BYC-NewsIngelheimSoziales IngelheimMütZe Ingelheim gerettet: Landkreis, Stadt und Verein einigen sich

MütZe Ingelheim gerettet: Landkreis, Stadt und Verein einigen sich

Nach intensiven Verhandlungen steht fest: Sowohl die Kita als auch die vielfältigen sozialen Angebote des MütZe bleiben erhalten.

Die Kreisverwaltung Mainz-Bingen, die Stadt Ingelheim und das Mütter- und Familienzentrum (MütZe) haben eine Einigung erzielt, die den Fortbestand sowohl der Kindertagesstätte als auch der übrigen Angebote des Vereins sichern.

Die Situation hatte für Landrat Thomas Barth Priorität

„Dieses soziale Angebot in Ober-Ingelheim ist sowohl für die Stadt Ingelheim als auch für viele Bürgerinnen und Bürger aus anderen Kommunen des Landkreises immens wichtig“, sagt Landrat Thomas Barth, für den die Klärung der Situation rund um das MütZe nach seinem Amtsantritt Priorität hatte. „Ich bin froh, dass wir dank intensiver und vor allem lösungsorientierter Gespräche nun diesen gemeinsamen Weg zum Wohle der Kinder und Eltern beschreiten und heute eine wirklich gute Nachricht überbringen können.“

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Die Einigung stützt sich im Wesentlichen auf zwei Pfeiler:

  1. Kita-Finanzierung: Der Landkreis übernimmt 100 Prozent der anerkannten Personalkosten sowie einen pauschalen Anteil von 11 Prozent für Sach- und Gemeinkosten.

  2. Jugendhilfe „Bunte Insel“: Eine neue Leistungsvereinbarung sichert die auskömmliche Finanzierung dieser wichtigen Tagesgruppe für neurodivergente Kinder (z.B. mit ADHS) oder Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen.

Das spezielle Tagesgruppenangebot zur Hausaufgaben- und Nachmittagsbetreuung ist für Kinder mit AD(H)S und anderen Besonderheiten der Neurodivergenz sowie für Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen und verhaltensoriginelle Kinder gedacht. In der Gruppe sollen die individuellen Ressourcen der Kinder entdeckt, soziale Kompetenzen gefördert und die jungen Menschen bei der Bewältigung ihres Alltages unterstützt werden.

Rechtsgrundlage für die Aufnahme bieten die Paragrafen 32, 35a sowie 27 im SGB VIII. Die Kinder werden über den Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) des Jugendamtes oder die Eingliederungshilfe aktiv in die Gruppe untergebracht. Das MütZe prüft derzeit zudem, ob der Verein künftig auch Integrationskräfte in Schulen stellen kann.

Der Verein MütZe blickt auf intensive, konstruktive Gespräche mit der Kreisverwaltung Mainz-Bingen und der Stadt Ingelheim zurück

In gemeinsamer Verantwortung ist es gelungen, tragfähige Perspektiven zu entwickeln, um die Arbeit des MütZe langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln. Und das trotz schwieriger und rechtlich teils sehr unklarer Ausgangslage.

„Die vergangenen Monate haben gezeigt, wie wichtig die Rückendeckung aus der Verwaltung und die fachliche Anerkennung für unsere Arbeit sind. Daneben waren alle Beteiligten bereit, auch neue Wege zu gehen“, erklärt der Vorstand des MütZe, bestehend aus Manuela Speth, Christina Centonze-Lukas und Christin Klesy. „Dass es gelungen ist, gemeinsam mit dem Kreis Mainz-Bingen und der Stadt Ingelheim Lösungen zu finden, werten wir als starkes Zeichen für den Stellenwert von Familienarbeit, Prävention und Jugendhilfe in unserer Region.“

Besonders hervorzuheben ist die klare Unterstützung der Stadt Ingelheim, vertreten durch Bürgermeisterin Eveline Breyer und ihrem Team. Von Beginn an haben sich alle Beteiligten für den Erhalt des MütZe eingesetzt und aktiv an tragfähigen Perspektiven mitgewirkt. Diese Rückendeckung aus der Stadtverwaltung war ein entscheidender Faktor für die nun gefundene Lösung. Auch auf Kreisebene wurde die besondere Rolle des MütZe ausdrücklich anerkannt, findet der MütZe-Vorstand. Landrat Thomas Barth habe die Gespräche konstruktiv begleitet und gemeinsam mit allen Beteiligten gezielt nach Synergien gesucht, um die fachliche Arbeit des MütZe langfristig abzusichern und weiterzuentwickeln.

