Endlich hat der Lärm ein Ende! In der Mainzer Stadtverwaltung weht ein neuer, auffallend leiser Wind. Um die Landeshauptstadt zur „Flüsterzone“ zu machen, plant die Stadt eine Reform, die das Rettungswesen revolutionieren – oder zumindest deutlich entschleunigen – wird. Die Feuerwehr Mainz soll künftig zwischen 22:00 und 06:00 Uhr im Depot bleiben, damit Anwohner nicht mehr durch die „akustische Belästigung“ von Martinshörnern in ihrer Tiefschlafphase gestört werden.
„Es kann nicht sein, dass 500 Menschen wachgeküsst werden, nur weil es bei einem Einzelnen im Keller brennt“, erklärt ein Stadtsprecher trocken. „Solidarität bedeutet in einer modernen Gesellschaft eben auch, dass man nachts mal diskret vor sich hin kokelt, ohne die ganze Nachbarschaft mit nervigen Sirenen zu terrorisieren.“
Digitale Nachtwache: Die 112 mit Anrufbeantworter
Für Notfälle während der Schlafenszeit hat sich die Feuerwehr Mainz eine besonders effiziente Lösung einfallen lassen: Unter der Notrufnummer 112 wird ab 22:00 Uhr ein Anrufbeantworter geschaltet. Betroffene Bürger werden gebeten, den Brandherd, die geschätzte Flammenhöhe und ihre Adresse nach dem Signalton deutlich aufzusprechen.
Die eingegangenen Meldungen werden dann ab 06:00 Uhr morgens beim ersten gemeinsamen Team-Kaffee in aller Ruhe gesichtet. „Das hat den Vorteil, dass die Kollegen der Feuerwehr Mainz ausgeruht am Einsatzort erscheinen“, so die Verwaltung. „Oft hat sich das Problem bis zum Morgen durch Selbstverzehr des Brandobjekts ohnehin erledigt, was massiv Löschwasser spart.“
Die Drehleiter auf dem Lastenrad: Muskelkraft statt Diesel-Wahn
Doch nicht nur beim Lärm, auch beim Klima will die Feuerwehr Mainz neue Maßstäbe setzen. Der CO2-intensive Einsatz von tonnenschweren Löschfahrzeugen gilt als veraltet. Stattdessen startet ein Pilotprojekt, bei dem die Einsatzkräfte auf hochmoderne Lastenräder umsteigen.
Besonderes Highlight der neuen Flotte: Die „Bio-Drehleiter“. Hierbei wird eine vierteilige Steckleiter auf ein verstärktes Lastenrad montiert. „Sollte eine Rettung aus dem vierten Stock nötig sein, müssen die Kollegen eben kräftig in die Pedale treten, um die Leiter durch Dynamik aufzurichten“, erklärt ein Technik-Experte der Feuerwehr Mainz. Für den nötigen Löschdruck sorgen künftig biologisch abbaubare Super-Soaker-Spritzpistolen, die von den Einsatzkräften während der Fahrt mit Rheingold-Schorle befüllt werden können.
Achtsamkeit im Einsatz
Das neue Konzept sieht zudem vor, dass bei Einsätzen nach 06:00 Uhr zunächst eine „Gefühlsanalyse“ der Brandbetroffenen durchgeführt wird, bevor mit dem lauten Ausrollen von Schläuchen begonnen wird. Die Feuerwehr Mainz versteht sich künftig eher als „therapeutisches Begleitteam für thermische Ereignisse“.
Sollte es dennoch einmal zu einem größeren Brand kommen, setzt die Stadt auf das Prinzip der Eigenverantwortung: „Wir vertrauen darauf, dass die Mainzer das Feuer höflich bitten, bis zum Ende der Frühstückspause mit der Ausbreitung zu warten.“
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