BYC-NewsWiesbadenVerkehr WiesbadenAusbau am Bahnhof Kastel verzögert sich um Jahre

Ausbau am Bahnhof Kastel verzögert sich um Jahre

Verkehrsdezernent Andreas Kowol findet deutliche Worte: Die wiederholten Versäumnisse der DB InfraGO bei zentralen Infrastrukturvorhaben seien für die Bürgerinnen und Bürger „nicht mehr hinnehmbar“.

Die Landeshauptstadt Wiesbaden lässt ihrem Ärger über die DB InfraGO freien Lauf. In einer aktuellen Stellungnahme kritisiert die Stadtverwaltung die wiederholten Planungsfehler und Verzögerungen bei wichtigen Bahnprojekten im Stadtgebiet. Im Zentrum des Unmuts steht der wichtige Pendlerknoten Bahnhof Kastel.

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Bahnhof Kastel: Barrierefreiheit in weiter Ferne

Am stark frequentierten Bahnhof Kastel, den täglich rund 9.000 Fahrgäste nutzen, droht der barrierefreie Ausbau nun endgültig zur unendlichen Geschichte zu werden. Erst nach mehrmaligem Nachhaken bestätigte das Bahn-Tochterunternehmen, dass der für 2026 versprochene Termin nicht zu halten ist.

Eigentlich sollte der Bahnhof bereits 2022 barrierefrei sein. Damals wurden jedoch nur Blindenleitstreifen verlegt und Handläufe erneuert – die entscheidenden Aufzüge fehlen bis heute. Grund dafür waren laut Bahn fehlende Gleissperrungen. Nun steht im Raum, dass der Mittelbahnsteig erst gegen Ende des Jahrzehnts – etwa 2029 – fertiggestellt sein könnte. „Dass hier nun erneut eine mehrjährige Verzögerung im Raum steht, lässt sich den Bürgerinnen und Bürgern schlichtweg nicht mehr erklären“, betont Verkehrsdezernent Andreas Kowol. Lediglich für den Hausbahnsteig stellt die Bahn eine Realisierung der Aufzüge noch für 2026 in Aussicht.

Stillstand bei der Wallauer Spange und in Igstadt

Der Bahnhof Kastel ist kein Einzelfall. Auch andere Schlüsselprojekte der DB InfraGO stocken massiv:

  • Bahnhof Igstadt: Hier sorgt eine plötzliche Änderung bahninterner Richtlinien für Kopfschütteln. Nachdem jahrelang ein Mittelbahnsteig mit östlichem Zugang geplant und sogar das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen war, kippte die Bahn diese Lösung nun einseitig. Alternativ geplante Außenbahnsteige würden die Fertigstellung um weitere drei Jahre verzögern.

  • Wallauer Spange: Auch bei diesem für die gesamte Rhein-Main-Region essenziellen Schienenprojekt gab es zuletzt erhebliche Unstimmigkeiten und Verzögerungen.

„Das Vertrauen in die Bahn leidet“

Für Verkehrsdezernent Kowol ist das Maß voll. Zwar erkenne die Stadt die Komplexität der Sperrpausen und die Belastung des Netzes an, doch fehle es der DB InfraGO an interner Abstimmung und Stringenz. „Wenn uns bei nahezu jedem größeren Vorhaben plötzlich über unvorhergesehene neue Hürden aus den DB-eigenen Verwaltungsabläufen berichtet wird, leidet am Ende das Vertrauen in die Bahn insgesamt“, so Kowol.

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Die Stadt Wiesbaden fordert nun:

  • Verlässliche Zeitpläne statt vager Versprechungen.

  • Transparente Entscheidungen bei Richtlinienänderungen.

  • Klare Priorisierung der Projekte im Ballungsraum Mainz-Wiesbaden.

Die Landeshauptstadt kündigte an, den Druck auf die DB InfraGO, den Bund und die Fachbehörden massiv zu erhöhen, um endlich verbindliche Perspektiven für die Pendlerinnen und Pendler sowie für mobilitätseingeschränkte Menschen zu erzwingen.

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