Eine zentrale Rolle spielte dabei das Jugendamt Mainz-Bingen

Unter der Leitung von Abteilungsleiter Christoph Müller und seinem Team wurden die bestehenden Konzepte des MütZe intensiv geprüft, fachlich eingeordnet und in ihrer Qualität bestätigt. Die Weiterentwicklung insbesondere im Bereich der Jugendhilfe und Schulbegleitung erfolgte in enger Abstimmung mit dem Jugendamt und auf Basis einer angemessenen fachlichen Vergütung der erbrachten Leistungen. Seitens des Vereins sind alle froh, dass sich die intensive Arbeit zur Finanzierung und damit zum Erhalt der Angebote für Familien gelohnt hat.

Das MütZe vereint seit vielen Jahren unter einem Dach Angebote der frühkindlichen Bildung, Jugendhilfe, Prävention und Familienberatung. Diese enge Verzahnung von Kita, Hort und Schülerclub über die Jugendhilfe „Bunte Insel“ bis hin zu niedrigschwelligen Beratungs- und Unterstützungsangeboten ist im Kreis Mainz-Bingen, wenn nicht in ganz Rheinland-Pfalz in dieser Form, außergewöhnlich und wird zunehmend als Best-Practice-Beispiel moderner, sozialraumorientierter Familienarbeit wahrgenommen. „Unsere Stärke liegt darin, Familien frühzeitig zu begleiten, Übergänge zu gestalten und Belastungen abzufangen, bevor sie entstehen und größer werden“, so der Vorstand weiter. „Es ist wichtig, dass diese Arbeit nun auch strukturell abgesichert wird und unsere fachliche Expertise und langjähriges Engagement Anerkennung findet.“

Das MütZe sieht die nun gefundene Lösung als gemeinsames Ergebnis aller Beteiligten. Ziel bleibe es, Familien in Ingelheim und im Landkreis Mainz-Bingen weiterhin niedrigschwellig, professionell und verlässlich zu begleiten – und das MütZe als starken Ort für Kinder, Jugendliche und Familien in der Region nachhaltig zu sichern.

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Auch die Stadt engagierte sich intensiv für den Erhalt des MütZe Ingelheim:

Die Stadtverwaltung Ingelheim setzte sich für den Fortbestand des MütZe als Kita-Träger ein. In regelmäßigen Arbeitstreffen berieten Bürgermeisterin Eveline Breyer, die Fachabteilung Kindertagesstätten sowie die Leitung des Vereins, Elternvertretungen und weitere Verantwortliche gemeinsam über zukunftsfähige Lösungen. „Uns war wichtig, dass wir im engen Dialog bleiben. Es geht um die Zukunft vieler Kinder, engagierter Mitarbeitenden und Familien“, betont die Bürgermeisterin.

Nach dem Signal des Landkreises Mainz-Bingen, dem Verein als Träger der Kita Kunterbunt eine Finanzierung in Höhe von 111 Prozent anzubieten, wurde der Austausch auch mit den Vertretern des Kreises wieder intensiviert. Es zeichnete sich ab, dass die Übernahme der Kita durch die Stadt zum 1. August 2025 nicht mehr notwendig war. Der Kreis hat dem Träger eine zeitlich befristete Übergangslösung zugesichert und somit Zeit eingeräumt, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.

„Wir haben als Stadt diesen Prozess verantwortungsvoll begleitet und freuen uns sehr, dass es gelungen ist eine fachlich gute und inhaltlich sinnvolle Zukunftsperspektive aufzubauen“, so Breyer weiter. „Dabei ging es uns sowohl um eine langfristige Perspektive des Vereins als auch um den Erhalt wichtiger Angebote im Stadtteil Ober-Ingelheim.“ Die Hoffnung der Stadt Ingelheim sowohl die Kita als auch die wichtige Vereinsarbeit im Stadtteil Ober-Ingelheim zu erhalten, hat sich damit erfüllt.

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