Ein bewegender Moment markiert den Fortschritt für den Neubau des Gutenberg-Museums: Am 3. Februar 2026 öffneten Oberbürgermeister Nino Haase und Baudezernentin Marianne Grosse eine Zeitkapsel, die über 60 Jahre lang im Fundament des sogenannten Schellbaus verborgen war. Der Termin am Liebfrauenplatz diente nicht nur der Dokumentation, sondern auch als feierlicher Abschied von einem Gebäude, das seit 1961 das Weltmuseum der Druckkunst beherbergte.
Ein Gruß aus dem Jahr der 2000-Jahr-Feier
Die Kapsel war am 18. März 1961 hinter einem gravierten Grundstein eingemauert worden. Der damalige Oberbürgermeister Franz Stein legte ihn im Beisein hochrangiger Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Kirche. Der nun geborgene Schriftsatz erinnert eindrucksvoll an die zeitliche Einordnung: Zum Zeitpunkt der Grundlegung rüstete sich Mainz gerade für seine große 2000-Jahr-Feier.
In dem Dokument wird präzise auf das Erbe Gutenbergs verwiesen, dessen Todestag sich am Tag der Kapselöffnung zum 558. Mal jährte. Die Zeilen zeugen von dem Stolz der Nachkriegsgeneration, der „Mutterstadt der Druckkunst“ mit dem Schellbau ein modernes Denkmal gesetzt zu haben – ein Erbe, das nun durch den modernen Neubau des Gutenberg-Museums fortgeführt werden soll.
Abbrucharbeiten am Schellbau laufen nach Plan
Während die historischen Fundstücke gesichert werden, schreiten die baulichen Maßnahmen auf dem Areal stetig voran. Der Schellbau sowie der Verbindungsbau wurden in den letzten Wochen vollständig entkernt und einer umfassenden Schadstoffsanierung unterzogen. Der Verbindungstrakt zum historischen „Römischen Kaiser“ existiert bereits nicht mehr.
Die Verantwortlichen betonten, dass der endgültige Abriss des massiven Schellbaus unmittelbar nach der Fastnacht 2026 erfolgen wird. Damit wird der Platz frei für das ambitionierte Großprojekt. Der Neubau des Gutenberg-Museums soll die international bedeutende Sammlung künftig in einer zeitgemäßen und architektonisch ansprechenden Umgebung präsentieren.
Blick in die Zukunft der Mainzer Innenstadt
Oberbürgermeister Nino Haase würdigte bei dem Termin das Engagement der vorangegangenen Generationen und schlug den Bogen zur Gegenwart. Der Abriss des alten Gebäudes sei kein Ende, sondern der notwendige Schritt, um das Museum fit für das 21. Jahrhundert zu machen.
Durch den Neubau des Gutenberg-Museums erhofft sich die Stadt eine deutliche Aufwertung des Liebfrauenplatzes und eine Attraktivitätssteigerung für Touristen aus aller Welt. Die geöffnete Zeitkapsel soll nun fachgerecht archiviert werden, während bereits darüber nachgedacht wird, welche Botschaften die heutige Generation für die Zukunft im neuen Grundstein hinterlassen wird.
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