima Ingenschay. Kritiker warnen zudem davor, dass ein so massiver Personalabbau die verkehrspolitischen Ziele der Bundesregierung gefährdet.

Wenn DB Cargo Kapazitäten abbaut, droht eine massive Rückverlagerung von Gütertransporten auf die Straße – ein fatales Signal für die angestrebte Verkehrswende.

Wie geht es für die Mitarbeiter weiter?

Bernhard Osburg betonte, dass der Stellenabbau sozialverträglich gestaltet werden soll. Die Deutsche Bahn setzt dabei auf natürliche Fluktuation und den konzerninternen Arbeitsmarkt.

Da in anderen Sparten wie dem Personenverkehr oder der Infrastruktur händeringend Personal gesucht wird, hofft das Management, vielen Betroffenen alternative Stellen innerhalb der DB-Familie anbieten zu können. Dennoch bleibt die Verunsicherung groß, da die Details der Umsetzung erst bis zum Sommer 2026 final ausgearbeitet werden sollen.

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