Hessen und die gesamte deutsche Comedy-Szene tragen Trauer: Badesalz-Comedian Gerd Knebel, die eine Hälfte des legendären Duos „Badesalz“, ist tot. Wie sein langjähriger Partner Henni Nachtsheim und Knebels Familie mitteilten, verstarb der gebürtige Rodgauer am vergangenen Samstag im Alter von 72 Jahren nach einer schweren Krebserkrankung.
Ein friedlicher Abschied im Kreise der Liebsten
Gerd Knebel sei „würdevoll und friedlich im Kreise seiner Liebsten von uns gegangen“, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung. Trotz der schweren Krankheit habe er seinen charakteristischen Humor bis zum Schluss bewahrt. Henni Nachtsheim berichtete bewegt, dass Knebel seine Freunde und Familie selbst in der Zeit der tiefsten Trauer noch zum Lachen gebracht habe.
Von „Flatsch“ zum bundesweiten Kult-Status
Knebels Karriere begann in den 1980er-Jahren als Frontmann der Band „Flatsch“, bevor er gemeinsam mit Henni Nachtsheim das Duo „Badesalz“ gründete. Mit ihrem unverwechselbaren hessischen Dialekt und einer Mischung aus absurdem Alltagshumor und scharfzüngiger Beobachtungsgabe erreichten sie Kult-Status.
Besondere Meilensteine ihrer Karriere waren:
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TV-Erfolge: Formate wie „Och Joh“ (ARD) und „Comedy Stories“ (Sat.1).
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Chart-Geschichte: 1991 gelang ihnen mit „Nicht ohne meinen Pappa“ der Sprung in die Musikcharts – eine Seltenheit für Sprechplatten.
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Auszeichnungen: 1998 wurde das Duo mit dem renommierten Musikpreis Echo geehrt.
Ein vielseitiger Künstler und Buchautor – Badesalz-Comedian Gerd Knebel
Neben „Badesalz“ war Gerd Knebel auch als Solokünstler und Autor äußerst aktiv. In seinen Programmen wie „Weggugge“ oder „Wörld of Drecksäck“ bewies er seine Wandlungsfähigkeit. Erst im Jahr 2024 veröffentlichte er seinen Roman „Freundschaft im Abseits“, ein Werk über eine ungewöhnliche Verbundenheit.
Zuletzt musste Knebel Veranstaltungen aus gesundheitlichen Gründen absagen. Dennoch blieb er kreativ: Noch Ende 2024 veröffentlichten er und Nachtsheim einen gemeinsamen Silvester-Song für ihre Fans.
Ein schwerer Verlust für Hessen
Gerd Knebel hinterlässt zwei Kinder und eine riesige Fangemeinde, für die er weit mehr war als nur ein Komiker. Er war ein Botschafter der hessischen Lebensart, der es verstand, Regionalität mit universellem Witz zu verbinden. „Er ist und bleibt ein großer Verlust für uns, und unsere Herzen sind unfassbar schwer“, so die Familie.




