BYC-NewsVerbandsgemeinde Nieder-OlmPolizei Nieder-OlmFaktencheck: Gruppenvergewaltigung in Essenheim

Faktencheck: Gruppenvergewaltigung in Essenheim

Achtung Fake News: Dubiose Facebook-Posts locken Nutzer auf gefährliche Phishing-Seiten

In diversen Facebook-Gruppen verbreitet sich aktuell eine Nachricht wie ein Lauffeuer: Ein vermeintlicher Zeitungsartikel mit der Überschrift „Gruppenvergewaltigung in Essenheim – Wer kennt die Männer?“ sorgt für Verunsicherung unter den Bürgern und Bürgerinnen. Doch ein Faktencheck zeigt schnell: An der Geschichte aus Essenheim ist absolut nichts dran. Es handelt sich um eine gefährliche Falschmeldung, die nur ein Ziel hat – den Diebstahl sensibler Daten.

Auffällig ist, dass diese Postings größtenteils von frisch angemeldeten Profilen mit nur sehr wenigen Freunden geteilt werden. Hierbei handelt es sich um sogenannte Social-Media-Bots. Leider fallen auch immer wieder echte Bürger auf die Schock-Nachricht herein und teilen den Beitrag, ohne den Wahrheitsgehalt zu prüfen.

Werbung

Die Masche: Virus-Warnung als Falle

Wer den Link zur angeblichen Gruppenvergewaltigung in Essenheim anklickt, landet auf einer manipulierten Internetseite. Nach wenigen Sekunden erscheint eine täuschend echt aussehende Warnmeldung: Der Rechner sei angeblich mit einem Virus infiziert. Um den Schaden zu beheben, wird die Installation einer „Reinigungs-Software“ vorgeschlagen.

Hinter dieser Software verbirgt sich jedoch ein bösartiges Phishing-Tool. Einmal installiert, agiert das Programm wie ein klassischer Keylogger oder Scraper. Es läuft unbemerkt im Hintergrund und zeichnet jede Tastatureingabe auf. Auf diese Weise gelangen Kriminelle an:

  • Passwörter für soziale Netzwerke (Facebook, Instagram, LinkedIn etc.)

  • E-Mail-Zugangsdaten (Gmail, Outlook, Firmen-Accounts)

  • Sensible Bankdaten und Kreditkarteninformationen

  • Privater E-Mail-Verkehr: Einlesen von ein- und ausgehenden Nachrichten.

  • Chat-Inhalte: Protokollierung von Unterhaltungen über Messenger-Dienste wie WhatsApp Web oder Telegram.

  • Social-Media-Profile: Vollständiger Zugriff auf persönliche Konten, um in Ihrem Namen Beiträge zu verfassen oder Nachrichten zu verschicken.

  • Dateizugriff: Auslesen von lokalen Dokumenten, Fotos und privaten PDFs auf der Festplatte.

  • Browsing-Historie: Überwachung Ihres Online-Verhaltens und besuchter Webseiten.

  • Identitätsdaten: Zugriff auf gespeicherte Adressdaten, Geburtsdaten und Telefonnummern für Identitätsdiebstahl.

Gab es die Tat wirklich? NEIN!

Die Antwort ist ein klares Nein. Eine Gruppenvergewaltigung in Essenheim hat nicht stattgefunden. Hinter dem vermeintlichen Medium stecken professionelle Betrüger-Banden. Diese nutzen ein automatisiertes System, um identische Falschmeldungen für nahezu jede Stadt in Deutschland zu generieren. Lediglich der Ortsname wird ausgetauscht, um eine lokale Relevanz vorzugaukeln und die Klickzahlen in die Höhe zu treiben.

Innerhalb weniger Stunden können diese kriminellen Netzwerke bundesweit Fake-News verbreiten und so im großen Stil Daten ergaunern.

Werbung

FAQ zum Fake-Post über Essenheim

  • Woran erkenne ich solche betrügerischen Webseiten? Diese Seiten nutzen oft sehr kryptische Domainnamen oder bestehen einfach nur aus willkürlichen Buchstaben- und Zahlenkombinationen, die keine seriöse Medienquelle erkennen lassen.

  • Wie kann ich den Wahrheitsgehalt einer Meldung prüfen? Wenn Sie unsicher sind, googeln Sie den Vorfall vorher. Wenn es eine Gruppenvergewaltigung in Essenheim oder ein vergleichbares Ereignis gegeben hätte, würden seriöse regionale und überregionale Medien sowie offizielle Polizeipresseportale darüber berichten.

  • Was tun, wenn ich mir unsicher bleibe? In dringenden Fällen können Sie bei Ihrer nächsten Polizeidienststelle anrufen und nachfragen. Die Beamten haben meist einen Überblick über die aktuelle Lage oder bekannte Falschmeldungen.

  • Darf ich für solche Nachfragen den Notruf wählen? Nein. Bitte wählen Sie für solche Fragen niemals die 110. Nutzen Sie stattdessen die normale Amtsleitung Ihrer örtlichen Polizei, um den Notruf für echte Gefahrensituationen freizuhalten.

  • Was soll ich tun, wenn ich die Software bereits installiert habe? Trennen Sie das Gerät sofort vom Internet, lassen Sie es von einem Experten auf Schadsoftware prüfen und ändern Sie von einem anderen, sauberen Gerät aus alle Ihre Passwörter.

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN:

ABONNIERE UNS IN DEN SOZIALE MEDIEN