Wirtschaftsnews – Es ist eine Nachricht, die in den Werkhallen von Wolfsburg bis Zwickau für Fassungslosigkeit sorgt: Mitten in der schwersten Krise der Konzerngeschichte meldet Volkswagen für das Jahr 2025 plötzlich einen Cashflow von sechs Milliarden Euro. Mit diesem buchhalterischen „Befreiungsschlag“ sicherte VW-Finanzchef Arno Antlitz (55) den Vorständen offenbar die volle Auszahlung ihrer variablen Vergütungen. Damit fließen für die Top-Manager nun die vollen VW-Vorstand Boni – bis zu 1,75 Millionen Euro extra pro Kopf –, während die Belegschaft mit massiven Sparplänen und dem Verlust Tausender Arbeitsplätze konfrontiert wird.
Buchhalterische Kniffe statt echter Gewinne für den VW-Vorstand
Dabei war 2025 für Volkswagen faktisch ein Jahr zum Vergessen. Die Gewinne bei den prestigeträchtigen Töchtern Audi und Porsche brachen um bis zu 90 Prozent ein, und in China wurde der Konzern auf den dritten Platz durchgereicht. Dass am Ende dennoch sechs Milliarden Euro in der Bilanz stehen, verdankt die Spitze nach internen Informationen vor allem radikalen Maßnahmen:
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Verschobene Kosten: Entwicklungsausgaben der Kernmarke VW wurden kurzerhand ins Jahr 2026 verlagert.
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Vorzeitige Cash-Generierung: Forderungen aus Fahrzeugverkäufen wurden mit Abschlägen verkauft, um zum Stichtag Liquidität vorzuweisen.
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Lagerabbau: Bestände an Rohstoffen und Komponenten wurden drastisch gesenkt – auf Kosten der künftigen Produktionssicherheit.
Millionen für die Spitze – Existenzangst an der Basis
Der bittere Beigeschmack: Ohne diesen „6-Milliarden-Trick“ hätte der Vorstand auf einen Großteil seiner Prämien verzichten müssen, da die Barmittel-Ziele verfehlt worden wären. Dass nun ausgerechnet die volle Bonus-Stufe (ab 5,6 Mrd. Euro) erreicht wurde, wirkt wie ein Schlag ins Gesicht der rund 120.000 Tarifbeschäftigten.
Während sich der VW-Vorstand über Millionen-Zusatzzahlungen freuen darf, bereitet sich die Belegschaft auf einen harten Sparkurs vor. Im Vorfeld der Betriebsratswahlen im März wächst der Rückhalt für die IG Metall, die bereits Widerstand angekündigt hat. Insider berichten, dass nach der „Aufhübschung“ der Bilanz für 2026 nun ein umso härterer „Sparhammer“ droht, um die vorgezogenen Kosten und die Prämien-Ausschüttungen zu refinanzieren. Entlassungen in einer Größenordnung von bis zu 35.000 Stellen in den Kernmarken stehen laut Branchenexperten weiterhin im Raum.
Dividenden-Druck der Eigentümerfamilien
Hinter dem Drang nach schnellem Cash stehen laut Insidern auch die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch. Diese sind auf die Dividenden des Konzerns angewiesen, um private Milliardenkredite zu bedienen, mit denen interne Anteilsverschiebungen finanziert wurden. Dass die Dividendenfähigkeit durch buchhalterische Sondereffekte gesichert wurde, verstärkt den Eindruck, dass die Interessen von Aktionären und Management über die soziale Verantwortung des Unternehmens gestellt werden.
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