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Neuer Bedarfsplan für die Feuerwehr Frankfurt am Main

Sicherheit für die nächsten zehn Jahre: Stadtverordnete beschließen neuen Entwicklungsplan mit 111 zusätzlichen Stellen.

News der Feuerwehr Frankfurt am Main – Die Stadt Frankfurt setzt trotz angespannter Haushaltslage ein deutliches Zeichen für den Bevölkerungsschutz. Die Stadtverordnetenversammlung hat heute die Fortschreibung des Bedarfs- und Entwicklungsplans (BEP) für die Frankfurter Feuerwehr verabschiedet. Das Strategiepapier legt die Leitplanken für die kommenden zehn Jahre fest und sieht massive Investitionen in Personal und Infrastruktur vor.

Warum der neue Plan notwendig ist

Der letzte Bedarfsplan stammte aus dem Jahr 2013. Seitdem hat sich Frankfurt stark verändert:

  • Wachsende Stadt: Steigende Einwohner- und Pendlerzahlen führen zu höheren Einsatzzahlen.

  • Infrastruktur: Großprojekte und dichterer Verkehr verlängern die Anfahrtszeiten.

  • Strukturdefizite: Die bisherigen Strukturen reichen laut BEP nicht mehr aus, um die Schutzziele – insbesondere in den schnell wachsenden Stadtteilen – dauerhaft zu garantieren.

Sicherheitsdezernentin Annette Rinn betont: „Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger hat für uns oberste Priorität. Ich freue mich, dass der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung an einem Strang ziehen und mit diesem Beschluss die Bedeutung der Feuerwehrarbeit klar anerkennen.“

Neue Schutzziele: Von der Alarmierung bis zur Hilfe

Eine wesentliche Neuerung betrifft die Definition der Hilfeleistung. Bisher wurde lediglich die Fahrzeit (fünf Minuten) gemessen. Künftig wird der gesamte Prozess abgebildet:

  • 8-Minuten-Regel: Die erste taktische Einheit muss innerhalb von acht Minuten nach der Alarmierung an der Einsatzstelle eintreffen.

  • Ganzheitliche Messung: Der Prozess wird nun vom Notruf bis zum Eintreffen der Hilfe lückenlos in Kennzahlen erfasst.

Massive Investitionen in Personal und Standorte der Feuerwehr Frankfurt am Main

Um diese ambitionierten Ziele zu erreichen, sieht der BEP weitreichende Maßnahmen vor:

  • Personalaufwuchs: Bis zum Jahr 2030 wurde ein Bedarf von 111 zusätzlichen Stellen ermittelt. Der Aufbau soll schrittweise in den Jahren 2026 und 2027 beginnen, um die Einsatzbereitschaft stabil zu halten.

  • Neue Wachen: Geplant ist ein zusätzlicher Standort für eine Feuer- und Rettungswache im Bereich der Innenstadt. Zudem stehen zahlreiche Neu- und Umbauten bestehender Feuerwehrhäuser auf der Agenda.

  • Ehrenamt: Die Freiwilligen Feuerwehren sollen künftig noch stärker in das Gesamtsystem der Gefahrenabwehr eingebunden werden.

Warum der Plan unter Verschluss bleibt

Anders als bei vielen anderen städtischen Vorhaben ist der vollständige Bedarfsplan nicht öffentlich einsehbar. „Eine Veröffentlichung sicherheitsrelevanter Detailinformationen des BEP über den eng begrenzten Personenkreis hinaus würde die Wirksamkeit der Gefahrenabwehr beeinträchtigen“, erklärt die Branddirektion. Dennoch verspricht die Feuerwehr Transparenz bei der Umsetzung konkreter Bauvorhaben oder Neueinstellungen.

Markus Röck, Amtsleiter der Branddirektion, resümiert: „Mit der Fortschreibung des Bedarfs- und Entwicklungsplans stellen wir die Feuerwehr zukunftsfest auf. In einer zunehmend unübersichtlichen weltpolitischen und gesellschaftlichen Lage ist eine leistungsfähige und resiliente Feuerwehr unverzichtbar.“

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